Altöttinger Liebfrauenbote
Regensburger Pilger ziehen an der Gnadenkapelle vorbei.
Regensburger Pilger ziehen an der Gnadenkapelle vorbei.

Rund 8.000 Teilnehmer der Regensburger Diözesanfußwallfahrt erreichten Altötting

Im (Rosenkranz-)Gebet vereint

"Diese Wallfahrt ist auch für mich als Bischof eine außerordentliche Stärkung", schilderte der Regensburger Diözesanbischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt in der Altöttinger St. Anna-Basilika am Pfingstsamstag, 3. Juni. "Da weiß ich, es sind viele, die mit mir beten." In der Tat ist die Regensburger Wallfahrt eine beeindruckend große Gebetsgemeinschaft: Rund 8.000 Teilnehmer waren es auch heuer wieder, die bei 111 Kilometer Fußmarsch an drei Tagen einen "Freiluftgottesdienst" der besonderen Art feierten. "Betet den Rosenkranz" war das Motto der 188. Wallfahrt. Nicht nur mit diesem Leitwort sprachen die Pilger der Gottesmutter ihr Vertrauen aus.

Diakon Thomas Zauner mit der Gnadenbild-Kopie, daneben Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl und im Hintergrund Bischof Rudolf Voderholzer.
Diakon Thomas Zauner mit der Gnadenbild-Kopie, re. Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl und im Hintergrund Bischof Rudolf Voderholzer.

Sei gegrüßt viel tausendmal ... o Maria, Königin!" – als die Pilger zu Beginn des Gottesdienstes mit dem Regensburger Wallfahrtslied die Gottesmutter Maria grüßten, hatten sie – anders als sonst – das Altöttinger Gnadenbild direkt vor Augen: eine Kopie der Schwarzen Madonna hatten Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl und Diakon Thomas Zauner heuer in die Basilika übertragen. Im Marien-Jubiläumsjahr – 100 Jahre Fatima und 100 Jahre Patrona Bavariae – wollten die Regensburger der Gottesmutter auch symbolisch einen Platz in ihrer Mitte einräumen; einen Platz, den sie freilich in den Herzen der Gebetsgemeinschaft längst hat. Dies verdeutlichte der anschließende Weiheakt: Bischof Rudolf Voderholzer vertraute dabei das Leben der Wallfahrer der Fürsprache der Gottesmutter an und sprach das Gebet von Vater Benedikt XVI. an die Schutzfrau Bayerns, das Joseph Ratzinger nach seiner Bischofsweihe 1977 an der Münchner Mariensäule gesprochen hatte: "Sei du die Patronin unseres Landes, unseres Bistums auch in dieser Zeit! In dem Streit der Parteien sei du Versöhnung und Friede; in den Weglosigkeiten unserer offenen Fragen zeige uns den Weg; die Streitenden versöhne, die Müden erwecke, gib den Misstrauischen ein offenes Herz, den Verbitterten Trost, den Selbstsicheren Demut, den Ängstlichen Zuversicht, den vorwärts Drängenden Besonnenheit, den Zaudernden Mut, uns allen aber die tröstende Zuversicht deines Glaubens. (...)"

Der Rosenkranz, "ein Kompendium unseres ganzen Glaubens"

Wallfahrtsplaketten 2017 "Betet den Rosenkranz".
Wallfahrtsplaketten 2017 "Betet den Rosenkranz".

Auch das Motto der Wallfahrt orientierte sich am Jubiläumsjahr, konkret an der "Königin des Rosenkranzes", als der sich die Gottesmutter vor 100 Jahren den Seherkindern von Fatima offenbart hatte. Als ein "einfaches, aber zugleich außerordentlich reiches Gebet" charakterisierte Bischof Voderholzer den Rosenkranz in seiner Predigt. Unabhängig von Alter, Bildungsgrad oder Herkunft könne er von allen gebetet werden und wirke gerade auch dadurch verbindend. Der Rosenkranz habe schon zahlreichen Menschen Kraft und geistige Nahrung gegeben. Mehr noch: er sei "ein Kompendium unseres ganzen Glaubens"; wer den Rosenkranz studiere und gemeinsam mit anderen meditiere, der habe das ganze Kirchenjahr präsent und könne die einzelnen Stationen des Kirchenjahres von Advent über Weihnachten und Ostern bis hin zu Christi Himmelfahrt, Pfingsten und den Marienfesten erschließen. Darüber hinaus könne der Beter die Rosenkranzgeheimnisse durch eigene Betrachtungen mit einer ganz persönlichen Note erweitern. Bischof Voderholzer schilderte, wie er beim Rosenkranz ein Gebet für Kommunionkinder, Brautleute oder um Berufungen mit einbaue. Am Beispiel des Geheimnisses "Jesus, der uns den heiligen Geist gesandt hat" schilderte er, wie er bei der Betrachtung innehalte, "um für alle jungen Leute zu beten, die ich schon habe firmen dürfen, damit sie zu mutigen, aufrichtigen und liebenswürdigen Christen heranwachsen".

"Wir Regensburger Pilger sind mit der Gottesmutter und der apostolischen Kirche aller Zeiten im Gebet vereint"

Bischof Rudolf Voderholzer segnet an der Gnadenkaeplle die vorbeiziehenden Pilger.
Bischof Rudolf Voderholzer segnet an der Gnadenkaeplle die vorbeiziehenden Pilger.

Dass die Regensburger Wallfahrt in eine ganz wichtige Zeit des Kirchenjahres falle, betonte Bischof Voderholzer außerdem. An den Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten besinne sich die Kirche auf ihre Ursprünge: die Tage erinnern an Maria und die Jünger im Abendmahlssaal, wie sie im Gebet vereint gewesen seien und schließlich an den durch den Hl. Geist bewirkten Aufbruch an Pfingsten. Bischof Voderholzer hob hervor: "Wir Regensburger Pilger sind mit der Gottesmutter und der apostolischen Kirche aller Zeiten im Gebet vereint. Wir strecken uns aus nach der Gabe des Hl. Geistes. Wir erbitten für jeden einzelnen von uns und für die ganze Kirche ein neues Pfingsten." Ausdrücklich lobte der Bischof sowohl die vielen Regensburger Pilger als auch die freiwilligen Helfer für deren Einsatz und Gebet. Bischof Voderholzer war heuer selbst zwei Etappen mitmarschiert: die erste Etappe nach der Verabschiedung in Regensburg und die letzte Etappe am Samstag von 3 Uhr früh bis zur Ankunft um 9.30 Uhr von Massing nach Altötting.

Ehrung für Pilgerleiter

Einzug auf den Kapellplatz, darunter die Jubilare Pilgerleiter Bernhard Meiler und Dionys Ringlstetter.
Einzug auf den Kapellplatz, darunter die Jubilare Pilgerleiter Bernhard Meiler (l.) und Dionys Ringlstetter (r.).

Im Gegensatz zum letzten Jahr hatten die Pilger den Wallfahrtsort heuer trockenen Fußes erreicht; meistens schien die Sonne, nachmittags war es vielleicht etwas zu heiß, doch insgesamt waren auch die Temperaturen – vor allem in der Früh – vergleichsweise angenehm für Pilger. Gut gelaunt präsentierten sich die Wallfahrer dann auch bei ihrer Ankunft am Altöttinger Kapellplatz, wo sie u.a. von Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, von den Geistlichen Beiräten Pfr. Hannes Lorenz und Pfr. Norbert Götz sowie von Bischof Rudolf Voderholzer empfangen und vom Bischof auch gesegnet wurden. Viele junge Gesichter waren beim Einzug zu sehen, auch viele ältere, die zu einem großen Teil zum wiederholten Male ins "Herz Bayerns" gepilgert waren. Darunter etwa Dionys Ringlstetter, der heuer für seine 50. Wallfahrt ausgezeichnet wurde. Und auch der Pilgerleiter Bernhard Meiler empfing eine Ehrung: bereits zum 20. Mal hatte er die Wallfahrt als Hauptverantwortlicher organisiert und bekam dafür einen Rosenstrauß und eine Wallfahrtskerze. Herzlichen Glückwunsch auch vom "Boten"-Team, und: Bis zum nächsten Jahr!

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

(Zum Vergrößern auf ein Bild klicken)