Altöttinger Liebfrauenbote

Marianische Männerkongregation Reischach feierte 250-jähriges Jubiläum

Ein großes Fest des Glaubens

Ein eindrucksvolles Glaubensbekenntnis war die Feier zum 250. Jubiläum der Marianischen Männerkongregation (MC) Reischach (Lkr. Altötting) am 4. September. Somit ist diese Glaubensgemeinschaft mit Abstand die älteste Vereinigung im weiten Umkreis. Vorstand Konrad Sigrüner-Kasböck konnte dazu 24 MC-Ortsverbände aus Ober- und Niederbayern sowie 22 Ortsvereine begrüßen. Den feierlichen Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin zelebrierte der Altöttinger MC-Präses Kapuzinerpater Br. Georg Greimel.

Festgottesdienst in der Pfarrkirche "St. Martin".
Festgottesdienst in der Pfarrkirche "St. Martin" (v.l.): Pfr. Bernhard Saliter, Ortspräses Pfr. Ludwig Samereier, Generalpräses Br. Georg Greimel und Pfr. i.R. Heribert Unterhuber am Altar.

Mit Br. Georg standen der Reischacher Ortspräses, Bischöflich Geistlichen Rat Ludwig Samereier, der ehemalige Reischacher Pfarrer Heribert Unterhuber, sowie der in Reischach geborene Pfarrer von Arnstorf, Bernhard Saliter, als weitere Zelebranten am Altar. Die Schirmherrschaft hatte Stefan Burghart übernommen – er ist Präfekt der MC Altötting, zu der neben insgesamt 215 Ortsgruppen in den Diözesen Passau, Regensburg und München-Freising auch der MC-Ortsverband Reischach gehört.

Ein langer Zug mit den insgesamt 46 Vereinen zog unter den Klängen der Reischacher Musikkapelle zur Pfarrkirche, wo Ortspräses Pfarrer Ludwig Samereier alle Vereine, Verbände und Ehrengäste begrüßte. Zu den Klängen der Blaskapelle sangen die Festbesucher in der voll besetzten Kirche die Lieder der "Haydn-Messe". Mit einigen besinnlichen Liedern trug auch der "Untererlbacher Zweig'sang" zur Messgestaltung bei.

In seiner Festpredigt nannte Br. Georg die MC-Sodalen "Männer des Glaubens und Männer der Kirche, die insbesondere die Gottesmutter verehren". Sie ließen sich auf das ein, was die Kirche anbietet, sie vermeideten nicht das Schwierige und suchten sich nicht nur das Angenehme heraus. Die MC sei eine Laiengemeinschaft mit einem geistlichen Anspruch. Darum gälten für die Sodalen auch die Ansprüche Jesu.

"Jesus kennt die Sehnsucht junger Menschen frei zu sein, meint jedoch nicht eine Freiheit ohne Grenzen"

Ein langer Festzug, voran die Fahnen des Festvereins, der Marianischen Männerkongregation Reischach, bewegte sich durch die Straßen von Reischach.
Ein langer Festzug, voran die Fahnen des Festvereins, der Marianischen Männerkongregation Reischach, bewegte sich durch die Straßen von Reischach.

In Bezug auf das Tagesevangelium prangerte Br. Georg den allgemeinen Gigantismus sowie die vielen Kriege auf der Welt an. Eingehend ging der Prediger auf die Rolle der Familie ein: im Gegensatz zu früher sei vieles liberaler geworden, es werde mehr geredet und nicht mehr so viel diktiert. Die Meinung von Kindern und Jugendlichen werde ernst genommen. Auch Jesus habe gewusst: Für das Erwachsenwerden ist es wichtig, dass sich junge Menschen von ihrer Familie "abnabeln", unabhängig und selbstbewusst werden können. "Jesus kennt die Sehnsucht junger Menschen frei zu sein, meint jedoch nicht eine Freiheit ohne Grenzen", betonte Br. Georg. Jesus fordere Respekt. "Was er für den Menschen wünscht, ist die innere Freiheit von allen Dingen und Menschen. Diese Freiheit hat eine Perspektive, ein Ziel für die Ewigkeit. Es ist die von innen heraus bejahte neue Verbindlichkeit. Es ist die Bindung an Jesus Christus."

Abschließend forderte Br. Georg die Sodalen auf, sich nicht aufzureiben in Streitigkeiten und Konflikten um unnütze Dinge. Der gemeinsame Blick müsse sich stets auf Jesus richten, denn sein Programm habe andere, bessere Schwerpunkte. Außerdem forderte er dazu auf, das Familiengebet zu pflegen. Hierbei seien die Eltern und Großeltern gefordert, "denn nur mit dem Beten bleibt der Glaube am Leben". Wenn dies gelinge, sei dies ein Grundstock für die nächsten 250 Jahre der MC.

Beim anschließenden Festakt in der neuen Reischacher Stockschützenhalle hieß Ortsobmann und Festleiter Konrad Sigrüner-Kasböck alle Anwesenden herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt den Bundestags- und Landtagsabgeordneten Stephan Mayer und Dr. Martin Huber, dem stellvertretenden Landrat Konrad Heuwieser, 2. Bürgermeister Hubert Kleinillenberger sowie Ortsheimatpfleger Alois Stockner. Neben der Geistlichkeit begrüßte er aus den Reihen der MC den Schirmherrn Stefan Burghart, Sekretär Michael Reiser sowie den ehemaligen Präfekten Maximilian Posch. Seinen Dank richtete er auch an den Festausschuss, der u.a. eine umfangreiche Festschrift entworfen hatte.

"Mit 250 Jahren ist man nicht alt, sondern erfahren"

Zum Dank für seine Bemühungen um das Jubiläum überreicht Ortspräses Pfarrer Ludwig Samereier an Ortsobmann und Festleiter Konrad Sigrüner-Kasböck ein wertvolles Bronzekreuz.
Zum Dank für seine Bemühungen um das Jubiläum überreicht Ortspräses Pfarrer Ludwig Samereier (links) an Ortsobmann und Festleiter Konrad Sigrüner-Kasböck ein wertvolles Bronzekreuz.

Schirmherr Stefan Burghart erinnerte in seiner Festrede an das Jahr 1599, als sich die ersten Männer versammelt hatten, um eine Glaubenskongregation zu gründen. In Reischach geschah dies nachweislich im Jahr 1766, also vor 250 Jahren. Diese Ortsgruppe ist mit 230 Mitgliedern die größte im Betreuungsgebiet der Altöttinger MC. Gerade in Bayern sei die Marienverehrung von großer Bedeutung, betonte Burghart. Aufgabe der Sodalen sei es, ein lebendiger Teil der Kirche zu sein. Auch heute noch sollen gemeinsame Konvente, Ausflüge und Gebetstreffen die Gemeinschaft und den Glauben stärken. Als vorbildlichen Sodalen würdigte der Schirmherr u.a. den seligen Franz Jägerstetter. Außerdem nannte er den hl. Bruder Konrad, P. Rupert Mayer, wie auch Papst emeritus Benedikt XVI. In Bezug auf das Alter der Kongregation meinte Burghart: "Mit 250 Jahren ist man nicht alt, sondern erfahren."

Br. Georg erinnerte daran, dass die Reischacher Kongregation durch den damaligen Pfarrer Heribert Unterhuber wieder aktiviert wurde und dessen Nachfolger, Pfarrer Ludwig Samereier diesen Erfolg weitergeführt hatte. Er überraschte die Festbesucher, als er auf der Klarinette ein Stück mit der Blaskapelle spielte.

Ortspräses Pfarrer Ludwig Samereier nannte sich selbst einen überzeugten Sodalen, der von seiner Familie geprägt worden sei: Sein Großvater hätte 45 Mal bei Wallfahrten die Kongregationsfahne von Postmünster nach Altötting getragen. Im gesamten Pfarrverband sei es ihm nun gelungen, die Anzahl der Sodalen zu steigern, berichtete Pfr. Samereier. Als Dank für die Verdienste um die MC überreichte er mehreren Personen wertvolle Bronzekreuze.

Bereits am Donnerstag, 1. September hatte der Ortspräses bei einem Abendgottesdienst mit einer eindrucksvollen Ansprache der verstorbenen Mitglieder und Präsides gedacht. Dabei schilderte er die rund tausendjährige Siedlungsgeschichte der Holzlandgemeinde. Er sei überzeugt, dass es seit Anfang an gläubige Menschen in dieser Region gegeben habe, betonte Pfr. Samereier.

Text und Fotos: Konrad Hochhäusl