Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Im Monat Mai ziehene zahlreiche Pilger zum Gnadenort Unserer Lieben Frau in Altötting, unter den vielen "Einzelpilgern" nach wie vor auch etliche Wallfahrtsgruppen, die eine uralte Tradition fortführen. Auch in der zweiten Maihälfte durfte Altötting einige Gruppen begrüßen – eine kleine Auswahl:

Auf Gegenbesuch – Pilger aus St. Wolfgang in Oberösterreich

Die "Wolfgangler" – eine Altöttinger Pilgergruppe unter Leitung von Stefan Jetz (2. Bild, l.) und Kapuzinerpater Heinrich Grumann (1. Bild, r.) , die alljährlich zu Fuß nach St. Wolfgang ins Salzkammergut geht – bekamen am 9. Mai Gegenbesuch. Eine Pilgergruppe aus St. Wolfgang/OÖ mit über 100 Teilnehmern hatte zwar die "bequemere Wallfahrtsvariante" per Bus gewählt, aber immerhin wurde ein kleines Stück zu Fuß marschiert, vom Hotel Plankl zum Kapellplatz und dann in die St. Magdalena-Kirche, um Pilgergottesdienst zu feiern – einbegleitet, wie sollte es anders sein, von Kapuzinerpater Heinrich und Stefan Jetz als Vorbeter. Als ausgleichende Gerechtigkeit bezeichnete P. Heinrich schmunzelnd das "greisliche Pilgerwetter" – denn auch in St. Wolfgang vor zwei Wochen sei das Wetter nicht besser gewesen. Der katholische Glaube und die Verehrung der Gottesmutter seien grenzüberschreitend, stellte er außerdem fest. Die enge Verbindung zwischen Bayern und Österreich sowie die Wahrung alter Tradition und Geschichte kämen gerade in Form von Wallfahrten zum Ausdruck.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Alte Pilgertradition – Fußpilger aus Oberlindhart

Am Christi Himmelfahrts-Tag, 25. Mai, läuteten die Altöttinger Kirchenglocken nicht nur zu Mittag, sondern auch den einziehenden Fußpilgern aus Oberlindhart zum Willkommensgruß. 40 Wallfahrtsteilnehmer unter Leitung von Hans Glöbl waren am 24. Mai um 7.30 Uhr in Kumhausen aufgebrochen, wie der zweite Pilgerleiter Hubert Bauer berichtete. Dieser war heuer "nur" als Abholer mit den drei Kindern per Auto gekommen (2. Bild), denn dieses Jahr wollte unbedingt die Ehefrau zu Fuß mitpilgern. "Ganz herzlich Willkommen und besten Dank für Euer Glaubenszeugnis unterwegs zum 184. Mal in alter Pilgertradition Eurer Vorfahren", freute sich Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl. Er versicherte, dass die Gnadenmutter bei Anrufung für jeden die richtige Lösung parat habe, manchmal auch eine "Zwischenlösung". Wenn man für jedes Problem auch nicht sofort Hilfe erfahre, "man verlässt Altötting anders, mit strahlenden Augen und leichterem, gelösten Herzen". Herzlich begrüßte der Wallfahrtsrektor auch den treuen Altötting-Pilger Hans Ried (3. Bild), der zum 41. Mal zur Gnadenmutter pilgerte und allein in diesem Jahr bereits seine vierte Altötting-Wallfahrt "absolvierte".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Glaubenszeichen – Wallfahrt des Pfarrverbands Burgkirchen-Hirten-Halsbach-Margarethenberg

Altöttings Diakon Thomas Zauner geleitete die 90 Pilger aus dem Pfarrverband Burgkirchen-Hirten-Halsbach-Margarethenberg am Samstagmorgen, 27. Mai, über den Kapellplatz nach St. Konrad. "Ihr seid's hierher gewallfahrtet und sicher angekommen", freute sich Zauner und stimmte zum Dank "Segne du Maria ..." an. "Vergelt's Gott für Euer Glaubenszeugnis für Euch selber und für alle, denen ihr auf Wallfahrt begegnet und kommt's wieder", waren Dank und Bitte zugleich, denn Diakon Zauner sieht im Pilgern ein wichtiges Zeichen in einer glaubensarmen Zeit.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit Maria zu Jesus – Wallfahrt des Pfarrverbands Kirchweidach-Tyrlaching-Oberbuch

Um 4 Uhr hatten sich am 27. Mai die Pilger vom Pfarrverband Kirchweidach-Tyrlaching-Oberbuch mit Pfarrer i.R. Jakob Krowiak auf den Weg gemacht. Die Gottesmutter Maria führe uns in verschiedenen Wegen zum Herrn, betonte Diakon Zauner bei der Begrüßung vor der Gnadenkapelle und sprach ein Mariengebet vom hl. Bernhard von Clairvaux. Mit dem Lied "Segne du Maria" endete die kurze Statio vor der Gnadenkapelle und zum Wallfahrtsabschluss wurde in der Br. Konrad-Kirche ein Pilgergottesdienst gefeiert.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Gemeinsames Ziel – Rad- und Fußpilger aus Schnaitsee

Treffpunkt am 27. Mai gegen 9.30 Uhr war der Parkplatz an der Kolbergstraße für die Rad- und Fußpilger aus Schnaitsee. Die 15 Radpilger waren um 6.30 Uhr ab Waldhausen gestartet, die etwa 50 Fußpilger waren den Kreuzweg von Heiligenstatt nach Altötting gepilgert, wie Kreuzträger Anton Gilg berichtete. Nach dem gemeinsamen Einzug zur Br. Konrad-Kirche hieß Kapuzinerpater Br. Sunil Kachappally die Pilger am Br. Konrad-Brunnen herzlich willkommen, da die Konradkirche noch mit einer anderen Gruppe besetzt war. Auf die Hochzeit zu Kana verweisend, als Jesus Wasser in Wein verwandelte, mutmaßte Br. Sunil, dass wir solch ein Wunder wohl kaum in heutiger Zeit erleben dürften. Was jedoch für alle Zeit gelte, das sei die Zusicherung, dass uns Maria zu Jesus führe, dass wir Maria, als unserer Fürsprecherin bei Gott, all unsere Sorgen und Nöte vortragen könnten.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Jesus ist die Tür zum Vater – Ordenstag der Diözese Passau

Interessiert lauschten die drei Benediktinerinnen, Sr. Priscilla, Sr. Marcella und Sr. Angelika aus Passau/Waldesruh sowie Maristenpater Rudolf Ehrl wie auch Schwester Bernadette von den Ursulinen in Niederaltaich den Ausführungen von Mesner Kapuzinerbruder Vinzenz Müller über Geschichte, Besonderheiten und Renovierung der "alten Dame", wie Br. Vinzenz die St. Anna-Basilika liebevoll bezeichnet (1. Bild). Im Rahmen des Ordenstags der Diözese Passau mit 66 Teilnehmern am 27. Mai in Altötting (im Franziskushaus fand ein Vortrag statt) wurden vor dem Abschlussgottesdienst in der St. Magdalenakirche mit Domkapitular Josef Fischer auch Kirchen-/bzw. Klosterführungen in St. Konrad und in der St. Anna-Basilika angeboten. "Jesus ist die Tür zum Vater, einen anderen Zugang gibt es nicht", betonte Domkapitular Fischer in seiner Predigt (3. Bild). Dieser Zugang sei nur möglich, wenn wir unser Leben nach Jesu Vorbild in Armut, Hörbereitschaft, abgrundtiefem Vertrauen und Hingabebereitschaft ausrichten, wie es im Ordensleben geschehe. Die Kirche sei den Ordensleuten zu großem Dank verpflichtet und so schloss sich der Wunsch des Predigers an: Die Kirche solle wieder Obergemach/Abendmahlssaal sein und einmütig zum Herrn beten, zum Vater, der uns liebt, in der Kraft des Heiligen Geistes.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Danksagung – Wallfahrt der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz

Seit 7. Oktober letzten Jahres ist sie die Generaloberin der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul mit Mutterhaus in München – seit 1907 gehören den Schwestern die "Adelholzener Alpenquellen" – und dennoch: Schwester Rosa-Maria Dick (1. Bild) leitet trotz dieser "Mammutaufgabe" auch weiterhin die Fußwallfahrt nach Altötting, ein herzliches Vergelt's Gott dafür! Am Samstagnachmittag, 27. Mai, nach Ankunft mit 41 Teilnehmern, darunter auch wieder Franz-Josef Strauß (1. Bild), der die hölzernen Pilgerkreuze fertigt, war es für Sr. Rosa-Maria ein großes Anliegen, bei der Gnadenmutter Dank zu sagen; war es doch die 20. Fußwallfahrt nach Altötting. In der Br. Konrad-Kirche wurde mit der Pilgergruppe aus Benediktbeuern unter Leitung von P. Rainer Raitmeier SDB – mit dabei auch P. Hans Altmann SDB – gemeinsam Pilgergottesdienst gefeiert.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Im "Thronsaal Gottes" – Wallfahrt des Pfarrverbands Garching-Engelsberg

Am Sonntag, 28. Mai, gegen 8 Uhr morgens standen Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl und Kreuzlträger Martin Zauner an der Trostberger Straße "empfangsbereit": es galt die 80 Fußpilger vom Pfarrverband Garching-Engelsberg, voran Pfarrer Hans Speckbacher mit den Ministranten, über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika einzubegleiten. Die Wallfahrer herzlich am Gnadenort willkommen hieß am Basilika-Haupteingang dann auch Pfarrer i.R. Elmar Hess, Stiftskanonikus in Altötting, der immer noch als Aushilfspfarrer im Pfarrverband Garching-Engelsberg wirkt, wenn "Not am Mann" ist. Prälat Mandl wies die Fußwallfahrer auf die prächtig renovierte St. Anna-Basilika hin, die von vielen zu Recht als "Thronsaal Gottes" und "ein Stück Himmel auf Erden" bezeichnet werde und wünschte einen erfüllenden Gottesdienst. "Mit Maria zu Jesus", das diesjährige Wallfahrtsmotto, versinnbildliche ein Hoffnungszeichen für alle Hilfe- und Trostsuchenden, "dass Maria helfen kann und als Mutter Jesu und unsere Mutter stets einen guten Rat für jeden parat" habe.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Nachtwallfahrt – Landshuter Fußwallfahrer in Altötting

Wohl des schwülwarmen Wetters wegen, das einigen Wallfahrtsteilnehmern schon arg zu schaffen machte, und auch, weil sie kurz vor dem Pilgerziel eine Baustelle in Neuötting passieren mussten, kamen die 164 Landshuter Fußwallfahrer am Sonntag, 28. Mai, mit etwas Verspätung an. Zum ersten Mal bei der "Nachtwallfahrt" dabei war der zwölfjährige Jakob König und die Strapazen von 65 Kilometer Fußmarsch waren an ihm nicht spurlos vorübergegangen – doch tapfer lächelte er an der Seite von Papa Florian Müdigkeit und schmerzende Beine weg (3. Bild). Viele andere mussten wegen Kreislaufproblemen und schmerzenden Blasen unterwegs aufgeben und wurden in Bussen zurückgebracht. Herzlich begrüßte das Altöttinger Empfangskomitee mit stellvertretendem Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker und Wallfahrts- und Verkehrsbüro-Leiterin Ulrike Kirnich die Landshuter Wallfahrtsteilnehmer, insbesondere auch Pilgerleiter Günther Fries. Für eben diesen sowie für die vielen Helfer vom Roten Kreuz und THW, die für die Pilgerbetreuung unterwegs und zur Absicherung von Straßen verantwortlich waren, gab's dann von den Fußpilgern beim Einzug in den Kongregationssaal Applaus. Lustiges am Rande: Als P. Norbert, der mit den Landshutern den Gottesdienst feierte, noch einen Lektor für die Lesung suchte, erklärte sich Robert Fischer (trug beim Einzug die Votivkerze) bereit, jedoch mit der vorsichtigen Frage: "Ist das schon auf Deutsch?" Für Heiterkeit sorgte dann P. Norbert, als er die erschöpften, sich erhebenden Fußpilger zu Beginn des Pilgergottesdienstes höflich ermunterte: "Sie dürfen gerne Platz nehmen!" Das ließen sich die Landshuter nicht zweimal sagen!

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Anziehungskraft Mariens – Pilger aus Berg im Gau

Diakon Thomas Zauner, der die 42 Fußwallfahrer aus Berg im Gau unter Leitung von Johann Wolfelsperger am Sonntagvormittag, 28. Mai, zur Gnadenkapelle geleitet hatte, dankte diesen herzlich für ihr Glaubenszeugnis. Mit kleinen Kreuzen in Händen waren die Wallfahrtsteilnehmer vier Tage betend und singend unterwegs gewesen, mit Übernachtung in Aufhausen, Wartenberg und Zangberg. Am Gnadenort sei die "Anziehungskraft Mariens" besonders spürbar, betonte Diakon Zauner und sprach ein Mariengebet vom hl. Bernhard von Clairvaux. Der hl. Bernhard, so erzählte Zauner weiter, hätte auch wunderschön formuliert, wie es mit der Liebe Gottes zu uns Menschen funktioniere: Man müsse sich dabei eine offene Schale vorstellen, in welche die Liebe Gottes für jeden von uns hineinfließe und alles, was übergehe, sollte an andere weitergegeben werden. Mit BGR Pfarrer Johann Menzinger feierten die Fußpilger aus Berg im Gau mit ihren Familienangehörigen abschließend einen Pilgergottesdienst.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner