Altöttinger Liebfrauenbote

9. Bauernwallfahrt nach Altötting

Eine Arche für die Schöpfung bauen

Unter dem Motto "Damit alle Menschen satt werden" fand am 5. Fastensonntag, 2. April, bei herrlichem Frühlingswetter die 9. Bauernwallfahrt nach Altötting statt. Über 1.000 Landwirte und "Förderer des Bauernstands" waren in die St. Anna-Basilika gekommen, um mit Pfarrer Michael Witti (Pfarrverband Feichten) Gottesdienst zu feiern.

Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl erteilt einem jungen Pilger und dessen Hasen den Segen; rechts Pfr. Michael Witti.
Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl erteilt einem jungen Pilger und dessen Hasen den Segen; rechts Pfr. Michael Witti.

"Es gibt nix Guads, außer man duads ..." sang der Astener Singkreis treffend beim Gottesdienst. Die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Edith Lirsch aus Triftern foderte in ihrer Begrüßung, nicht die Sorge um das eigene Wohl, die eigene Existenz, Haus, Hof, Familie sollte den Menschen ein oberstes Anliegen sein – sondern der Blick solle über das eigene Arbeits- und Lebensumfeld hinausreichen, solidarisch auf die Weltwirtschaft gerichtet mit dem Ziel, dass alle Menschen gut leben könnten.

Auch für Pfarrer Michael Witti ist dieses Thema "erschreckend aktuell", angesichts der Tatsache, "dass 60 Millionen Menschen vom Hunger bedroht sind" und uns somit die größte humanitäre Katastrophe der Nachkriegszeit bevorstehe. "Wir sitzen alle in einem Boot, manche buchstäblich 'auf dem Trockenen'", mahnte Pfarrer Witti mit Blick auf die Arche Noahs (Buch Genesis), wo alle Platz hätten. "Wir alle können im Namen Gottes die Welt verändern", betonte Witti, "in unserem eigenen, privaten wie beruflichen Umfeld, wie Noah eine Arche für die Schöpfung bauen!"

"... So oft wird vergessn, wia wichtig es ist, dass Du liaba Herrgott für uns da bist ..."

Pfr. Michael Witti bei der Eucharistiefeier in der Basilika.
Pfr. Michael Witti bei der Eucharistiefeier in der Basilika.

Nachdem die Blasmusik im Anschluss an den Gottesdienst alle Wallfahrtsteilnehmer, zuförderst die Landwirte mit ihren Tieren, in feierlicher Prozession vom Basilika-Vorplatz zum Kapellplatz heraufgespielt hatte, appellierte Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor, Prälat Günther Mandl an das Verantwortungsbewusstsein gerade als Christen gegenüber Gottes Schöpfung: "Luft, Wasser, Erde, Pflanzen, Tiere und Menschen, alles was Gott geschaffen hat, gilt es zu achten, zu ehren und zu bewahren".

Zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Hans-Ulrich Thoma segnete Prälat Mandl abschließend nicht nur die vielen Menschen auf dem Kapellplatz, sondern natürlich die mitgebrachten Kräuter und Tiere – darunter Kälber, Schafe, Zwerghahn/-hühner, Kaninchen, Hunde, heuer mit dabei auch zwei Alpakas – und besprengte diese mit Weihwasser.

Währenddessen trug Miriam Obermaier in bayrischer Mundart ein treffendes Gedicht vor, das uns vor Augen führt, nicht nur zu bitten, sondern auch das Danken nicht zu verlernen, u.a. hieß es da: "... So oft wird vergessn, wia wichtig es ist, dass Du liaba Herrgott für uns da bist. Mia nehman so vui als selbstverständlich an, dass Du uns des schenkst, denkt oft keiner dran ... Mia haben nur verlernt des Guade zum sehn, und a amoi a Schrittl zruck zu gehn. Mia ham verlernt zum dankbar sein, mia ham verlernt, uns über de kloanan Sachan zu gfrein ..."

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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