Altöttinger Liebfrauenbote

30. Jubiläums-Schülerwallfahrt aus Landau a. d. Isar

Bischof Oster zu Schülern: "Du bist einmalig"

"Das soll Euch mal einer nachmachen! Andere Schulen würden das nicht schaffen", stellte Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl fest, als er am Donnerstagnachmittag, 13. Juli, die Pilger einer ganz besonderen Jubiläumswallfahrt begrüßte. In der Tat: dass rund 350 Schüler mit Lehrern und Eltern – freiwillig am Nachmittag! – zu einer Wallfahrt nach Altötting aufbrechen und dies heuer bereits zum 30. Mal, ist einmalig weit und breit. Stefan Oster, Passauer Diözesanbischof und Jugendbischof in Deutschland, motivierte in seiner Predigt bei der Marienandacht in der Stiftspkirche die Schüler des Gymnasiums Landau a .d. Isar: "Du bist einmalig, kostbar, ein Edelstein – und Jesus will das hervorlieben."

Einzug der über 300 Schüler aus Landau an der Isar auf den Kapellplatz.
Einzug der über 300 Schüler aus Landau an der Isar auf den Kapellplatz; ganz vorne gehen links Subregens Robert Paulus und rechts Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl; ganz rechts Religionslehrerin Anna-Maria Wallner.

Dass der Jugendbischof sich bei der Schülerwallfahrt wohlfühlte, war bereits beim Einzug über den Kapellplatz zur Gnadenkapelle zu sehen, als er sich wie selbstverständlich unter die Jugendlichen mischte. Auch während seiner Predigt hielt es ihn nicht im Altarraum – mit dem Mikro in der Hand spazierte er durch die Reihen der Schüler und sprach sie direkt an: Das Evangelium über die Emmaus-Jünger (vgl. Lk 24, 13-35) sei eine "Geschichte über Menschen, die Sehen lernen mit dem Herzen – und das ist gar nicht so leicht", stellte er fest. Auch wenn Noten in der Schule wichtig seien, sie sagten "nichts darüber aus, wer Du bist". Jeder Jugendiche habe "etwas Einzigartiges an sich, das sich nicht mit Noten bewerten lässt". U.a. mit Blick auf seinen Ordensvater, den hl. Johannes Don Bosco, erklärte er, dass es im Leben vor allem darum gehe, das hervorzuheben, "was man in sich hat". "Helft Euch gegenseitig! Lernt mit dem Herzen zu sehen", gab der Bischof den Schülern mit auf dem Weg. Außerdem ermutigte er sie, jeden Tag zu beten – 5-15 Minuten reichten bereits aus. "Jesus liebt Dich und will das hervorholen, was an Dir schön ist", erklärte er. "Mit dem Beten wächst die Erfahrung mit Jesus befreundet zu sein und Du lernst, anderen in die Herzen zu sehen."

"Vom himmlischen Vater gewollt und geliebt"

Bischof Stefan Oster im Gespräch mit Schülern.
Bischof Stefan Oster im Gespräch mit Schülern.

Um ein solches "religiöses Feeling" ging es auch Msgr. Franz Bauer, als er die Schülerwallfahrt begründete. 27 Mal hat der ehemalige Religionslehrer am Landauer Gymnasium die Wallfahrt selbst organisiert und in einem kurzen Rückblick erklärte er seine Beweggründe: Als Ergänzung zur Theorie im Unterricht sei die Wallfahrt wichtig, "um die Herzen zu berühren", um in der Andacht vor der geweihten Hostie im Tabernakel "Tiefreligiöses zu erleben", um den Schülern zu verdeutlichen, dass sie "keine zufälligen Nummern" seien, "sondern vom himmlischen Vater gewollt und geliebt". Das muss man aber auch erleben wollen, und deshalb war es laut Msgr. Bauer von Anfang an wichtig, die Wallfahrt am Nachmittag abzuhalten, sodass Schüler freiwillig daran teilnehmen und sich auch Eltern anschließen könnten. "Respekt!", sagte er an die vielen Teilnehmer gewandt, die heuer unter dem Motto "Glauben – Leben – Danken – Singen – Feiern" ins Herzen Bayerns pilgerten, wie Religionslehrerin Anna-Maria Wallner erklärte.

Dies geschah in einer sehr feierlichen Marienandacht, an der auch nicht-katholische Schüler teilnahmen. Bereits zuvor begrüßten die Pilger die Gottesmutter vor der Gnadenkapelle. Der ehemalige Religionslehrer in Landau und jetzige Regensburger Subregens Robert Paulus sprach gemeinsam mit den Wallfahrern ein "Gegrüßer seist Du, Maria"; Schüler trugen schließlich das "Ave Maria" in allen Fremdsprachen vor, die am Gymnasium Landau unterrichtet werden – Englisch, Latein, Italienisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Norwegisch.

Text und Fotos: Michael Glaß

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