Altöttinger Liebfrauenbote
"Aus Freude zur schönen Blasmusik", steht auf einer Fahne, die Musiker vor der Gnadenkapelle halten.
"Aus Freude zur schönen Blasmusik", steht auf dieser Fahne. Nicht nur die Blasmusiker, die sich hier vor der Altöttinger Gnadenkapelle versammelt haben, sind Freunde schöner Melodien ...

Bezirks-Chöretreffen der oberbayerischen Landfrauen in Altötting – Europameisterschaft der böhmischen und mährischen Blasmusik in Bamberg – Standkonzert auf dem Altöttinger Kapellplatz

Musik verbindet

In Altötting trafen sich oberbayerische Landfrauenchöre und 250 Sängerinnen intonierten das Lied "Schwarze Madonna" vor der Gnadenkapelle. In Bamberg fand eine Europameisterschaft der böhmischen und mährischen Blasmusik statt. Und wieder in Altötting beeindruckten Blasmusiker mit einem Standkonzert auf dem Kapellplatz. In einem sind sie sich einig: Musik verbindet.

Rosmarie Staar, Leiterin des Altöttinger Landfrauenchors.
Rosmarie Staar, Leiterin des Altöttinger Landfrauenchors.

"Die Muttergottes hat sich g'wiss g'freut", waren sich Chorleiterin Rosmarie Staar und Christa Baisl vom Altöttinger Landfrauenchor einig, als am 18. Juni 250 Sängerinnen das Lied "Schwarze Madonna" vor der Gnadenkapelle anstimmten. Anlass war das Bezirkstreffen der oberbayerischen Landfrauenchöre am Wallfahrtsort. Besonders gefreut haben sich auch die Sängerinnen der Altöttinger Kreisgruppe, galt es doch, ihr 25-jähriges Bestehen zu feiern.

Bevor die einzelnen Chöre im Kultur- und Kongressforum ihr Bestes gaben, feierten sie mit Dekan Heribert Schauer in der St. Anna-Basilika Gottesdienst. Die Frage "Woran glaubst du?" nahm sich Dekan Schauer zum Predigtthema. Er verwies auf einige Fernsehfilme, die sich gerade um die Glaubensfrage "was uns in Familien trägt" beschäftigten. Als Beispiele nannte er u.a. die Geschichte eines Sohnes einer atheistischen Familie, der sich konfirmieren ließ. Diese zeigt laut Dekan Schauer auf, dass nicht nur Eltern den Glauben an die Kinder weiterreichen können, sondern dass dies durchaus auch umgekehrt möglich sei.

"Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe"

Dekan Heribert Schauer begrüßt eine der Landfrauen in der St. Anna-Basilika.
Dekan Heribert Schauer begrüßt eine der Landfrauen in der St. Anna-Basilika.

Dekan Schauer erinnerte: Das Matthäus-Evangelium (Mt 9,36-10,8) verdeutliche den Auftrag Jesu an seine Jünger und an alle Christen: "Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe." Der Prediger betonte: "Wir dürfen mit Jesus die Welt neu gestalten." Er empfahl, die Welt ein Stück zu erbessern, etwa im liebenden Umgang mit Kranken und Alleingelassenen; außerdem könnten Christen helfen, Zukunftsängsten, Pessimismus, sowie der Einsamkeit vieler Menschen entgegenzuwirken. Darin sieht Dekan Schauer einen dringlichen Auftrag insbesondere an die Pfarreien.

Ein Auftrag, bei dem auch das verbindende Element der Musik helfen kann. Ausdrücklich dankte Dekan Schauer den Landfrauen, die durch ihr gemeinsames Singen Freude in die Herzen der Menschen und in die Welt brächten und so an Jesu Gebot mitwirkten: "Auf geht's, woran glaubst du?"

Erzbischof Schick: Blasmusik verbindet Europa

Musik verbindet – nicht nur in Bamberg, sondern auch in Altötting. Auf dem Bild ziehen Blasmusiker am Marienbrunnen auf dem Kapellplatz vorbei.
"Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder", heißt es völlig zurecvht. Musik verbindet – nicht nur in Bamberg, sondern auch in Altötting. Auf dem Bild ziehen Blasmusiker am Marienbrunnen auf dem Kapellplatz vorbei.

Laut Erzbischof Ludwig Schick könne Musik die Fremdheit von Menschen überwinden und auch Wunden heilen, die noch heute durch den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen sowie durch die Jahrzehnte dauernde Spaltung Europas in Ost und West zu spüren seien – dies sagte der Bamberger Erzbischof am 18. Juni in einem Gottesdienst zur Europameisterschaft der böhmischen und mährischen Blasmusik im Bamberger Dom. Diese könne ein Beitrag zur Einheit Europas sein und zur Bewahrung seiner christlichen Wurzeln. Schick betonte: "Wenn wir miteinander musizieren und singen, Gott und Jesus Christus verehren, die frohe Botschaft besingen, dann verschwinden Fremdheit und Unverständnis, Trauer und Angst werden überwunden, wir spüren Freude und Hoffnung für eine gemeinsame gute Zukunft."

Die 18. Europameisterschaft der böhmischen und mährischen Blasmusik fand von 16. bis 18. Juni in Bamberg statt. 24 Blaskapellen aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Frankreich Belgien und den Niederlanden nahmen teil. Ausrichter waren die Bamberger Don-Bosco-Musikanten, die bereits dreimal den Titel holten. Gespielt wurde in den Kategorien Polka, Marsch und Walzer. Den Festgottesdienst gestaltete eine Kapelle, die sich eigens für den Gottesdienst aus Musikern aus regionalen Kapellen formiert hatte. Im Anschluss zog ein Festzug durch Bamberg zum Festgelände an der Pfeuferstraße.

Standkonzert: "Gebet an den Herrgott"

Standkonzert vor der Gnadenkapelle in Altötting.
Standkonzert vor der Gnadenkapelle in Altötting.

Anlässlich der Altöttinger Hofdult fand am Sonntag, 11. Juni auf dem Kapellplatz ein beeindruckendes Standkonzert von zwölf Blaskapellen – darunter die Musikkapelle Altötting – und dem Neuöttinger Spielmannszug statt; ausgerichtet wurde das Konzert heuer zum zehnten Mal von der Festwirtsfamilie Hell. "Schirmherr" und Staatsminister Dr. Marcel Huber – er ist Präsident des Musikbundes Oberbayern-Niederbayern – zeigte sich sichtlich ergriffen und betonte, dass das Musikmachen gerade an einem Ort wie dem Kapellplatz nicht nur Selbstzweck, sondern immer auch ein Gebet zum Herrgott sei. Sternförmig waren die Blaskapellen zum "Herzen Bayerns" gezogen und von Bezirksmusikleiter Walter Steigthaler herzlich willkommen geheißen. Nach einigen Darbietungen, darunter der "Regimentsgruß" und die Bayernhymne, zogen die Blaskapellen zum gemeinsamen Musizieren ins Hell-Zelt auf den Dultplatz, wobei der Appell von Marcel Huber "Trinkt's a Maß für mi mit" sicherlich nicht unerhört blieb. Der Staatsminister musste terminlich nach Berlin.

So oder so steht fest: Musik verbindet, denn wie heißt es so schön: "Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder." Das gilt allgemein, besonders aber auch für die Kirche.

Text: red / hal, Fotos: Roswitha Dorfner