Altöttinger Liebfrauenbote

Fotoausstellung zum "Ökumenischen Pilgerweg" im Rathaus

"Was ist los in Altötting?"

"Was ist los in Altötting? – Werbung für andere Wallfahrtsorte? Ein ökumenischer Pilgerweg?" Gewohnt launig leitete Erster Bürgermeister Herbert Hofauer die Vernissage am Donnerstagabend, 26. Januar, zur aktuellen Fotoausstellung im Foyer des Rathauses ein. Freilich gab er sogleich Entwarnung: Ein gutes Miteinander von katholischen und evangelischen Christen sei in Altötting eine lange geübte Tradition.

Künstlerin Roswitha Wintermann mit Ehemann Matthias und Claudia Lewien.
Lauschen den Eröffnungsworten von Bürgermeister Herbert Hofauer: Künstlerin Roswitha Wintermann (M.) mit Ehemann Matthias und Claudia Lewien, Vermittlerin der Ausstellung (r.).
Bild vom Wegverlauf.
Bild vom Wegverlauf.

Im "Lutherjahr" 2017 sind einige "ökumenische Veranstaltungen" im Gnadenort geplant – den Auftakt macht nun die Ausstellung zum "Ökumenischen Pilgerweg" mit Fotos von Roswitha Wintermann aus Görlitz. Dort, in der östlichsten Stadt Deutschlands, nimmt der 2003 eröffnete Pilgerweg seinen Anfang. Er endet nach 466 Kilometern in Vacha, an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze – "als Doppelpunkt", wie die Künstlerin erklärt. Denn der von Ost nach West markierte Weg weise in seiner Ferndimension nach Santiago de Compostela. So ist auch die gelbe Muschel auf blauem Grund das Orientierungszeichen des Ökumenischen Pilgerwegs – über alle Grenzen hinweg Symbol der Jakobswege.

Der Ökumenische Pilgerweg orientiert sich am historischen Verlauf der "Via Regia" und knüpft an die Geschichte der Pilger vergangener Jahrhunderte an. Auf der mittelalterlichen Handelsstraße Via Regia zogen nicht nur Könige, Krieger und Händler, auch Pilger folgten ihr. Sie durchreisten das Abendland mit dem Wissen um heilige Ziele und schufen so ein Geflecht von geheiligten Wegen, erklärt der Flyer zum Ökumenischen Pilgerweg.

In alter christlicher Tradition haben sich Menschen am Weg bereit erklärt, Pilger aufzunehmen. Die Herbergen stehen in gut erreichbaren Abständen entlang des gesamten Weges für Pilger ganzjährig offen und bieten einfaches Nachtlager. Seit seiner Eröffnung ist der Ökumenische Pilgerweg zu einem lebendigen Begegnungsraum gewachsen, der von den Weggemeinden mitgestaltet wird. Der Pilgerweg steht allen Menschen offen, gleich aus welcher Herkunft und Grundüberzeugung sie aufbrechen. "Wir wünschen Gottes Segen und Begleitung einem jeden, der sich auf den Weg begibt", so die Organisatoren im genannten Flyer.

Roswitha Wintermann ist inzwischen selbst von einer begeisterten Pilgerin auf dem Ökumenischen Pilgerweg zur Herbergsmutter am Startort geworden. Die Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen an ihrem Frühstückstisch, so erzählt sie auf der Vernissage, seien eine ungeheure Bereicherung für sie und ihre Familie. Dann lädt sie alle Besucher der Ausstellung – initiiert von Claudia Lewien, Mitglied des Kirchenvorstands der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Altötting – herzlich ein, sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild zu machen vom großen Reiz dieses Pilgerwegs quer durch den "wunderschönen Osten" Deutschlands.

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

Die Ausstellung läuft zu den üblichen Rathausöffnungszeiten bis zum 3. März 2017. Nähere Informationen zum Ökumenischen Pilgerweg gibt es im Internet unter der Adresse www.oekumenischerpilgerweg.de.

Hier gelangen Sie zu einer Video-Dokumentation der Ausstellungs-Eröffnung.

Impressionen

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