Altöttinger Liebfrauenbote
Ein Teilnehmer des Freiluft-Gottesdienstes im Rückspiegel eines der Motorräder; im Hintergrund der Marienbrunnen auf dem Kapellplatz.
Viel Anklang fand auch die diesjährige Biker-Wallfahrt. Im Bild ein Teilnehmer des Freiluft-Gottesdienstes im Rückspiegel eines der Motorräder; im Hintergrund der Marienbrunnen auf dem Kapellplatz.

14. Biker-Wallfahrt nach Altötting – Über 1.500 Motorradfahrer feiern Dankgottesdienst auf dem Kapellplatz

PS-stark und stark im Glauben

Ließe sich der Glaube in Pferdestärken bemessen, dann läge die alljährliche Motorrad-Dankwallfahrt nach Altötting ziemlich gut "im Rennen" auf dem Pilgerweg zum Herrn. Zum 14. Mal veranstaltete heuer der Initiativkreis Junge Wallfahrt Altötting (IK) einen großen Freiluft-Gottesdienst für Biker und auch heuer versammelten sich über 1.500 Pilger mit ihren schweren Maschinen auf dem Kapellplatz. "Glaube – Hoffnung – Zuversicht" war dieses Jahr das Motto und es zeigte auf: Nicht auf Kraft und Schnelligkeit kommt es an, sondern auf einen richtig verstandenen Glauben.

Die beiden Kapuzinerpatres Br. Georg Greimel und Br. Andreas Kaiser mit Pater Paul Kruczek CR am Altar.
Freiluft-Messe auf dem Kapellplatz (v.r.): Die beiden Kapuzinerpatres Br. Georg Greimel und Br. Andreas Kaiser mit Pater Paul Kruczek CR am Altar.

Denn einen solchen braucht es auch auf der Straße: Glaube gibt Halt, und wer selbstbewusst fährt, der kann auch besser auf seine Umgebung achten. Die Veranstalter vom IK drückten es in ihren einleitenden Worten zum Gottesdienst so aus: "Gottes Liebe und Barmherzigkeit kann mehr Sicherheit geben als alle Verkehrsschilder und Verkehrsregeln zusammen." Aus der Hoffnung in die "bedingungslose Liebe Gottes" erwachse Zuversicht, und wer wirklich daran glaube, dass Gott "für alle ein gutes Leben will", der habe letztlich auch "Vorfahrt".

Dass wahrer Glaube auch scheinbar Unmögliches bewirken könne, erklärte der Hauptzelebrant und Prediger, Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser, in seiner Predigt anhand des Evangeliums über die Heilung des blinden Bettlers Bartimäus (Mk 10,46-52). "Total am Boden, ohne Augenlicht, ohne Freunde, ohne Anerkennung, ohne Menschenwürde" sei dieser Bartimäus gewesen, ehe er Jesus begegnete. Dann aber habe er "etwas riskiert", sei "voller Glauben und Vertrauen" auf Jesus zugerannt, habe ihm gesagt, "was ihm auf dem Herzen liegt" und schließlich sein Augenlicht zurückerhalten – und dies "ohne großen Hokuspokus", sondern nur mit einem einfachen Satz: "Geh! Dein Glaube hat dir geholfen." "Bartimäus war äußerlich blind, aber innerlich hatte er mehr Durchblick als so mancher, der meint, ein Sehender zu sein", stellte Br. Andreas fest und fragte: "Vertrauen wir auch so unverschämt auf Jesus?" Der Prediger erklärte: "Wer Jesus sein Herz nicht ausschütten will, der ist tatsächlich blind." Am Ende zitierte er Jean-Marie Vianney, den hl. Pfarrer von Ars: "Gott liebt es, belästigt zu werden." Br. Andreas: "Belästigen wir den lieben Gott mit all unserem Vertrauen und all unserer Zuversicht!"

Große Resonanz

Br. Georg Greimel erteilt den an der Gnadenkapelle vorbeifahrenden Bikern den Segen.
Br. Georg Greimel erteilt den an der Gnadenkapelle vorbeifahrenden Bikern den Segen.

Dass Biker nicht nur die Geschwindigkeit lieben, sondern auch den Halt im Glauben suchen, zeigte einmal mehr die große Resonanz auf den mittlerweile zur schönen Tradition gewordenen Gottesdienst auf dem Kapellplatz, mit dem die Motorradfahrer für eine unfallfreie Saison danken. "Es werden jedes Jahr mehr", freute sich Günter Wewerka vom IK. Tatsächlich war auch heuer der Kapellplatz wieder gefüllt mit Motorrädern; der Rekord vom vergangenen Jahr mit ebenfalls über 1.500 Pilgern wurde zwar wahrscheinlich nicht gebrochen, aber zumindest eingestellt. Auch das wunderbare Spätsommerwetter hatte seinen Anteil an der sehr positiven Resonanz.

Die Biker kamen hauptsächlich aus Bayern und Österreich, aber auch aus dem Norden Deutschlands, und sogar aus Slowenien, Ungarn und den Niederlanden. Der vom Singkreis Amazing Grace aus Margarethenberg musikalisch sehr stimmig gestaltete Gottesdienst zog nicht nur Motorradfahrer, sondern erneut auch viele Gläubige aus der Umgebung an. Nach dem Gottesdienst segneten die Kapuzinerpatres Br. Andreas und Br. Georg Greimel die Motorradfahrer, als sie an der Gnadenkapelle vorbeifuhren.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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