Altöttinger Liebfrauenbote

"Kontroll-Inspektion" des Altöttinger Gnadenbildes durch Restaurator Reinhard Zehentner

"Alles in bester Ordnung"

Seit dem ersten Wunder 1489 kommen alljährlich viele tausend Pilger zur Gnadenmutter nach Altötting, um Fürbitte einzulegen bei ihrem Sohn, um Hilfe zu erbitten in schwerer Krankheit und Not. Die vielen Votivtafeln im Umgang und Langhaus der Gnadenkapelle zeugen von wunderbaren Heilungen. So ist natürlich den Altöttingern und Pilgern, vor allem aber dem "Hauptverantwortlichen" im Amt des Administrators der Heiligen Kapelle, Prälat Günther Mandl, besonders daran gelegen, dass es auch "unserer Muttergottes gut geht" – einer aus Lindenholz geschnitzten, aus dem Jahr 1320/30 wohl aus dem Rheinischen stammenden Marienfigur mit dem Jesuskind im Arm. Restaurator Reinhard Zehentner hat die Figur nun einer "Kontroll-Inspektion" unterzogen.

Das "Gnadenbild Unserer Lieben Frau" von Altötting.
Das "Gnadenbild Unserer Lieben Frau" von Altötting.
Anhand genauer Aufzeichnungen untersucht Restaurator Reinhard Zehentner das Gnadenbild U. L. Frau von Altötting.
Anhand genauer Aufzeichnungen untersucht Restaurator Reinhard Zehentner das Gnadenbild U. L. Frau von Altötting.
Anhand genauer Aufzeichnungen untersucht Restaurator Reinhard Zehentner das Gnadenbild U. L. Frau von Altötting.
Anhand genauer Aufzeichnungen untersucht Restaurator Reinhard Zehentner das Gnadenbild U. L. Frau von Altötting.

"Die alte Dame ist in die Jahre gekommen", pflegte der ehemalige Administrator Prälat DDr. Robert Bauer, der sich gerne als "Hausmeister Unserer Lieben Frau" bezeichnete, zu sagen. Der Zahn der Zeit in Form von Umwelteinflüssen nagte am hölzernen Marienbild und hinterließ seine Spuren in Form von Rissen und Ausbrüchen der farbigen Fassung. Die Abnützungen im unteren Bereich des Kleides und des Fußes des Gnadenbildes stammen vom traditionellen "Gnadenbildkuss" am Aschermittwoch und den damit einhergehenden Berührungen zahlloser Gläubiger her.

Darum wurde nach der Restaurierung von 2005 verfügt, dass das Gnadenbild am Aschermittwoch nur noch durch Berühren des "Schutzkleides" verehrt werden sollte. Aber auch der Holzwurm tat das Seinige, so dass im Jahr 2004 im Auftrag von Administrator Prälat Alois Furtner, in Absprache mit Diözesanbischof Wilhelm Schraml und nach Genehmigung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalspflege eine größere Untersuchung und Schadensbegutachtung durchgeführt werden konnte – welche im Ergebnis eine dringend notwendige Restaurierung empfahl.

In den Tagen vor dem Aschermittwoch 2005 wurde das Gnadenbild von Diplom-Restauratorin Judith Schekulin durch notwendige Fertigungen der brüchigen Stellen der farbigen Fassung und vorsichtige Farbergänzungen "ausgebessert". Das ist mittlerweile zwölf Jahre her.

Bevor nun am Donnerstagabend, 9. Februar das Gnadenbild, das wegen der einwöchigen jährlichen Kapellreinigung vorübergehend in der Stiftspfarrkirche Herberge fand, abends wieder in die Gnadenkapelle rückübertragen wurde, nutzte Restaurator Reinhard Zehentner die Gelegenheit für eine "Nachkontrolle der Restaurationsarbeiten" am Gnadenbild in der Stiftspfarrkirchen-Sakristei. Mit spezieller Lupe und hellem Scheinwerferlicht ging er ans Werk und untersuchte akribisch die vor zwölf Jahren durchgeführten Restaurationsarbeiten anhand der dokumentarischen Aufzeichnungen.

"Es sieht gut aus – alles in bester Ordnung", freute sich Zehentner und nicht nur Administrator Prälat Günther Mandl, der "seinen Segen" zur Gnadenbild-Untersuchung gab, fiel ein schwerer Stein vom Herzen ob dieser positiven Nachricht. Nach der Ankleidung der Muttergottes und des Jesuskindes mit dem barocken "Gnadenröckl" und dem schwarzen, perlen- und edelsteinbesetzten Skapulier, gab Prälat Mandl der Gottesmutter wieder das Zepter mit dem Ring von Papst Benedikt XVI. in die Hand und setzte dem Marienbildnis mit dem Kind die reich verzierte Krone aufs Haupt. In feierlicher Prozession trug Diakon Thomas Zauner schließlich das Gnadenbild Unserer Lieben Frau zurück in die Heilige Kapelle.

Text: Hildegard Pollety/Roswitha Dorfner, Fotos: Roswitha Dorfner