Altöttinger Liebfrauenbote

Pontifikalvesper mit Bischof Stefan Oster

Heimfinden zum Vater

Am Nachmittag des 11. September hat Bischof Stefan Oster eine von der Schola Autengensis unter der Leitung von Kapellmeister Max Brunner feierlich gestaltete Marienvesper in der Stiftspfarrkirche zelebriert. Bischof Oster betonte in seiner Predigt die Bedeutung gelebten Glaubens und berichtete, dass der Wallfahrtsort Altötting nicht nur Vater Benedikt XVI., sondern auch Papst Franziskus sehr am Herzen liege.

Einzug in die Stiftspfarrkirche.
Einzug in die Stiftspfarrkirche.

Bischof Oster war gerade erst von einer Wallfahrt nach Rom zurückgekommen und hatte dabei die Gelegenheit, gleich zwei Päpsten zu begegnen, wie er den zahlreichen Besuchern der Pontifikalvesper erzählte. Dass Benedikt XVI. den Wallfahrtsort Altötting als seine "menschliche, seelische, geistliche Heimat" betrachtet, ist ja nicht erst seit dem neu erschienenen Interview-Buch bekannt. Immer wieder bestätigte dies Vater Benedikt XVI. selbst, auch Kurienerzbischof Georg Gänswein ging darauf u.a. im Altöttinger Rathaus ein. Dass aber auch Papst Franziskus Altötting schätzt, ist neu. Bischof Oster berichtete von einer kurzen Zusammenkunft mit dem Papst nach einer Generalaudienz am 7. September: "Betet für mich bei der Muttergottes von Altötting", habe ihm Franziskus mit auf den Weg gegeben.

Blick auf "die größere Wirklichkeit"

Bischof Stefan Oster blickt andächtig auf eine Marienstatue in der Stiftspfarrkirche.
Bischof Stefan Oster blickt andächtig auf eine Marienstatue in der Stiftspfarrkirche.

Diese Bekanntheit ist natürlich eine große Ehre, aber natürlich auch eine große "Versuchung", wie Bischof Oster in seiner Predigt warnte: "Auch ich bin richtig stolz, dass Benedikt XVI. aus dem Bistum stammt, dem ich vorstehen darf", gestand er. Auch er freue sich über das Gedenken an den Papstbesuch vor zehn Jahren und über die frisch gesegnete Papst Benedikt XVI.-Statue. Doch es bestehe die Gefahr, "dass wir dabei stehen bleiben" und "dass wir uns alle nur noch über uns selbst freuen". Benedikt XVI. habe jedoch auch bei seinem Altötting-Besuch vor allem darauf hinweisen wollen, "dass es einen Gott gibt, der Mensch geworden ist und den wir verherrlichen sollen und dürfen". Schon das Alte Testament berichte, dass Gott den Bund mit den Menschen suchte. Weil Menschen jedoch "das Angesicht Gottes nicht ertrugen", sei Jesus Christus Mensch geworden und habe so "für uns die Tür zum Vater geöffnet". Jesus sei Mensch geworden, um "uns alle zu versöhnen" und "damit wir alle heimfinden zum Vater". An eben diesen Blick auf "die größere Wirklichkeit" wolle uns Benedikt XVI. erinnern, betonte Bischof Oster.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner