Altöttinger Liebfrauenbote

Papst Benedikt XVI.-Statue am Kapellplatz gesegnet – Pontifikalgottesdienst mit Kurienerzbischof Gänswein anlässlich "10 Jahre Papstbesuch"

Zurück zu Gott finden

Neben Papst Johannes Paul II. blickt nun Benedikt XVI. über den Kapellplatz – als Bronzebüste, angebracht an der Westwand des Kongregationssaals. Der Segnung der Statue vorangegangen war ein Pontifikalgottesdienst mit Kurienerzbischof Georg Gänswein, Bischof Stefan Oster, Altbischof Wilhelm Schraml und vielen weiteren Geistlichen in der St. Anna-Basilika. Dieser war Höhepunkt der Feierlichkeiten zum Jubiläum des Papstbesuchs am 11. September vor zehn Jahren in Altötting.

Eucharistiefeier mit Kurienerzbischof Georg Gänswein, Bischof Stefan Oster und Bischof em. Wilhelm Schraml.
Eucharistiefeier mit Kurienerzbischof Georg Gänswein, l. Bischof Stefan Oster und r. Bischof em. Wilhelm Schraml.

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes war in der Basilika St. Anna kein Sitzplatz mehr frei. Rund 2000 Gläubige feierten schließlich mit. Kapellchor und -orchester unter der Leitung von Max Brunner trugen mit der Aufführung von Joseph Haydns Mariazeller Messe wesentlich dazu bei, dass dieser Gottesdienst zu einem erhebenden Ereignis wurde. Unter den Akteuren im Altarraum war noch ein weiteres bekanntes Gesicht: Lufthansapilot Martin Ott, der den Papst zwei Mal von Deutschland aus gen Rom geflogen hatte, trug eine Lesung vor.

Erzbischof Georg Gänswein überbrachte zu Beginn die Gruß- und Segenswünsche von Papst emeritus Benedikt XVI. Er versicherte, dass dieser nur zu gern dabei gewesen wäre. Er habe ihm aber auch "den Befehl erteilt", nur am Anfang kurz auf ihn einzugehen. Es gehe schließlich darum, Christus Raum zu geben. "Stellen wir den Herrn in die Mitte und lassen wir ihn zum Mittelpunkt unseres Lebens werden", forderte Gänswein die Kirchenbesucher auf.

"Stellen wir den Herrn in die Mitte"

Erzbischof Gänswein und andere vor der gerade geweihten Statue.
Vor der gerade geweihten Statue stehen (v.l.) Kapuzinerpater Br. Georg Greimel, Präses der Marianischen Männerkongregation, Joseph Michael Neustifter, Gestalter der Statue, Bischof em. Wilhelm Schraml, Kurienerzbischof Georg Gänswein, Passaus Bischof Stefan Oster, Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl und Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer.

In seiner Predigt übersetzte er das Gleichnis vom verlorenen Sohn für die heutige Zeit. Auch heute würden viele Menschen alle Bindungen hinter sich lassen und ausbrechen aus der Enge des Vertrauten. Und indem sie die vermeintliche Freiheit suchen, entfernten sie sich immer weiter vom Vater. Doch das Leben in Saus und Braus endet für den verlorenen Sohn in der völligen Pleite. "Er ist dann eben gerade nicht mehr sein eigener Herr", so Gänswein. Er sei im Gegenteil abhängig: von der eigenen Gier, von seiner Lust, vom Lob anderer, vom Erfolg, vom Wunsch, immer und überall dabei zu sein. "Die Abhängigkeit kommt schleichend, aber sie kommt", so der Erzbischof. Für ihn steht fest: "Je weiter wir uns von Gott entfernen, desto unfreier werden wir." Das gelte erst Recht in unserer heutigen vermeintlich freien Gesellschaft.

Der verlorene Sohn freilich kommt zur Besinnung. Er geht in sich und erkennt, dass er auf dem falschen Weg ist. "Das ist Buße, das ist Umkehr, das ist ein schwerer Weg, aber immer ein Weg in die Freude", so Gänswein. Und diese Freude mit dem Vater habe eine ganz andere Qualität. "Er war tot, jetzt lebt er wieder!" Auch heute sei es so: Jedes Mal, wenn ein verlorener Sohn, eine verlorene Tochter heimkehre, gebe es im Himmel ein Fest. "Wir freuen uns über jeden, der nach einem Absturz seinen Weg zurück zu Gott findet."

Text: Wolfgang Krinninger, Fotos: Roswitha Dorfner

Hier gelangen Sie zu einer Video-Dokumentation von der Segnung der Papststatue auf YouTube.

Papst Benedikt XVI.-Denkmal gesegnet

Blick auf die Statue von Papst Benedikt XVI., die nun den Kongregationssaal am Kapellplatz ziert.
Blick auf die Statue von Papst Benedikt XVI., die nun den Kongregationssaal am Kapellplatz ziert.

Enthüllt wurde die Papst Benedikt XVI.-Statue, die der Eggenfeldener Künstler Joseph Michael Neustifter entworfen und die Kunstgießerei Otto Strehle gegossen hat, von Bürgermeister Herbert Hofauer und Künstler Neustifter selbst. Hofauer verdeutlichte, dass damit für ihn ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen sei. Sein Dank galt allen Sponsoren, wobei er besonders Altbischof Wilhelm Schraml dankte, der eine große Summe zu den Gesamtkosten von rund 190.000 beigesteuert habe. Weitere Großsponsoren seien Bischof Stefan Oster, das Bistum Passau und die VR-Bank gewesen. Hofauers große Hoffnung ist, dass dieses Denkmal für alle Zukunft die tiefe Dankbarkeit der Gläubigen und die hohe Wertschätzung Benedikts für Unsere Liebe Frau von Altötting verkörpern werde. Bei seinem Segensgebet forderte Georg Gänswein die Gläubigen auf, mit dem emeritierten Papst immer im Gebet und Dankbarkeit verbunden zu bleiben.

Neustifter schuf das Werk in rund 2.000 Stunden, die Bronzefigur selbst misst 2,30 Meter. Auf dem Sockel befinden sich das päpstliche Wappen und der Bischofsspruch "Cooperatores veritatis" (Mitarbeiter der Wahrheit). Darunter ist das Motto des Bayernbesuchs "Wer glaubt, ist nie allein" zu lesen, zudem das Benedikt-Zitat: "Es gibt nichts Schöneres als von Gott gefunden zu werden."

Text: Wolfgang Krinninger, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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