Altöttinger Liebfrauenbote
Einzug der Donauschwaben über den Kapellplatz.
Einzug der Donauschwaben über den Kapellplatz.

58. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben mit Erzbischof em. Robert Zollitsch

Getragen aus Liebe zu uns

Unter dem Motto "Maria, unsere Mutter mit Christus im Zentrum" hat das St. Gerhardswerk Stuttgart heuer am Sonntag, 9. Juli zur 58. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben nach Altötting eingeladen. Am Pontifikalamt in der St. Anna-Basilika mit Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch, Freiburg, nahmen etwa 1.000 donauschwäbische Pilger, die in Bayern und Österreich eine neue Heimat gefunden haben, teil∞ darunter waren auch einige aus Ungarn, Rumänien und dem ehemaligen Jugoslawien.

Erzbischof em. Robert Zollitsch bei der hl. Messe in der Basilika.
Erzbischof em. Robert Zollitsch bei der hl. Messe in der Basilika.
Junge Marienmädchen am Schrein des heiligen Bruder Konrad.
Junge Marienmädchen am Schrein des hl. Br. Konrad.

Auf geistlicher Seite waren u.a. auch Bischof Michael Mayer aus Pecs/Ungarn, die Vertriebenenseelsorger Msgr. Andreas Straub EGR, Visitator em. der Donauschwaben und Pfr. Paul Kollar, sowie Altöttings Stiftskanonikus Johann Palfi mit dabei. Für die musikalische Gestaltung sorgten die donauschwäbische Singgruppe aus Landshut, die Blaskapelle St. Anna sowie eine Jugendblaskapelle aus Rumänien.
Viele Wallfahrtsteilnehmer waren schon tags zuvor angereist um der Vorabendmesse mit anschließender Lichterprozession beizuwohnen. Zahkreiche Trachten- und Fahnenabordnungen waren beim Einzug über den Kapellplatz zu sehen.

Herzliche Grußworte entboten am Sonntag vor dem Festgottesdienst Altöttings Stadtpfarrer im Amt des Wallfahrtsrektors, Prälat Günther Mandl, und der stellvertretende Vorsitzende des St. Gerhardswerks, Josef Lutz, bevor Ministerialdirigent Herbert Hellstern (Innenministerium Baden-Württemberg, Stuttgart) sich im "Wort des Laien" an die Gläubigen richtete.

Hellstern erinnerte: Am Festtag Mariä Verkündigung des 24. März 1946 habe P. Wendelin Gruber im Vernichtungslager Gakowa (ehemaliges Jugoslawien) das Gelöbnis an die Gottesmutter Maria ausgesprochen, "wenn wir am Leben bleiben machen wir jährlich eine Wallfahrt." Hellstern rief die wunderbare Errettung dieser donauschwäbischen Landsleute aus den "Fängen des Roten Drachen" in Erinnerung. 400.000 Donauschwaben aus dem ehemaligen Jugoslawien hatten nach Flucht und Vertreibung in Österreich und Deutschland eine neue Heimat gefunden. Das Geheimnis der Versöhnung heiße "Erinnerung", so eine altjüdische Weisheit. Die 58. Gelöbniswallfahrt stehe im Gedenken dessen, was die Donauschwaben unter der Schreckensherrschaft Titos erleben mussten, so der Ministerialdirigent. P. Gruber sei in der alten Heimat der Donauschwaben zurückgeblieben und seine "Waffe gegen den Todfeind war der Glaube, die Hoffnung auf Rettung". Die physische Not habe er nicht lindern können, jedoch seelischen Beistand geleistet.

Wallfahrtsorte führen zusammen

Erzbischof em. Robert Zollitsch bei der Predigt.
Erzbischof em. Robert Zollitsch bei der Predigt.
Ministerialdirigent Herbert Hellstern, der das "Wort der Laien" sprach.
Ministerialdirigent Herbert Hellstern, der das "Wort der Laien" sprach.

Erzbischof em. Zollitsch – selbst als sechsjähriger Bub im Lager Gakowa interniert – erinnerte an die Eröffnung der Gedenkstätte im serbischen Jarek im Mai 2017 als einen Ort der Mahnung im dunklen Kapitel der Geschichte. 7.000 internierte Donauschwaben seien hier am Ende und nach dem Zweiten Weltkrieg durch Titos Partisanen ermordet worden. Nicht weit vom Todeslager Jarek befinde sich als ein Ort des Glaubens und der Hoffnung die Marienwallfahrtsstätte Doroslov. Wallfahrtsorte führten zusammen, stellte Erzbischof Zollitsch fest, damals wie heute. Er empfahl den Gläubigen, an der Hand der Mutter ihren Lebensweg zu gehen, als unserer Fürsprecherin bei Gott. Denn durch Maria erhielten wir Anteil am Heilsplan Gottes, Anteil an der Liebe zu Jesus, ihrem Sohn. Auch P. Wendelin Gruber habe bewusst Maria als Hilfe der Christen, Mutter der Schmerzen, Mutter der Barmherzigkeit angerufen, denn Maria helfe, das Kreuz zu tragen.

"Maria weiß sich mit ihrer Kirche verbunden", so Erzbischof Zollitsch, denn ihre Lebensaufgabe habe mit Papst Franziskus' Worten darin bestanden, "ihren Sohn, getragen aus Liebe zu uns, zu den Menschen zu bringen". Die Botschaft der Marienwallfahrtsorte laute deshalb: "Maria ist nicht nur Christusträgerin sondern auch -bringerin!"

Mit einer Marienandacht am Nachmittag in der St. Anna-Basilika, der Msgr. Andreas Straub vorstand, fand die 58. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben einen feierlichen Abschluss.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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