Altöttinger Liebfrauenbote

80 Jahre St. Grignion-Seniorenhaus Altötting

"Segensreiches Wirken"

Am 28. September, dem Gedenktag seines Namenspatrons, des hl. Ludwig-Maria Grignion de Montfort, feierte das St. Grignion-Seniorenstift in Altötting mit einem Gottesdienst und einer Feier im Freien sein 80-jähriges Jubiläum.

Gottesdienst in der hauseigenen Kapelle.
Gottesdienst in der hauseigenen Kapelle.

Es begann mit einem kleinen Wunder: ausgerechnet in der Zeit des Nationalsozialismus mit seiner Kirchenfeindlichkeit gelang es den Gründern des Grignionhauses, Pfarrer Albert Taillefer und Schwester Josefa Weingartner nicht nur den Grignionorden zu gründen, sondern sogar ein eigenes Haus in der äußeren Neuöttinger Straße der Wallfahrtsstadt Altötting zu erbauen. Das war umso erstaunlicher, als bereits die Heiligsprechung Bruder Konrads 1934 für großen Unmut unter den Nazis gesorgt hatte. So mussten die Gründer das Haus, dessen Zweck die Aufnahme und Betreuung emeritierter Priester sein sollte, während des "Dritten Reiches" auch als Fremdenhaus tarnen. Unter der Leitung der Grignionschwestern (Pfr. Taillefer starb 1951) konnte das Haus beständig erweitert werden. Heute bietet es als kooperatives Mitglied des Diözesancaritasverbandes Passau insgesamt 44 Bewohnerplätze in 26 Einzel- und neun Doppelzimmern mit einem hohen Pflegeniveau.

Was das Grignionhaus unvergleichlich macht, ist der bis heute gelebte und spürbare Gedanke christlicher Nächstenliebe, tätiger Caritas an älteren, meist hilfsbedürftigen Menschen und die religiöse Ausprägung des Hauses - beispielsweise werden in der eigenen Kapelle täglich heilige Messen gefeiert.

Segensreiches Wirken der Ordensschwestern

Stadtpfarrer Günther Mandl und Heimbeirat Fritz Obermaier im Gespräch mit Gästen im Garten des Grignionhauses.
Stadtpfarrer Günther Mandl (r.) und Heimbeirat Fritz Obermaier im Gespräch mit Gästen im Garten des Grignionhauses.

Diesen Aspekt und das segensreiche Wirken der Ordensschwestern über viele Jahre – heute liegt die Leitung in den weltlichen Händen von Florian Dittrich – hoben folgerichtig auch die Ehrengäste besonders hervor: Stadtpfarrer und Stiftspropst Prälat Günther Mandl als Zelebrant des Gottesdienstes, Pfr. Johannes Bäuml, 1. Vorsitzender des Trägers St. Grignionverein e.V., als Konzelebrant sowie Landrat Erwin Schneider und Erster Bürgermeister Herbert Hofauer in ihren Grußworten.

Bei herrlichem Sonnenschein stießen sie gemeinsam mit Bewohnern, Personal und geladenen Gästen unter der im vorigen Jahr fertiggestellten großen Pergola im Garten des Grignionhauses auf "weitere 80 Jahre" an. Hier allerdings konnte sich Hausleiter Florian Dittrich leise mahnende Gedanken mit Verweis auf die Überbürokratisierung und Unterfinanzierung des deutschen Pflegesektors nicht verkneifen. Umso mehr bedankte er sich für das große ehrenamtliche Engagement des Heimbeirats in Gestalt von Sitta Stroinski, Fritz Obermaier und Hermann Waritschlager sowie anderen Helfern.

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst