Altöttinger Liebfrauenbote

Pilgerleitertagung 2016 im Kultur + Kongress Forum Altötting

Die Segenskultur stärken

Die jährliche Pilgerleitertagung in Altötting dient dem Rückblick auf das abgelaufene Wallfahrtsjahr, dem Ausblick auf das folgende sowie dem Austausch und der Bestärkung im gegenseitigen Anliegen, Menschen zur Gnadenmutter in der Heiligen Kapelle zu führen. Erstmals waren in diesem Jahr nicht nur die Vertreter der größten und traditionsreichsten Pilgergruppen geladen, sondern ausdrücklich alle. So durfte Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl am Samstag, 12. November etwa 150 Teilnehmer von nah und fern willkommen heißen – erstmals im Kultur + Kongress Forum der Wallfahrtsstadt.

Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl präsentierte im Kultur + Kongress Forum Altötting u.a. das Wallfahrtsmotto des kommenden Jahres.
Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl präsentierte im Kultur + Kongress Forum Altötting u.a. das Wallfahrtsmotto des kommenden Jahres.

Nachdem Prälat Mandl die Gäste begrüßt und Altötting anhand eines ganz neuen Image-Films von Toni Dingl kurz präsentiert hatte, verdeutlichte er in einigen Sätzen seine Kernanliegen im Amt als Wallfahrtsrektor. Besonders wichtig sei ihm ein gutes Betriebsklima innerhalb der Altöttinger Wallfahrtsgremien und untereinander, "dass wir an einem Strang ziehen". Zudem brauche Altötting eine gute Willkommenskultur. Die Menschen müssten spüren: Wir sind herzlich willkommen und gut aufgenommen. Das Konzept der Pilgerbetreuer mit ihrer Präsenz am Kapellplatz habe sich bewährt und werde gestärkt; in den Wintermonaten sollen zwanzig neue Pilgerbetreuerinnen und Pilgerbetreuer ausgebildet und auf ihren Dienst vorbereitet werden. Schließlich nahm Mandl die anwesenden Pilgerleiter selbst in die Verantwortung, sich ihres Vorbildcharakters weiter bewusst zu sein und für die Sache der Wallfahrt zu werben. In jeder Pfarrei müsse es einen "Altötting-Kümmerer" geben. Vor allem aber mahnte der Wallfahrtsrektor: "Sorgen Sie sich rechtzeitig um Ihre Nachfolge!" Den hatte Sepp Klaus bereits gefunden: Nach 41 Jahren "Oberlandler"-Fußwallfahrt, davon 37 Jahre als Vorbeter und 20 Jahre Pilgerführer, übergab er den Stab heuer an Rupert Hille. Prälat Mandl zeichnete Sepp Klaus für seinen treuen Dienst aus und wünschte Rupert Hille für die Nachfolge Gottes Segen.

Stichwort "Segen": Mandl hob hervor, welch starken Zuspruch die Segnungsgottesdienste und Einzelsegnungen fänden und versprach, die "Segenskultur" zu stärken: "Segen und Heil – das erwarten sich die Menschen in Altötting!" Anschließend stellte Mandl das Wallfahrtsmotto 2017 vor, es lautet "Mit Maria zu Jesus". Die Gottesmutter sei kein Umweg, so der Wallfahrtsrektor, sondern sie ermögliche direkten Zugang zum Herrn. Das solle in der kommenden Pilgersaison besonders herausgestellt werden. Bevor er dann die abgelaufene Saison in Bildern Revue passieren ließ, machte Mandl noch auf die in der Adventszeit vom 25. November bis zum 28. Dezember geplante neue Sonderausstellung im "Haus Papst Benedikt XVI. - Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum" aufmerksam: "Ankommen – Aufbrechen" mit Keramiken und Werkskizzen von Lothar Blitz aus Thurmansbang.

"Ökumene-Kardinal" Kurt Koch wird die Wallfahrtssaison 2017 eröffnen

Etwa 150 Teilnehmer zählte die Pilgerleitertagung.
Etwa 150 Teilnehmer zählte die Pilgerleitertagung.

Aus Sicht der Kapuziner berichtete im Anschluss der stellvertretende Wallfahrtsrektor, P. Norbert Schlenker. Er richtete seinen Fokus neben den klassischen Wallfahrten auf die wachsende Zahl der Individualpilger, denen man ein geistliches Angebot machen müsse. Beispielhaft nannte P. Norbert die heuer eingeführten Impulskatechesen samstags um 14 Uhr, die auch im kommenden Jahr von Mai bis Oktober fortgeführt werden sollen. Angedacht sei zudem die Einführung eines "spirituellen Triduums" jeweils am Priester-Donnerstag, Herz-Jesu-Freitag und Herz-Mariä-Sonntag eines Monats. Auch die Pilgermessen an den Nachmittagen würden gut angenommen, so der stv. Wallfahrtsrektor: "Um die Zeit ist ja sonst nicht mehr so viel los am Gnadenort". P. Norbert freute sich, dass man am 1. Mai 2017 mit "Ökumene-Kardinal" Kurt Koch bereits zum vierten Mal einen Kardinal für die offizielle Eröffnung der neuen Wallfahrtssaison gewinnen konnte. Im Marienmonat Mai werde es an den Sonn- und Feiertagen künftig jeweils um 15 Uhr in St. Magdalena eine Maiandacht geben. Dieser Wunsch sei von Altötting-Besuchern an die Pilgerbetreuer herangetragen worden. In einer Vorausschau auf das Jahr 2018 bat P. Norbert die Anwesenden schließlich noch, den dann festlich begangenen 200. Geburtstag des heiligen Bruder Konrad schon in den Blick zu nehmen.

St. Konradkirche wird renoviert

Prälat Mandl ehrte den langjährigen Pilgerführer der "Oberlandler", Sepp Klaus für seinen Dienst und wünschte Nachfolger Rupert Hille Gottes Segen.
Prälat Mandl (r.) ehrte den langjährigen Pilgerführer der "Oberlandler", Sepp Klaus (M.) für seinen Dienst und wünschte Nachfolger Rupert Hille (l.) Gottes Segen.

In Vorbereitung des Jubiläums werden die Kapuziner die St. Konradkirche umfassend renovieren und auch die bisherige Raumaufteilung verändern, die laut P. Norbert "etwas unbefriedigend" war. Beispielsweise solle der Reliquienschrein besser und auch behindertengerecht zugänglich werden. Die Arbeiten sollen in einem ehrgeizigen Zeitplan bis zum Festtag des Heiligen am 21. April 2018 abgeschlossen werden. Während der Schließung der St. Konradkirche ab Fronleichnam kommenden Jahres werden die dortigen Gottesdienste in der Basilika St. Anna stattfinden. Bevor die Pilgerleiter in die wohlverdiente Kaffeepause entlassen wurden, brachte ihnen Br. Georg Greimel in einem erfrischenden Impulsvortrag nochmals Leben und Leistung des heiligen Klosterpförtners nahe.

Den zweiten Teil der Tagung eröffnete der langjährige Leiter des Wallfahrts- und Verkehrsbüros Altötting, Herbert Bauer, mit einer Präsentation des Panoramas Kreuzigung Christi – mit dem Ziel, das möglichst viele Pilgerleiter einen Besuch dieses herausragenden Kunstwerks in ihren Altötting-Aufenthalt einbauen. Anschließend folgte der wie stets launige Bericht des Geschäftsführers des Altöttinger Marienwerks, Reinhard Ernst, bevor dann der eben aus Fatima zurückgekehrte Bürgermeister Herbert Hofauer sein Grußwort an die Teilnehmer richtete. Danach zeigte Leiterin Ulrike Kirnich auf, auf welch vielfältige Weise das Wallfahrts- und Verkehrsbüro das Wallfahrtsleben in Altötting zu stützen und zu stärken versucht. Bevor sich die Gäste dann zum Gottesdienst und zur Schließung der Heiligen Pforte in die Basilika St. Anna begaben, blieb noch genügend Zeit für den Austausch von Wünschen und Anregungen.

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst