Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Der Advent in Altötting ist die Zeit des Christkindlmarktes und der Pilgerzüge aus Würzburg, Freiburg und Rottenburg-Stuttgart, die auch heuer wieder den Gnadenort Unserer Lieben Frau aufsuchten. Altbischof Friedhelm Hofmann verriet u.a., was ihn zuversichtlich stimme ...

"Wer bin ich vor Gott?" – 550 Wallfahrer aus der Diözese Würzburg

Nach 9½ Stunden Fahrt mit dem Sonderzug zogen am Freitag, 1. Dezember, spätnachmittags, noch rechtzeitig vor Beginn der Altöttinger Christkindlmarkt-Eröffnung, die 550 Wallfahrer aus der Diözese Würzburg mit ihrem geistlichen Begleiter Pfarrer Thomas Amrehn und dem Organisatoren-Team Thomas Vierheilig (1. Bild, r.) und Wolfgang Fischlein (Würzburger Pilgerbüro) unter den Klängen der Musikkapelle Straßbessenbach, vom Altöttinger Bahnhof über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika. Einbegleitet von den beiden Altöttinger Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl und Kapuzinerpater Norbert Schlenker wurde das Lied "O himmlische Frau Königin ..." zur Ehre Mariens angestimmt. Auch der emeritierte Oberhirte der Diözese Würzburg, Bischof Friedhelm Hofmann (Bilder 6-9), war nach Altötting gekommen, um am 2. Dezember und ersten Adventssonntag, 3. Dezember, zwei Pontifikalgottesdienste in der St. Anna-Basilika zu zelebrieren.

"Wir sind richtige Glückspilze", freute sich Bischof Friedhelm, als er am Samstag die Pilger begrüßte. Angesichts der wunderschön restaurierten St. Anna-Basilika hätten wir eine Vorahnung vom himmlischen Glanz, der uns erwarte und in den uns die Muttergottes vorausgegangen sei. Auch wenn es angesichts der vielen schlechten Nachrichten nicht so scheint, doch: "Die Realität des Himmels ist da", betonte er. Niemand müsse Angst vor der Zukunft haben. "Gott hat sein Auge auf uns geworfen", versicherte Bischof Hofmann. "Als Christen gehen wir unseren Lebensweg anders, von Christus begleitet, keiner steht im Abseits." Maria, unsere Muttergottes, die einfache Frau aus dem Volke, habe ihr Leben ganz auf Gott ausgerichtet: "Dein Wille geschehe!", sagte sie ungeachtet, was andere von ihr dachten. Auch Widerstandskämpfer Friedrich Bonhoeffer habe sich vertrauensvoll in die Hände Gottes begeben und uns folgende Worte aus seinem Gedicht "Wer bin ich?", aufgeschrieben: "...bin ich das wirklich, was andere von mir sagen, oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß! (...) Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich o Gott!" Im Leben zähle nicht die Frage, "wie mich andere sähen oder ich mich selber", betonte Bischof Hofmann, sondern die entscheidende Frage in den adventlichen Tagen sei: "Wer bin ich vor Gott?" Zuversichtlich stimme: Gott blicke auf uns mit Augen der Liebe, so könnten wir unser Leben durchaus in den Griff bekommen. Eine Wallfahrt zur Gnadenmutter nach Altötting stimme stets zuversichtlich, denn dies bedeute für uns: "An der Hand Mariens zu Zeugen und Zeuginnen Seiner Liebe zu werden!"

Bei der anschließenden Jubilarsehrung sind besonders zu erwähnen: das Ehepaar Waltraud und Wolfgang Popp (7. Bild), das am 2. Dezember seine Goldene Hochzeit feiern konnte; für 30-malige Teilnahme wurde Waltraud Büchs und für die 20. Pilgerfahrt u.a. das Ehepaar Christina und Peter Apler geehrt. Auch dem Organisten Josef Adam wurde für seine treuen Dienste gedankt (8. Bild, Bischof und Geehrte). Nach der Teilnahme der Würzburger Diözesanpilger beim abendlichen Adventssingen klang der 2. Dezember mit einer heiter-besinnlichen Adventsfeier im Kultur- und Kongresszentrum aus. Zu einem der Höhepunkte bei der Würzburger Diözesanwallfahrt zählte sicherlich am 1. Adventssonntag das feierliche Rorateamt mit Adventskranzweihe in der St. Anna-Basilika.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

100 + 4 – Wallfahrer aus der Erzdiözese Freiburg

Am 4. Dezember erreichten die Wallfahrer aus der Erzdiözese Freiburg unter der geistlichen Leitung von Dekan Gerold Siegel ihr Pilgerziel. Die beiden Altöttinger Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl und Kapuzinerpater Norbert Schlenker begrüßten sie am Bahnhof und geleiteten sie unter den Klängen der Musikkapelle Altötting über die adventlich mit Lichterketten illuminierte Bahnhofstraße zur St. Magdalenakirche. "Angemeldet seid ihr bei uns mit 100 Pilgern, Euer Pilgerleiter hat mir verraten dass 104 Freiburger teilgenommen haben – habt's ihr noch vier weitere mitgeschmuggelt", stellte Wallfahrtsrektor Mandl schmunzelnd fest und betonte: "Je mehr Teilnehmer, desto größer die Glaubensgemeinschaft." Mandl empfahl die adventlichen Tage zu nutzen, um sich "mehr Zeit zu nehmen für Gott und die Mitmenschen". P. Norbert Schlenker erinnerte an das kommende Br. Konrad-Jubiläumsjahr anlässlich dessen 200. Geburtstags. Er wünschte allen einen gesegneten fünftägigen Aufenthalt, um gute Glaubensimpulse mit nach Hause nehmen zu können.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Treue Pilger – Wallfahrt aus der Erzdiözese Rottenburg-Stuttgart

Etwa 150 Wallfahrer zählte die von 8. bis 10. Dezember am Gnadenort weilende Gruppe aus der Erzdiözese Rottenburg-Stuttgart; sie kamen heuer unter der geistlichen Leitung von Generalvikar Dr. Clemens Stroppel und der geistlichen Mitbegleitung durch Pfarrer Herbert Schmucker, Pfarrer Dr. Horst Walter und Diakon Dieter Lang. Auch wieder mit dabei – und das seit 1977 – war unser treuer Pilger Georg Möhnle (90), der in großer Dankbarkeit einen besonderen Bezug zum Gnadenort pflegt, wie er erzählte. Die Heilung von einer schweren Krankheit schreibt er der Fürsprache Unserer Lieben Frau von Altötting zu. "Schön, dass ihr da seid! Was wäre der Advent ohne unsere treuen Pilgerfreunde aus Rottenburg-Stuttgart", dankten Altöttings Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl und Kapuzinerpater Norbert Schlenker den Pilgern nach der Einbegleitung in die Stiftspfarrkirche am 8. Dezember, dem Festtag Maria Unbefleckte Empfängnis. Im anschließenden Gottesdienst wurde besonders des verstorbenen "Pilgerpfarrers" Eugen Schneider gedacht.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner