Altöttinger Liebfrauenbote

Thyrnauer Schwestern fertigen kostbare Stickerei für Altöttinger Gnadenbild

Neues Fastenkleid

Pünktlich zum Beginn der Fastenzeit hat das Gnadenbild Unserer Lieben Frau von Altötting ein neues "Gnadenröckl" in violett, der passenden liturgischen Farbe bekommen – besetzt mit echten Edelsteinen und kunstvoller Stickerei.

Äbtissin Mechthild Bernart und Sr. Michaela Schuster bei der Anprobe des neuen Fastenkleids an einer Kopie des Altöttinger Gnadenbildes.
Äbtissin Mechthild Bernart (r.) und Sr. Michaela Schuster bei der Anprobe des neuen Fastenkleids an einer Kopie des Altöttinger Gnadenbildes.

Eine ungenannte Gönnerin aus dem Großraum Augsburg hat das neue Fastenkleid aus großer Dankbarkeit für die Muttergottes gestiftet. Die Bischöfliche Administration der Kapellstiftung in Altötting stellte den Kontakt zur Zisterzienserinnenabtei St. Josef in Thyrnau her, die sodann den Auftrag zur Anfertigung des neuen Fastenkleides erhielt. Die Abtei ist überregional bekannt für ihre Paramentenstickerei und hatte bereits für den Besuch von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 in Altötting Mitra, Messkleid und Rauchmantel für den Papst sowie vor zehn Jahren ein rotes Pfingstkleid für Unsere Liebe Frau fertigen dürfen.

Der Entwurf der ornamentalen Gestaltung auf dem violetten Seidenstoff stammt von Äbtissin Mechthild Bernart. Stickereien aus Japangold formen goldene Ranken und Pailletten, die zahlreiche rosa und weiße Blüten hervorbringen, die an Gänseblümchen oder Margeriten erinnern und wie Perlen die Ranken bekrönen. Sie sollen so Sinnbild für vergossene Tränen sein und auf das nahende Leiden Christi hinweisen. Die kunstvolle Stickerei wurde von Rosa Lenz gefertigt. Auch im Ruhestand ist sie immer noch die erfahrenste Paramentenstickerin in Thyrnau und arbeitet bei künstlerisch anspruchsvollen Stickarbeiten ehrenamtlich noch mit.

Blüten aus weißen Diamant-Brillanten mit über 11 Karat und 54 Facetten

Unsere Liebe Frau von Altötting mit dem neuen Fastenkleid im Gnadenaltar.
Unsere Liebe Frau von Altötting mit dem neuen Fastenkleid im Gnadenaltar.

Eine solch außergewöhnliche Stickaufgabe war auch das neue Fastenkleid für das Altöttinger Gnadenbild. Die Blüten der insgesamt 70 Blümchen auf den Kleidern der Maria und des Jesuskindes bestehen aus echten Edelsteinen. So hatte es sich die Stifterin gewünscht, auch wenn es sich um ein Fastenkleid handelt, das in seiner äußeren Erscheinung grundsätzlich zurückhaltender ist als die Kleider der großen Kirchenfeste. Daher bestehen die Blüten aus weißen Diamant-Brillanten mit über 11 Karat und 54 Facetten, die der Passauer Goldschmiedemeister Christian Buchner in goldene Krabbenfassungen eingearbeitet hat.

Am Abend des Aschermittwochs wurde das Gnadenbild von Altötting nun in das neue violette Fastenkleid gewandet und so wird es in der Fastenzeit in der Gnadenkapelle zu sehen sein.

Text: red, Fotos: Norbert Sterl (o.), Roswitha Dorfner (u.)