Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Im September und Anfang Oktober erlebt die Altöttinger Wallfahrtssaison gewöhnlich ihren letzten kleinen Höhepunkt des Jahres. Dabei ist mit dem Blick auf das Wetter – nicht zu heiß, nicht zu kalt – jetzt eigentlich die beste Zeit zum Pilgern. Die letzte ganz große Wallfahrt aus der Hallertau mit über 1.000 Teilnehmern wird am 4. Oktober erwartet. Zuletzt waren es vor allem kleinere Gruppen, die kamen – eine kleine Auswahl:

Mit Pilgerkreuz und Fahne – Familienwallfahrt der Pfarrei St. Magnus/Kühbach

Einen kleinen weißen Bären am Vortragskreuz und die selbstgestaltete Pilgerfahne in Händen – so zogen die Kinder, dahinter die Erwachsenen aus der Pfarrei St. Magnus/Kühbach unter der geistlichen Leitung von Pfarrer Paul Mahl am Samstag, 24. September, vom Busparkplatz Gries den Kapuzinerberg zum Kapellplatz herauf. Nach Umrunden der Gnadenkapelle hielten sie kurz Statio und Kapuzinerpater Siegbert Mayer dankte fürs Kommen und sprach das Pilgergebet: "Du Mutter der Gnaden, o reich uns die Hand, auf all unseren Wegen durchs irdische Land." Bei einer anschließenden Klosterführung wurde den jungen Pilgern das Leben und Wirken des hl. Bruders Konrad nahegebracht. Dabei erzählte P. Siegbert auch die heitere Geschichte eines kleinen Buben, der seine Mama fragte, warum denn ein Kapuziner drei Knoten in seiner Kordel/Schnur habe. Darauf hätte die Mama des Buben erklärt: "Nun ja, der eine Knoten erinnert daran, dass bei Ordenseintritt versprochen wird, arm zu bleiben, dann darf ein Kapuziner keine Familie haben und der dritte Knoten bedeutet, dass er dem Ordensoberen folgen muss!" Darauf der Bub: "Den dritten Knoten würde ich gleich wieder aufmachen!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Von Maria zu Maria – Buspilger aus München/Pfarrverband Maria Ramersdorf

Einbegleitet und hereingespielt von der Musikkapelle Altötting wurden am Samstag, 24. September, die Buspilger aus München/Pfarrverband Maria Ramersdorf. Nach dem Einzug über den Kapellplatz und durch die Pforte der Barmherzigkeit in die St. Anna-Basilika erzählte Kapuzinerpater Heinrich Grumann, dass er von Pfr. Harald Wechselberger erfahren habe, dass Maria Ramersdorf nach Altötting als zweitgrößter Marienwallfahrtsort Bayerns gelte. "Ihr seid am Ziel – und egal, ob auf Platz 1 oder 2 in der Tabelle, die Gottesmutter Maria helfe uns, dass so mancher Nebel im Leben beiseite geschoben und das Licht Gottes hervortreten kann." An Wallfahrtsorten fühle man sich Gott näher verbunden, stellte P. Heinrich fest und wünschte allen anwesenden Pilgern, dass sie die Begegnung mit Gott erfahren dürften und so Kraft und Trost mit nach Hause nehmen könnten. Um 11 Uhr feierten sie dann einen festlichen Pilgergottesdienst gemeinsam mit den Pilgergruppen aus Monheim, Kühbach, Waldmünchen sowie Schwarzach-Altfalter und deren Ortsgeistlichen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Genug gebüßt – Fußwallfahrer aus Waidhofen

Drei Tage waren erneut die Fußwallfahrer aus Waidhofen unterwegs, heuer zum 29. Mal. Am Samstag, 24. September, nach 135 km, erreichten die 48 Pilger ihr Ziel und wurden von Kapuzinerpater Br. Jeremias Borgards mit herzlichen Grußworten willkommen geheißen. Br. Jeremias stimmte vor dem gemeinsamen Pilgergottesdienst zum Dank, dass alle gesund angekommen waren, ein "Lobet den Herren" an, denn: "ein Schuldbekenntnis nach einem so langen Pilgerweg brauchen wir wirklich nicht, Ihr habt's bestimmt Buße genug getan", sagte er. Glücklich über das herrliche Pilgerwetter waren vor allem Pilgerleiter Josef Weber und Bernhard Hanke, Mitorganisator und Pfarrsekretär von Schrobenhausen sowie Jakob Braun, der wie sein Vater vom "Wallfahrtsvirus infiziert" auch heuer mit dabei war.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Wachsen im Glauben – Fußpilger aus dem oberösterreichischen Uttendorf-Helpfau

Mit einem herzlichen Vergelt’s Gott fürs Kommen dankte Kapuzinerpater Ludwig Wörle den 160 Fußpilgern aus dem oberösterreichischen Uttendorf-Helpfau am Samstagnachmittag, 24. September vor der Gnadenkapelle für ihr Glaubenszeugnis. In einem Pilgergebet wurden die Wallfahrer der Gnadenmutter von Altötting und der Barmherzigkeit Gottes anempfohlen: „…dass sie wachsen im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe!“ Für Pilgerleiter und Kreuzlträger Hubert Putscher war es heuer die 36. Fußwallfahrt und zum 28. Mal trug er den Pilgern das Kreuz voran. Dankbar war er für das traumhafte Pilgerwetter und erzählte, dass ein kleiner Teil der Uttendorfer am nächsten Tag die 45 km auch wieder zurückpilgern werden.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Jubiläumswallfahrt der in Bayern und Österreich lebenden Ukrainer

Zum 70. Mal jährte sich heuer die Wallfahrt der in Bayern und Österreich lebenden Ukrainer zur Gnadenmutter nach Altötting. Am Sonntag, 25. September, feierten sie mit ihrem Apostolischen Exarchen, Bischof Petro Kryk, nach byzantinischem Ritus die Liturgie des hl. Chrysostomos in der St. Konradkirche. In seiner Predigt würdigte Bischof Kryk das Ikonenschreiben als Gabe von Gott – solche Werke der Liebe könnten die Welt positiv verändern. Gewalt und Kanonen bewirkten dagegen Leid, Terror und Chaos. Eine Votivtafel im Umgang der Gnadenkapelle erinnere an die erste Dankwallfahrt der in Bayern lebenden Ukrainer nach Altötting im Jahr 1946 – mit dem Unterschied, dass die Pilger damals nicht mit Autos und Bussen, sondern zu Fuß nach Altötting gekommen waren. Der Wallfahrtsgrund jedoch war der gleiche: um der Gnadenmutter ihren Dank für die neue Heimat, aber auch ihre Sorgen und Probleme zu Füßen zu legen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Demütig Beten – Pilger aus dem Pfarrverband Vilgertshofen-Stoffen

50 Pilger aus dem Pfarrverband Vilgertshofen-Stoffen trafen unter der geistlichen Leitung von Pfarrer Joaquim Valerian am Dienstagvormittag, 27. September, in Altötting ein. Dort stand bereits das Altöttinger "Empfangskomitee" mit Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, Vortragskreuzträger und Fahnenträger bereit. Wohl des schönen Wetters wegen zeigte sich Mandl besonders gut gelaunt und ließ sein Birett (Kopfbedeckung) den Vilgertshofener Pfarrer aufprobieren – mit dem Hintergedanken, dass im naheliegenden St. Rupertusstift immer wieder Kanoniker gebraucht werden. Nach dem Einzug über den Kapellplatz zur Br. Konradkirche verwies Prälat Mandl auf das Leben des hl. Pfortenbruders, der über 40 Jahre seinen Dienst am Gnadenort verrichtete. Von Bruder Konrad, der ein großer Marienverehrer war, könnten wir das demütige Beten lernen, empfahl Mandl. Auch die Vilgertshofener sind große Marienverehrer und Hüter des Heiligtums zur Schmerzhaften Muttergottes.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner