Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Ein "goldener Oktober" war es dann leider nicht: nach dem spätsommerlichen Herbst sorgte Sonnenschein nur dann und wann für eine Auflockerung bei kühlen Temperaturen und sonst oft nasskaltem Wetter. Pilger nach Altötting hielt dies jedoch nicht auf – hier eine kleine Auswahl der Wallfahrtsgruppen, die im Oktober kamen:

Warmbeten – Fußpilger aus Peiting/St. Michael

Nicht gerade einladend war das Wetter am Freitag, 7. Oktober, dem Rosenkranzfest, als die 30 Fußpilger aus Peiting/St. Michael mit Regenschirm und Regenkleidung in Altötting eintrafen. Drei Tage waren sie unterwegs gewesen, übernachtet hatten sie in Ebrach und bei den Salesianern in Waldwinkl. Pilgerleiterin Elfriede Schmid führte die Wallfahrer an, Vortragskreuzträger war Georg Degle; mit dabei war auch Markus Jocher, Mesner von Maria Egg, der heuer als Vorbeter fungierte. P. Siegbert Mayer hieß die Fußwallfahrer und 18 Buspilger aus Peiting am Gnadenort herzlich willkommen. Angesichts des nasskalten Wetters lud P. Siegbert beim Einzug über den Kapellplatz zum "Warmbeten" ein. Die vorgesehene Statio vor der Gnadenkapelle wurde kurzerhand nach St. Magdalena verlegt. Hier empfahl der Kapuzinerpater ein Durchschreiten der Hl. Pforte der Barmherzigkeit, die uns Jesus zu unserem Heil und Freude offenhalte. Auch einen Besuch der Gnadenmutter in der Hl. Kapelle legte er den Pilgern ans Herz, "denn Maria ist durch Jesus zur Pforte des Heiles geworden".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Betende Kirche sein – Dekanatswallfahrt aus Günzburg

"Seit über 500 Jahren kommen die Menschen zur Muttergottes gepilgert, um die Gnade des Heils zu erbitten", betonte Bischof em. Wilhelm Schraml. Dieser stand als Hauptzelebrant und Prediger dem Pontifikalgottesdienst in der Stiftspfarrkirche am 8. Oktober anlässlich der Dekanatswallfahrt aus Günzburg mit 400 Teilnehmern unter der Leitung von Dekan Martin Finkel und Prodekan Klaus Bucher vor. Bischof em. Schraml erklärte: Maria helfe uns, "immer wieder aufs Neue den Weg zu Jesus, ihrem Sohn zu finden um ihn immer tiefer, ehrlicher, aufrichtiger und inniger lieben zu lernen, um das Ziel unseres Lebens zu erreichen, das Ziel Namens Heiligkeit, unser Leben bei Gott in seiner Herrlichkeit im Himmel". Er empfahl besonders das Gebet als Stütze und Festigung unseres Glaubens – denn dass auch unser Glaube heute vielfach ins Wanken gerate, in einer Zeit, wo viele Ehen und Familien auseinanderbrächen, sei nicht zu verleugnen. Gerade den jungen Menschen legte der Festprediger ans Herz, mit Mut und Vertrauen "Ja" zu sagen, wenn der Herr Menschen zum Amt des Priesters, Diakons oder zum Ordensleben berufe. Die Botschaft Mariens in Lourdes und Fatima: "Ihr müsst betende Kirche sein und immer mehr werden" gewinne immer mehr an dringlicher Notwendigkeit, denn im Gebet erfahre Kirche die wahre, eigene Identität. Die Kirche Jesu Christi könne nicht bestehen indem sie diskutiere, sondern wenn sie bete und Gottesdienst feiere. Auch Vater Benedikt XVI. habe gewarnt: "Die Kirche leidet an dramatischer Atemnot." Der sel. Adolph Kolping habe es so ausgedrückt: "Je mehr gebetet wird im Hause, desto fester stehen die Mauern." Bischof Schraml richtete die dringende Bitte an die Pilger des Dekanats Günzburg: "Beten Sie für die innere Erneuerung der Kirche, für Priester- und Ordensberufe und für Frieden in der Welt!" Gerade am Gnadenort Altötting "sind wir nicht allein. Mit uns ist der Herr in der Kraft des Hl. Geistes, mit uns ist seine Mutter, die himmlische Frau und Königin, sie ist es, die mit uns geht, ihren mütterlichen Mantel um uns breitet und uns zu Jesus führt, den Herrn und Heiland".

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Ankommen heißt aufwachen – Fußwallfahrt aus Kirchdorf bei Kelheim

Unter Glockengeläut zogen die 25 Teilnehmer an der 33. Fußwallfahrt aus Kirchdorf bei Kelheim am Samstag, 8. Oktober, kurz vor 11 Uhr den Kapuzinerberg herauf, um nach alter Pilgertradition die Gnadenkapelle zu umrunden. "Alles ist gut gegangen", zeigte sich Pilgerleiter Sepp Bauer dankbar und erleichtert, der mit Kreuzträgerin Sabine Brandl und deren Tochter Sarah wieder die Pilgergruppe drei Tage lang angeführt hatte. "Ankommen heißt aufwachen, da sein bei Dir", stimmte die Musikgruppe zur Ehre Gottes und für die Kirchdorfer Fußpilger dann eingangs beim Pilgergottesdienst in der Institutskirche der Englischen Fräulein (Congregatio Jesu) an. Der Zelebrant und MC-Präses Msgr. Thomas Schmid war dazu eigens aus Regensburg gekommen und erweiterte den Refrain bei seinen Begrüßungsworten: Hier am Gnadenort anzukommen, bedeute auch Angenommensein bei Gott auf die Fürsprache Unserer Lieben Frau. Ankommen verdeutliche aber auch, etwas einzubringen aus tiefstem Herzen, das wiederum verwandelt werde in Freude und Dankbarkeit bei der Feier der hl. Eucharistie.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Reservisten pilgern für Frieden

Um die Muttergottes um Schutz und Hilfe für die Soldaten im In- und Auslandseinsatz, um seelische und körperliche Unversehrtheit sowie um Frieden in der Welt zu bitten, sind heuer zum 17. Mal Reservisten der Bundeswehr am Samstag, 15. Oktober von Wittibreut im Rottal nach Altötting gepilgert; von 4.30 Uhr bis etwa 12 Uhr mittags waren die 35 Fußpilger unterwegs. "Die Nähe zum Herrn erfahren wir besonders in Glaubenzentren, an Wallfahrtsorten, dort wo auch die Muttergottes daheim ist", bestätigte Kapuzinerpater Berthold Oehler vor der Gnadenkapelle. Die Welt habe es in heutiger Zeit nötiger denn je, zu Christus, dem Heil der Welt, zu beten und um Frieden zu bitten, auf die Fürsprache unserer Lieben Frau. Pilgerleiter Hauptfeldwebel Alban Friedlmeier schloss sich mit herzlichen Dankesworten an alle teilnehmenden Reservisten an; insbesondere dankte er dem Deininger Kaplan Martin Becker, der heuer zum 10. Mal dabei war, für dessen geistigen Beistand unterwegs. Im Anschluss feierten die Pilger in der Gnadenkapelle Gottesdienst.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Pilgern zu Maria – Wallfahrt der Propädeutiker

Als große Freude bezeichnete es der Administrator der Heiligen Kapelle, Wallfahrtsrektor und Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, am Samstagvormittag, 22. Oktober, die elf Priesteranwärter – auch Propädeutiker genannt – des Passauer Priesterseminars St. Stephan mit ihrem Regens Martin Dengler am Gnadenort bei der Gottesmutter begrüßen zu können. Die elf Priesteramtskandidaten, darunter auch Spätberufene, aus den Diözesen Regensburg, München-Freising, Augsburg sowie Passau setzten die nunmehr schöne Tradition fort, einen Wallfahrtstag in Altötting zu verbringen und bei einer hl. Messe in der Gnadenkapelle die Gottesmutter, die Mutter der Barmherzigkeit, zu bitten, um die Bereitschaft, um Kraft und Stärke dem Ruf Gottes zu folgen. In seiner Predigt verglich Regens Martin Dengler die aus dem Alten Testament beschriebene Bundeslade Gottes – ein Zelt, in dem die Gesetze des Mose (Tora) zum Schutz aufbewahrt wurden – mit der Gottesmutter Maria. Auch Maria habe wie eine Bundeslade Gottes auf Erden gewirkt, habe das fleischgewordene Wort Gottes in ihrem Leib getragen und der Welt den Heiland geschenkt. So sei "das Wort Fleisch geworden und habe unter uns gewohnt". Nach dem Gottesdienst gab Prälat Mandl eine kurze Führung und Erklärung in der Gnadenkapelle und im Umgang, übergab dann aber an den Altöttinger Johannes Schlederer, einer der Priesteramtskandidaten, der dann die weiteren Kirchen und Sehenswürdigkeiten am Gnadenort erklärte.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Maria berührt die Herzen – Buswallfahrt aus Biberbach/St. Jakob

Äußerlich und innerlich ankommen, darauf komme es bei einer Wallfahrt an, betonte Kapuzinerpater Heinrich Grumann, als er die Buspilger aus dem schwäbischen Biberbach/St. Jakob unter Leitung von Pfarrer Dr. Ulrich Lindl am Samstagvormittag, 22. Oktober, über den Kapellplatz zur Gnadenkapelle einbegleitete. Wenn wir in das Heiligtum zu Unserer Lieben Frau eintreten, dann werde unser Herz in besonderer Weise berührt. Bei der Muttergottes könnten wir getrost alle Sorgen und Nöte abladen. Die Votivtafeln im Umgang der Gnadenkapelle "Maria hat geholfen" seien vieltausendfach dargestellt und bezeugen: "Maria wird auch uns helfen." P. Heinrich empfahl den Pilgern auch einen Besuch beim hl. Klosterpförtner Bruder Konrad, der uns die rechte Marienverehrung vorgelebt habe. Pfr. Lindl dankte für das freundliche Willkommen hier am Gnadenort und versprach, im Gebet auch der Kapuziner zu gedenken: "Wir freuen uns immer, wenn wir hier in Altötting Ordensbrüder der Kapuziner sichten!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zwei Chöre aus Kroatien zu Gast

Schwungvolle Musik lockte am Sonntag, 23. Oktober, um die Mittagszeit viele Altötting-Besucher auf den Kapellplatz. Zwei Chöre aus Kroatien (nahe Zagreb) – mit weiblicher und männlicher Besetzung – und ein Musikensemble gaben vor der Gnadenkapelle einige "Kostproben" ihres Könnens. Einige Chormitglieder – übrigens alle in kroatischer Tracht – waren so in Schwung, dass sie zu Musik und Gesang auch das Tanzbein schwangen. Laut einem deutschsprechenden, kroatischen Mitpilger haben diese beiden Chöre auch schon im Rom vor Papst em. Benedikt XVI. gesungen und die Wallfahrt nach Altötting sei ihnen ein Herzensanliegen gewesen. Bei einer Pilgermesse in der Br.Konrad-Kirche beteten und zu baten sie für die Heiligsprechung ihres kroatischen Landsmanns, den sel. Aloisius Stepinac – dessen Seligsprechung erfolgte 1998 durch Papst Johannes Paul II.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner