Altöttinger Liebfrauenbote

Pilgerleitertagung im Kultur + Kongress Forum Altötting

Ein Jahr für Bruder Konrad

Zum zweiten Mal nach dem Auftakt im vergangenen Jahr versammelten sich am Samstag, 25. November zahlreiche Pilgerleiter auf Einladung der Altöttinger Wallfahrtsführung im Kultur + Kongress Forum des Gnadenortes. Nach Rückblick und Grußworten ging es am Nachmittag im Rahmen eines Workshops in medias res.

Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl stellt den Teilnehmern der Pilgerleitertagung das Wallfahrtsmotto für 2018 vor.
Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl stellt den Teilnehmern der Pilgerleitertagung das Wallfahrtsmotto für 2018 vor.

Aber wehe, wenn ich auf das Ende sehe! Fast fühlte man sich zu Beginn von Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl an Wilhelm Buschs Vorwort zu "Max und Moritz" erinnert. Dann nach einer herzlichen Begrüßung appellierte er mit Verweis auf sein – freilich erst in einigen Jahren – zu erwartendes Ausscheiden aus dem Amt an die zahlreich versammelten Pilgerleiter rechtzeitig selbst für Nachfolger zu sorgen, damit einst "der Übergang nahtlos funktioniert!" Anschließend blickte er auf das zu Ende gehende Wallfahrtsjahr zurück, unter anderem mit einer stimmungsvollen Diashow.

Breiten Raum in Mandls Vortrag nahmen die zwölf Leitlinien der vier großen deutschsprachigen Wallfahrtsorte Altötting, Einsiedeln, Kevelaer und Mariazell ein, die diese bei ihrem Treffen im März dieses Jahres in Altötting für den Erhalt und die Belebung der Wallfahrt aufgestellt hatten. Hier stehen neben einer würdigen Liturgie und Mariologie vor allem Ermutigung und eine positive Willkommenskultur im Mittelpunkt. Letztere leisten in Altötting auch mittlerweile 45 ehrenamtliche Pilgerbetreuer, wie Prälat Mandl betonte.

Bischofskantate und Theaterspiel

Spendenübergabe (v.l.): Br. Georg Greimel, P. Norbert Schlenker, Pfr. Hannes Lorenz, Bernhard Meiler, Dionys Ringlstetter, Prälat Günther Mandl.
Spendenübergabe (v.l.): Br. Georg Greimel, P. Norbert Schlenker, Pfr. Hannes Lorenz, Bernhard Meiler, Dionys Ringlstetter, Prälat Günther Mandl.

Nach einer Aufforderung, bei den Pilgern doch stärker für den Besuch der Altöttinger Museen zu werben sorgte der Wallfahrtsrektor selbst für "Ermutigung" und überreichte den Pilgerführern als kleines Dankeschön jeweils einen von Diözesanbischof Stefan Oster gesegneten und am Gnadenbild berührten Rosenkranz sowie die aktuelle Wallfahrtsmedaille.

Zuvor hatte er mit der Präsentation des Wallfahrtsmottos 2018 das thematische Leitmotiv der Versammlung gesetzt: "Jesu Kreuz – unser Buch!", eine Abwandlung von Br. Konrads eigenem Leitmotiv "Das Kreuz ist mein Buch". Das Motto kommt nicht von ungefähr, schließlich feiern die Kapuziner und mit ihnen die ganze Diözese im kommenden Jahr den 200. Geburtstag des heiligen Altöttinger Klosterpförtners.

Es war danach Pater Norbert Schlenker als stv. Wallfahrtsrektor vorbehalten, im Bericht der Wallfahrtskustodie die geplanten Programmhöhepunkte vorzustellen. Eingeläutet werde das Jubiläumsjahr schon am 1. Advent in einem Hirtenwort von Bischof Oster. Am 27. Januar 2018 markiert dann die Vorstellung des neuen Br.-Konrad-Buchs von Kapuzinerbruder Niklaus Kuster den eigentlichen Beginn des Festjahres, in dem sich (fast) alles um Leben und Wirken Br. Konrads drehen soll. So wird es beispielsweise drei eigene Ausstellungen zum Thema geben, in den Fastenpredigten wird es um die Kreuzesnachfolge im Sinne von Br. Konrad gehen und die Passauer Jugendfußwallfahrt wird einen "Umweg" über Parzham nehmen, den Geburtsort des Heiligen.

Zum Höhepunkt des Jubiläumsjahres, dem Br. Konrad-Fest (21./22. April), wird die St. Konradkirche am Samstag nach umfangreicher Renovierung und Umgestaltung in einer Pontifikalmesse mit Altarweihe durch Bischof Stefan Oster wiedereröffnet. Es folgen Sonntagvormittag eine festliche Orchestermesse in der Basilika St. Anna mit dem Generalminister der Kapuziner aus Rom, Br. Mauro Jöhri sowie abends abschießend ein geistliches Konzert mit der Uraufführung einer von Bischof Oster verfassten und von Alwin Schronen vertonten "Bruder Konrad Kantate".

Am 17. Juni führt die Theatergruppe Halsbach in einer Freilicht-Aufführung vor der St. Anna-Basilika ein "Bruder-Konrad-Spiel" auf und zum Abschluss gibt es am 22. Dezember, dem 200. Geburts- und Tauftag des hl. Br. Konrad eine Fackelwanderung vom Geburtshaus in Parzham zur Taufkirche nach St. Wolfgang mit Gottesdienst und Tauferinnerung.

Workshop und Gottesdienst

Einzug zum Gottesdienst in die St. Magdalenakirche – vorne Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl.
Einzug zum Gottesdienst in die St. Magdalenakirche – vorne Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl.

Nach dem Bericht von P. Norbert erläuterte Br. Georg Greimel dann den Stand der Renovierungsarbeiten in St. Konrad und den Kraftakt, den die Maßnahme den Kapuzinern als Träger der Baulast abverlangt. "Wir Kapuziner stellen ja viel Hardware für die Wallfahrt zur Verfügung" – mit diesen Worten wandte er sich an die Pilgerleiter und warb um Unterstützung in Form von Spenden oder der Übernahme von Patenschaften für die Restaurierung einzelner Objekte.

Br. Georgs Worte blieben nicht unerhört, denn unmittelbar im Anschluss kam Bernhard Meiler, Pilgerführer der Regensburger Fußwallfahrt, aufs Podium und überreichte gemeinsam mit Pfr. Hannes Lorenz (geistlicher Leiter der Regensburger Fußwallfahrt) sehr zur Freude von Br. Georg und P. Norbert einen Scheck über 1.000 Euro als "Sofortmaßnahme" der Regensburger für den Erhalt der "Pilgerkirche" St. Konrad.

Abschließend folgten die Vorstellung des neuen Führungsduos im Altöttinger Marienwerk, Vorsitzender Msgr. Josef Fischer und Geschäftsführer Josef Herrmann, die Grußworte von Bürgermeister Herbert Hofauer sowie der Bericht des Wallfahrts- und Verkehrsbüros durch Leiterin Ulrike Kirnich. Sie betonte die enge Verzahnung von weltlicher und geistlicher Sorge um die Wallfahrer. So beteiligt sich das Verkehrsbüro etwa mit einer eigenen Br. Konrad-Themenführung auch am Jubiläumsjahr 2018.

Nach einer Kaffee- bzw. Brotzeitpause folgte für die versammelten Pilgerleiter noch ein intensiver Workshop mit Pfr. Josef Treutlein, Wallfahrtsseelsorger der Diözese Würzburg, der im Detail auf die Organisation und inhaltliche Gestaltung einer Wallfahrt einging. Ein Gottesdienst in der Kirche St. Magdalena – musikalisch gestaltet durch Kapellchor und -orchester – rundete schließlich die gelungene Pilgerleitertagung 2017 ab.

Text: Wolfgang Terhörst, Fotos: Wolfgang Terhörst 2, Roswitha Dorfner 1