Altöttinger Liebfrauenbote

Vierte Altöttinger Fastenpredigt mit P. Michael Staberl, Wallfahrtsrektor von Mariazell

"Wer Maria verehrt, muss mit dem Heiligen Geist rechnen"

Pfingsten ist zwar noch weit weg, aber dennoch stand das Fest des Heiligen Geistes im Mittelpunkt der vierten und letzten Altöttinger Fastenpredigt, gehalten am Donnerstag, 30. März von Pater Dr. Michael Staberl OS, Superior und Wallfahrtsrektor Mariazell.

Fastenprediger P. Michael Staberl.
Fastenprediger P. Michael Staberl (l.), liturgischer Dienst sowie die Mitzelebranten (v.l.) P. Norbert Schlenker, Prälat Günther Mandl und Pfarrvikar Deva Gudipalli in St. Josef, Altötting-Süd.

Den Gottesdienst in der "Jubiläumskirche" St. Josef zelebrierten gemeinsam mit P. Michael der Altöttinger Wallfahrtsrektor und Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, der stv. Wallfahrtsrektor, Guardian P. Norbert Schlenker, und der Pfarrer von St. Josef, Deva Gudipalli. Das Gesangsensemble der Max-Keller-Berufsfachschule für Musik mit seinem Leiter Anselm Ebner an der Orgel sorgte mit A-capella-Gesang für eine stimmungsvolle musikalische Umrahmung.

In seiner Predigt knüpfte der Wallfahrtsrektor von Mariazell an die vorangegangene Fastenpredigt an, in der Prälat Mandl erläuterte, dass Maria unter dem Kreuz zur Mutter der Kirche geworden sei. Über Tod und Auferstehung kämen wir zum Vorabend des Pfingsttags, an dem Maria und die Jünger im Abendmahlssaal versammelt seien. Die Gemeinschaft damals sei innerlich zerrissen gewesen zwischen dem Ereignis der Auferstehung einerseits und einer gewissen Mut- und Trostlosigkeit anderseits, veranschaulichte P. Michael. "Es waren noch kein Schwung und keine Begeisterung zu spüren." Für ihn ein Sinnbild der Kirche heute: Es gebe viel Glaubenswissen, viele schöne Kirchen, viele engagierte Menschen – und dennoch fehle etwas der Schwung: "Viele scheinen auf einen Neuanfang zu hoffen."

Was tun? Am Vorabend von Pfingsten verharrten Maria und die Jünger einmütig im Gebet, berichtet die Heilige Schrift. Sie blieben offen für das Wirken des Heiligen Geistes in all ihrer eigenen Verunsicherung, so P. Michael. Papst em. Benedikt XVI. habe es bei seinem Besuch in Altötting klar formuliert: Ohne Maria kein Pfingsten! Erst das Gebet um den Heiligen Geist, die Offenheit und Bereitschaft zum Empfang seien die Voraussetzungen für ein geisterfülltes Handeln – auch wenn das Kommen des Heiligen Geistes ein Geschenk Gottes selbst sei.

"Maria traute dem Heiligen Geist alles zu – das sollen auch wir so machen, mutig!"

"Unsere Marienwallfahrtsorte sind immer auch pfingstliche Orte", spannte der Fastenprediger den Bogen weiter, "von denen die Gläubigen gestärkt im Geiste, im wahrsten Sinne be-geistert wieder fortgehen." Maria stehe als Beterin, als Lehrerin immer an unserer Seite – als eine, auf die der Heilige Geist ausgegossen wurde. Mit ihrem Gebet damals habe sie die Geburt der Kirche erst ermöglicht. Und heute, in unserer verzagten Zeit "brauchen wir ganz dringend den Geist der Aussaat und Ernte." Wir seien aufgerufen Geist erfüllte Menschen zu werden, folgerte P. Michael. Es gehe heute um eine missionarische Kirche mit wachen Christen, die bereit seien die Gesellschaft zu verändern: "Maria traute dem Heiligen Geist alles zu – das sollen auch wir so machen, mutig!" Zum Schluss appellierte der österreichische Benediktinerpater an die versammelten Gläubigen: "Wer Maria verehrt, muss mit dem Heiligen Geist rechnen!"

Als Dank, dass er die lange Anreise auf sich genommen hatte, schenkte ihm Prälat Mandl eine kunstvoll verzierte große Kerze mit dem Abbild der Gnadenmutter von Altötting für die Wallfahrtsbasilika in Mariazell.

Text und Foto: Wolfgang Terhörst