Altöttinger Liebfrauenbote

12. Reiterwallfahrt aus Poing bei München

Roß und Reiter pilgern

Um die 20 Jahre hat der weiße Araber-Hengst "Azar" von Wallfahrtsleiter Georg Kirchbichler auf dem Buckel, aber das sieht man ihm nicht an: Stolz erhobenen Hauptes umrundete er nach der Ankunft des 12. Poinger Pilgerritts am 28. August gegen 13 Uhr die Gnadenkapelle – und das, obwohl die drei Tage bei hochsommerlichen Temperaturen und Sonnenschein durchaus strapaziös waren.

Einzug der Reiter über den Kapellplatz.
Einzug der Reiter über den Kapellplatz.

Wie immer war es ein beeindruckender Anblick, als die 15 Reiter auf ihren edlen Tieren wie Achal-Thekkinern, Süddeutschen Kaltblütern, Braunen und Westernpferden nach 120 zurückgelegten Kilometern das Pilgerziel erreichten: An der Spitze wieder Franz Bosch auf Achal-Thekkiner "Dzuzi" mit dem Kreuz in Händen - er ist es auch, der jeden Morgen vor Abritt "Gedanken zum Tag" vorlas. Links und rechts neben ihm ritten Andreas Dümper und Manuela Gschliesser auf ihren Süddeutschen Kaltblütern "Ramon" und "Anke". Die beiden Reiter waren zum sechsten Mal dabei und werden ab nächsten Jahres die Wallfahrtsleitung übernehmen.

Kapuzinerpater Ludwig Wörle, der die Pilger hoch zu Roß einbegleitet hatte, dankte in einem Gebet für das "gemeinsame Unterwegssein in gläubigem Vertrauen zur Muttergottes und ihrem göttlichen Sohn". Nach der Heiligenlitanei, wobei gerade die Tierpatrone um Schutz vor Seuchen und Krankheit angerufen wurden, segnete P. Ludwig sowohl Roß wie auch Reiter.

Wegen des schwülheißen Wetters verzichteten die Reiter auf eine weitere Umrundung der Gnadenkapelle und begaben sich sogleich zum Bauernhof der Anzenbergers mit angrenzender Wiese und schattenspendenden Bäumen zur verdienten Rast und Mittagspause. Dabei gab Franz Bosch mit seinem Achal-Thekkiner noch einige Kunsttücke zum Besten, wie Verbeugen, lässig verdrehte Beinstellung von Roß und Reiter und schließlich legte sich Bosch unter das Pferd und stellte den Huf auf seinen Körper. "Das kann man nur machen, wenn absolutes Vertrauen zwischen Pferd und Reiter besteht", warnte er, Nachmachen ist also keineswegs empfohlen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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