Altöttinger Liebfrauenbote

Dritte Altöttinger Fastenpredigt mit Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl

Maria: "Einfühlsame Mutter"

"Mit Maria zu Jesus" heißt es heuer in der Reihe der Altöttinger Fastenpredigten. Nachdem zuletzt der Wallfahrtsrektor von Kevelaer, Domkapitular Rolf Lohmann, erklärt hatte, wie Gläubige zu Jesu "wahren Verwandten" werden können, stellte in der dritten Fastenpredigt am 23. März in der Stiftspfarrkirche der Altöttinger Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl die Gottesmutter Maria als "Mutter der Kirche" vor; in sehr persönlichen Worten schilderte er, wieso "Sorgenkinder" ganz besonders wertvoll sein können.

Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl und sein Stellvertreter P. Norbert Schlenker.
Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl (l.) und sein Stellvertreter P. Norbert Schlenker.

Das Evangelium über die "Hinrichtung Jesu" (Joh 19, 16ff) ist nun wahrlich keine angenehme Lektüre, dennoch ist die Stelle über die Prälat Mandl predigte (Joh 19, 25-30) ebenso "rührend" wie bedeutungsvoll und hoffnungsgebend: "Siehe, deine Mutter!", zitierte der Prediger Jesu Worte an seinen "Lieblingsjünger" Johannes, bevor die Gottesmutter Maria sich des Jüngers annahm. So sei Maria in eben jener "dramatischen Szene" zur "Mutter der Kirche und zur Mutter jedes einzelnen Christen" geworden, erklärte Prälat Mandl. Und ebenso wie jede "natürliche Mutter" mit ihrem "Kennerblick" sofort erkenne "wo der Schuh drückt", so sei auch die "himmlische Mutter" "die einfühlsamste aller Mütter", die beste "Ratgeberin" und "unsere Fürsprecherin" beim Herrn.

Maria sei nicht "das Ziel unserer Pilgerschaft, sondern Wegweiserin zum Herrn", stellte Prälat Mandl klar. Und doch biete sie all dies, was Menschen mit einer Mutter verbinden: Geborgenheit, Anteilnahme, Ermutigung, Trost und ein Zuhause. "Wo Maria ist, da sind wir wirklich spirituell zuhause", erklärte der Wallfahrtsrektor in Anlehnung an ein Wort von Vater Benedikt XVI. bei seinem Altötting-Besuch 2006. "Marienwallfahrtsorte sind Heimstätten für alle Gläubigen der Welt", zeigte sich Prälat Mandl überzeugt und ergänzte: Den Gnadenort Altötting habe sich Maria selbst erwählt und Jesus habe "ihr die Erlaubnis gegeben, hier besonders da zu sein für die Menschen". Letztlich gebe es kein Problem auf der Welt, für das es keine Lösung gebe und Maria kenne diese Lösung, versicherte der Prediger. Sie sei nicht nur Ratgeberin, sondern "Türöffnerin zum Herzen des Herrn".

Dass die Gottesmutter ihren Blick gerade auf "sogenannte Sorgenkinder" richte, schilderte Prälat Mandl anhand einer sehr persönlichen Geschichte: das letzte der insgesamt zehn Geschwister in seiner Familie sei mit dem "Down-Syndrom" zur Welt gekommen. Seine Mutter habe damals gesagt: "Dieses Kind hat uns der Herr geschickt, weil Er uns durch es ganz nah sein wollte." Jesus sei immer bei den Geringsten, erklärte Prälat Mandl u.a. mit Verweis auf das Magnificat (Lk 1,46-55). Für seine Mutter erst recht ein Grund, sich um "ihr Sorgenkind" ganz besonders zu kümmern, wie Mandl erzählte. An die Gottesdienstbesucher gewandt fragte er: "Sind wir nicht alle Sorgenkinder der Gottesmutter Maria? Sind wir nicht alle ein bisschen schwach?" Am Ende seiner Predigt betete er: "Danke Maria, dass wir Deine Kinder sind, die Du hinführst zum Herrn, den Erlöser der Welt. Amen."

Text und Foto: Michael Glaß