Altöttinger Liebfrauenbote

Der "Ritterorden vom Hl. Grab zu Jerusalem" in Altötting

Gottes Wort hören und danach handeln

Den Rat "Gottes Wort zu hören und danach zu handeln" hat Hermann-Josef Kugler OPram, Abt der Prämonstratenserklöster Windberg und Roggenburg, in seiner Predigt den Besuchern des Gottesdienstes in der Altöttinger Stiftspfarrkirche nahegelegt. Die feierliche Orchestermesse am 8. Oktober fand anlässlich des Provinztags des "Ritterordens vom Hl. Grab zu Jerusalem" in der Diözese Passau statt.

Friedensgebet vor der Gnadenkapelle.
Friedensgebet vor der Gnadenkapelle.

Es waren v.a. Damen und Herren des Ritterordens, die an der hl. Messe teilnahmen – gut zu erkennen an ihren Mänteln – die der Damen in Schwarz, die der Herren in Weiß– mit dem Jerusalemkreuz in Rot unterhalb der linken Schulter. Das Kreuz deutet an: Die Sorge um die Christen im Heiligen Land liegt dem 1868 gegründeten päpstlichen Laienorden besonders am Herzen; in enger Zusammenarbeit mit dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem kümmern sich die Ordensmitglieder insbesondere um den Bau und die Unterhaltung von Kirchen und sozialen Einrichtungen im Hl. Land. Ein Gebet an die Gottesmutter Maria vor der Gnadenkapelle um Frieden im gesamten Nahen Osten und derzeit vor allem um Frieden in Syrien und um die in Aleppo eingeschlossenen Menschen bildete den Abschluss der Feier.

Gottesmutter Maria: die "erste und vollkommene Hörerin des Wortes Gottes"

Eucharistiefeier mit Abt Hermann-Josef Kugler.
Eucharistiefeier mit Abt Hermann-Josef Kugler (vorne), rechts im Hintergrund Msgr. Winfried Haunerland.

Auch die christliche Lebensführung seiner Mitglieder zu fördern ist wichtiges Ziel des Ordens; dies verdeutlichte die Predigt von Abt Hermann-Josef Kugler. Das Wort Gottes zu hören und zu befolgen sei "auch eine Form der Marienverehrung", erklärte er in Anlehnung an das Evangelium über "Zweierlei Seligpreisungen" (Lk 11,27-28). Nicht die Abstammung eines Menschen sei entscheidend, wie die Klarstellung Jesu der Seligpreisung der "Frau aus der Menge" – "Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat" – deutlich macht. Jesus stelle im Evangelium klar: "Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen." Die Gottesmutter Maria sei die "erste und vollkommene Hörerin des Wortes Gottes" gewesen, stellte der Abt fest und ergänzte: "Sie ist aber nicht die Einzige" – auch "wir" sollten das Wort Gottes "aufmerksam hören und danach handeln".

Prozession

Prozession zur Gnadenkapelle.
Prozession zur Gnadenkapelle.

Die feierliche Orchestermesse wurde unter der Leitung von Diözesanmusikdirektor Dr. Marius Schwemmer mit Mozarts Piccolomini-Messe musikalisch beeindruckend gestaltet. Als Konzelebranten standen neben Abt Hermann-Josef Kugler u.a. Passaus Generalvikar Dr. Klaus Metzl und Msgr. Winfried Haunerland, Professor für Liturgiewissenschaft an der LMU München, mit am Altar. Dem Friedensgebet vor der Gnadenkapelle ging eine kleine feierliche Prozession voraus.

Text und Fotos: Michael Glaß