Altöttinger Liebfrauenbote

Altöttinger Gnadenbildkopie aus Kaltenleutgeben/Niederösterreich

"Sprache der Herzen"

Dass Volksfrömmigkeit in der Verehrung der Muttergottes weit über die bayerischen Grenzen hinausreicht, zeigt sich auch über die langjährige religiöse Verbindung zwischen Altötting und dem niederösterreichischen Kaltenleutgeben im Wienerwald.

Feierliche Übertragung des Gnadenbildes.
Feierliche Übertragung des Gnadenbildes.

Es war eine berührende Geste, als Altöttings Diakon Thomas Zauner am 27. Juli nach der Übertragung aus der Stiftspfarrkirche und dem Rosenkranzgebet in der Gnadenkapelle die Muttergottes-Statue aus dem niederösterreichischen Kaltenleutgeben – in himmelblauem Gewand gekleidet und sowohl Maria als auch das Jesuskind im Arm mit einer kunstvoll verzierten Krone geziert – an dem Altöttinger Gnadenbild berührte. Dies war der ausdrückliche Wunsch und "Wallfahrtshöhepunkt" für die eine Woche am Gnadenort Altötting verweilende Pilgergruppe aus der Pfarre Kaltenleutgeben, allen voran Dechant und Pfarrer KR Mag. Herbert Kraus und Pfarrgemeinderat Mag.Theol. Robert Chlada.

Die Verbindung der beiden Gnadenbilder hat einen historischen Hintergrund. Die überlieferte Legende berichte, so Pfr. Kraus, dass um 1700, also vor über 300 Jahren, das Kaltenleutgeber Muttergottesbildnis als Geschenk eines Ordensbruders, wahrscheinlich eines Kapuziners, an dessen schwer erkrankte Verwandte übergeben worden war. Dieser Ordensbruder habe die Marienstatue mit dem Jesuskind nach dem Altöttinger Gnadenbild originalgetreu geschnitzt oder schnitzen lassen und am Originalgnadenbild berühren lassen. Die schwer erkrankte Verwandte sei daraufhin auf wunderbare Weise wiedergenesen. So wurde diese Volksfrömmigkeit "als Sprache der Herzen", wie es Diakon Thomas Zauner bezeichnete, nach 300 Jahren länderübergreifend erneuert, in der erneuten Berührung der beiden Gnadenbilder. Als sichtbares Zeichen dieser bayerisch-österreichischen Marienverehrung wurde eine Abbildung eines silbernen, flammenden Herzens gesegnet und an das Gewand der Kaltenleutgeber Marienfigur angeheftet.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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