Altöttinger Liebfrauenbote
Mit vielen Kreuzen und Fahnen zogen die Pilger der Legio Mariae in Altötting ein.
Mit vielen Kreuzen und Fahnen zogen die Pilger der Legio Mariae in Altötting ein.

61. Fußwallfahrt der Legio Mariae nach Altötting mit rund 7.000 Teilnehmern

Maria löst die Knoten

Rund 7.000 Fußpilger der Legio Mariae haben am Pfingstmontag, 5. Juni, Altötting erreicht. "Maria, die Knotenlöserin" war Motto der 61. Wallfahrt. "Je größer unser Vertrauen in Maria ist, desto sicherer hilft sie unsere Knoten – unsere Probleme, Sorgen und Nöte – zu lösen", versicherte der Hauptzelebrant und Prediger, Abt em. Emmeram Kränkl OSB aus Schäftlarn, in der St. Anna-Basilika.

Abt em. Emmeram Kränkl OSB vor einer Fatima-Madonna.
Abt em. Emmeram Kränkl OSB vor einer Fatima-Madonna.

Das Bild der Knotenlöserin in der Augsburger Kirche St. Peter am Perlach hat durch Papst Franziskus mittlerweile weltweite Bekanntheit erlangt, der ehemalige Abt (1987-2006) der Augsburger Benediktinerabtei St. Stephan dürfte es freilich schon lange kennen – Emmeram Kränkl wusste in seiner Predigt aber auch durch konkrete Beispiele, wie Maria geholfen hat, zu überzeugen. Ausführlich ging er auf die Geschichte des Franz Stocker ein, der aufgrund eines Wundstarrkrampfes für tot erklärt worden war und hätte lebendig begraben werden sollen, wenn ihn nicht ein Gelübde an die Gottesmutter und ein aufmerksamer Assistenzarzt das Leben gerettet hätten. Bei Nachfahren von Franz Stocker habe er sich die wundersame Geschichte persönlich bestätigen lassen, erzählte er. Der Benediktiner schilderte auch Beispiele aus seinem persönlichen Leben: er berichtete u.a. von einer Mutter, die in der Wallfahrtskirche in Violau im Bistum Augsburg für ihren Sohn gebetet hatte, der mit seinem Motorrad verunglückt war und laut Ärzten eigentlich hätte querschnittsgelähmt bleiben müssen – stattdessen wurde er vollständig geheilt. In einem weiteren Beispiel schilderte Abt em. Emmeram das Schicksal einer alleinerziehenden Mutter dreier Kinder, die aufgrund einer schweren Rückratsverletzung an den Rollstuhl gefesselt war – eher skeptisch sei die Frau nach Lourdes gefahren und an der Quelle tatsächlich geheilt worden, sodass sie sich wieder ganz um ihre Kinder kümmern konnte.

"Der Zauberschlüssel für unser Leben ist das Gebet"

Viele Wallfahrer wurden auf dem Kapellplatz von ihren Angehörigen bereits sehnsüchtig erwartet.
Viele Wallfahrer wurden auf dem Kapellplatz von ihren Angehörigen bereits sehnsüchtig erwartet.

Beispiele, die laut des Predigers zeigen: "Maria ist fähig und bereit, uns bei der Lösung der Knoten unseres Lebens zu helfen." Die Gottesmutter sei ohne Sünde geblieben, und: sie könne "mitfühlen mit unseren seelischen und körperlichen Leiden", weil auch ihr – von Erfahrungen der Ausgrenzung, der Obdachlosigkeit und der Verfolgung bis hin zum Tod ihres Sohnes am Kreuz – "nichts Menschliches erspart geblieben ist". Das Leben Marias zeige, dass sie nicht nur eine "glaubende, sondern auch eine sehr geduldige Frau war" – laut Abt em. Emmeram eine wichtige Eigenschaft im Gegensatz zu den vielen "Schnellschüssen", die in heutigen Krisen getätigt würden. Die Gottesmutter hingegen "erwog alles in ihrem Herzen" (vgl. z.B. Lk 2,19). Auch als Knotenlöserin gehe Maria "langsam, bedächtig und geduldig" vor. Der Prediger betonte: "Der Zauberschlüssel für unser Leben ist das Gebet."

Vor dem Gottesdienst waren die Pilger die meisten kamen aus München-Freising, Rosenheim und Salzburg und waren unter Leitung von Antonie Wudi ins "Herz Bayerns" marschiert – nach über 100 Kilometer Fußmarsch in Altötting über den Kapellplatz gezogen, wo sie von Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl mit einer Kopie des Gnadenbildes empfangen wurden. Das Wetter war heuer durchwachsen: Samstag sonnig und vor allem nachmittags heiß, Sonntag verregnet, Montag bis zur Ankunft um 11.30 Uhr größtenteils wolkig. Zahlreiche Familien mit Kindern und auch jugendliche Pilger waren auch heuer wieder dabei. Wie jedes Jahr trugen viele Wallfahrer schwere Holzkreuze auf ihren Schultern, einige schwangen die roten Legio-Fahnen. In der Basilika begrüßte sie der stellvertretende Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker: "Es freut uns sehr, dass unsere altehrwürdige Basilika mit so viel Leben gefüllt wird."

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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