Altöttinger Liebfrauenbote

Fotoausstellung "Papstbesuch" im "Haus Papst Benedikt XVI." eröffnet

Hintersinnig und mit Liebe zum Detail

"Sehr viel Liebe zum Detail" hat Bischof Stefan Oster dem Fotokünstler Rudolf Klaffenböck attestiert, als er am Nachmittag des 11. September die Fotoausstellung "Papstbesuch" im "Haus Papst Benedikt XVI. - Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum" eröffnete. Noch bis zum 31. Oktober können Besucher 38 analoge Schwarz-Weiß-Bilder des Passauer Schriftstellers und Künstlers sehen, die den Besuch von Papst em. Benedikt XVI. vor zehn Jahren sowie die Vorbereitungen auf das Ereignis unter einem besonderen Blickwinkel betrachten.

Fotokünstler Rudolf Klaffenböck mit Kurienerzbischof Georg Gänswein.
Fotokünstler Rudolf Klaffenböck (l.) mit Kurienerzbischof Georg Gänswein vor dem Plakat zur Ausstellung mit dem Foto von Benedikt XVI wie es auch auf dem Titel des Katalogs zu sehen ist.

Natürlich ist auf den Bildern auch Papst Benedikt XVI. selbst zu sehen – zum Beispiel als er am 11. September 2006 nach der Ankunft mit dem Hubschrauber auf dem Altöttinger Sportplatz selig lächelnd zum Fotografen, bzw. zum Betrachter emporzublicken scheint. Das Foto, das auch den Titel des rund 40-seitigen Katalogs zur Ausstellung ziert, ist sicherlich eines der eindrucksvollsten.

Doch es ist eben nicht die Hauptperson des Ereignisses, die Klaffenböck in den Vordergrund rückt. Msgr. Bernhard Kirchgessner, der der Künstlerseelsorge der Diözese Passau vorsteht und die Ausstellung gemeinsam mit dem "Haus Papst Benedikt XVI." initiiert hatte, drückte es so aus: "Klaffenböck nimmt mit Adleraugen wahr, was außerhalb des Herkömmlichen liegt. Er dokumentiert das Außergewöhnliche des Ereignisses." Dazu zählten vor allem auch "die Randerscheinungen, ohne die das Ereignis gar nicht möglich gewesen wäre", etwa probende Ministranten, lachende Nonnen oder die "Letzte Versorgungsstelle für den Papst-Besuch", wo Pilger noch schnell "Papst-Proviant-Pakete" für den langen Tag kaufen konnten.

"Vom Größten nicht eingeschränkt, im Kleinsten enthalten sein, ist das Göttliche"

Bischof Oster begrüßt Künstler Klaffenböck.
Bischof Oster begrüßt Künstler Klaffenböck.

Als "tiefsinnig, hintersinnig und detailverliebt" würdigten sowohl Msgr. Kirchgessner als auch Bischof Oster die Fotografien. Auch Heimatverbundenheit und Nähe zu jenen Menschen, die am Rande des Geschehens sind, lasse sich aus den Fotografien herauslesen, stellte Bischof Oster in seinem Grußwort fest. Als Beispiel für Klaffenböcks Tiefsinn beschrieb er u.a. ein Bild, auf dem ein großes Werbebanner für den Papstbesuch direkt neben einer großen Stromleitung zu sehen ist, darüber die Wolken. Hier seien ihm der "Gedanke an die Kraft des Himmels" und die "Frage, woher die Welt ihre Energie bekommt" in den Sinn gekommen, erzählte Bischof Oster und stellte fest, dass der Künstler die Mehrdeutigkeit von Bildern "sehr gut eingefangen" habe.

Klaffenböcks Bilder seien "im besten Sinne des Wortes vieldeutig ohne beliebig zu sein", urteilte er und würdigte vor allem Klaffenböcks Sinn für die Details. Gott sei Mensch geworden und habe dabei auch "das Geringste durchdrungen und geheiligt", erklärte Bischof Oster und zitierte eine Inschrift auf dem Grab des hl. Ignatius von Loyola: "Vom Größten nicht eingeschränkt, im Kleinsten enthalten sein, ist das Göttliche."

Durch die Beine fotografiert

Msgr. Bernhard Kirchgessner führt durch die Ausstellung.
Msgr. Bernhard Kirchgessner führt durch die Ausstellung.

Eigentlich wurde die Ausstellung gleich zweimal eröffnet. Nach Bischof Stefan Oster sprach auch noch Kurienerzbischof Georg Gänswein ein paar Grußworte und wiederholte außerdem mit einem verschmitzten Lächeln Bischof Osters Satz: "Hiermit ist die Ausstellung eröffnet." Erzbischof Gänswein räumte jedoch ein, dass ihm der Passauer Künstler bislang nicht bekannt gewesen sei. Auch die Fotografien kenne er noch nicht, doch er versprach: "Ich werde Benedikt XVI. berichten, wie die Bilder bei mir angekommen sind."

Der Künstler selbst sprach während der Eröffnung nur sehr kurz, führte anschließend aber die vielen Besucher durch die Ausstellung im Foyer und im ersten Stock des "Hauses Papst Benedikt XVI.". In einer kleinen Anekdote berichtete er, wie er den "sehr anstrengenden und ereignisreichen Tag" des Papstbesuchs unter anderem erlebt hatte. Die Fotografen seien an jenem Tag in Pools eingeteilt und zu ca. 20 Leuten hinter Absperrgittern "eingepfercht" worden. Als der Papst aufgetaucht sei, seien einige Kollegen auf das Gitter gesprungen und hätten anderen die Sicht versperrt, erzählte Klaffenböck. "Ich ging einfach in die Hocke und fotografierte durch die Beine des Kollegen - und der hat's noch nicht einmal gemerkt." Auch so können natürlich ganz besondere Blickwinkel entstehen.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Hinweis: Zu sehen sind die Bilder zu den Öffnungszeiten des "Hauses Papst Benedikt XVI. - Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum" von Dienstag bis Sonntag, von 10-16 Uhr.

Impressionen

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