Altöttinger Liebfrauenbote

Der Leidensweg Christi des Italieners Valter Gatti im "Haus Papst Benedikt XVI."

Kreuzweg-Meditation

"Was wäre die Fastenzeit ohne die Betrachtung des Kreuzwegs?", fragte Kapelladministrator Prälat Günther Mandl am Aschermittwoch bei der Eröffnung der Ausstellung "zugeneigt" im "Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum" am Altöttinger Kapellplatz. Zu den Darstellungen des Leidenswegs Christi in den Kirchen der Wallfahrtsstadt gesellen sich nun die 14 Pastellbilder des lombardischen Künstlers Valter Gatti, die eindrücklich die Botschaft des Martyriums und der Auferstehung Jesu vermitteln; denn, so Mandl: "Karfreitag und Ostersonntag sind zwei Seiten derselben Medaille."

Prälat Günther Mandl erläutert die Szene der Kreuzabnahme und der Trauer Marias um ihren Sohn.
Prälat Günther Mandl erläutert die Szene der Kreuzabnahme und der Trauer Marias um ihren Sohn; im Bildhintergrund der ausstellende Künstler Valter Gatti (M.) und Msgr. Bernhard Kirchgessner (r.), Künstlerseelsorger der Diözese Passau.
Kreuzwegstationen Nr. XII und XIII, "Jesus stirbt am Kreuz" und "Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt".
Kreuzwegstationen Nr. XII und XIII, "Jesus stirbt am Kreuz" und "Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt".

Eine "persönliche, tief empfundene Interpretation der Leiden Christi auf dem Weg zur Kreuzigung", entdeckte Msgr. Bernhard Kirchgessner, Künstlerseelsorger der Diözese Passau, in dem 2011 entstandenen Zyklus. Valter Gatti, 1952 in Monza geboren und in der benachbarten Stadt Brugheira künstlerisch tätig, ist Mitglied der katholischen Künstlervereinigung "Le Stelle", mit deren Mitgliedern die Diözese Passau seit Jahren gemeinsame Kunstprojekte veranstaltet.

In den 14 Bildern der aktuellen Schau "zugeneigt" bestimmen pastellige Naturtöne die Farbgebung, vom "bleiernen" Himmel bis hin zum Braun der dürren Erde, die grafischen Elemente konterkarieren diese bisweilen dramatisch und ziehen den Betrachter ins Bild, machen ihn zum "Mitleidenden", wie Fausto Moreschi, Präsident von "Le Stelle", in seinen einführenden Worten sagte: Valter Gatti gebe seinen Bildern "einen modernen Ausdruck des Erbarmens". Und in der Bildfolge, in der Aneinanderreihung der 14 Kreuzwegstationen ist eine filmische Schnittsequenz zu erkennen. "Es geht hier um eine subjektive, moderne Interpretation des Kreuzwegs, die Anlass zu einer persönlichen Meditation bietet", so Präsident Moreschi. Er verwies auf Künstlerseelsorger Kirchgessner, der als Leitfaden durch die Schau ein kleines Heft veröffentlicht hat, in dem zu jedem der Bilder meditative Texte zum Nachdenken und Innehalten anregen und das im Eingangsbereich der Schatzkammer ausliegt. Dieses Geheft schaffe "eine glückliche Verbindung zwischen Wort und Zeichen."

Der Künstler Valter Gatti ist ein zurückhaltender Mensch. Durch die Ausstellung ging er wie ein Besucher, er schien hineingezogen in die von ihm selbst geschaffene Bilderwelt. Wie Fausto Moreschi abschließend sagte, werde der Betrachter des Kreuzweg-Zyklus zu einer starken emotionalen Beteiligung gezwungen: "Das befreit die Darstellung des Kreuzwegs von jeder leidenschaftslosen, klischeehaften, repetitiven ikonographischen Tradition."

Text und Fotos: Erwin Schwarz (Alt- Neuöttinger Anzeiger)

Die Ausstellung "zugeneigt" ist bis 17. April dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Impressionen

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Kreuzwegstation Nr. IX: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz.
Kreuzwegstation Nr. IX: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz.
Kreuzwegstation Nr. XI: Jesus wird an das Kreuz genagelt.
Kreuzwegstation Nr. XI: Jesus wird an das Kreuz genagelt.
Kreuzwegstation Nr. XIV: Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.
Kreuzwegstation Nr. XIV: Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt.