Altöttinger Liebfrauenbote
Legio Mariae-Pilger vor der Basilika.
Legio Mariae-Pilger vor der Basilika.

60. Legio Mariae-Fußwallfahrt mit rund 7.000 Teilnehmern – Papst Franziskus gratuliert

Botschaft des Lebens

Kälte, böiger Wind, Regen – das Wetter war nicht gerade einladend für eine über 100 Kilometer lange Fußwallfahrt. Und doch erreichten am Pfingstmontag, 16. Mai, etwa 7.000 Pilger der Legio Mariae Bayerns unter Leitung von Antonie Wudi den Gnadenort Unserer Lieben Frau. Unter dem Motto "Gib Frieden, Herr, dem Menschen, den du geschaffen" feierten sie in der St. Anna-Basilika mit dem Münchner Weihbischof Bernhard Haßlberger einen festlichen Gottesdienst und zugleich das 60. Pilgerjubiläum. Selbst Papst Franziskus schickte dazu herzliche Segenswünsche.

Einzug der Pilger über den Kapellplatz, einbegleitet vom stellvertretenden Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker.
Einzug der Pilger über den Kapellplatz, einbegleitet vom stellvertretenden Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker (r.).
Einzug in die St. Anna-Basilika mit "wehenden Fahnen".
Einzug in die St. Anna-Basilika mit "wehenden Fahnen".

"Es war schon zum Aushalten, lieber kalt und nass als zu heiß", resümierte eine ältere Fußpilgerin, die sich mitten drin im Gewusel der einziehenden Legio-Mariae-Wallfahrer befand. Aus der Umgebung von München-Freising, Rosenheim und Salzburg kamen die meisten der Fußpilger, mehrere Familien mit ihren Kindern waren dabei, viele trugen schwere Holzkreuze auf ihren Schultern, andere schwangen die roten Legio-Fahnen. Vor der Gnadenkapelle stand Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl neben einer Kopie des Gnadenbildes im regengeschützten Schrein und begrüßte die Pilger. Die ältere Teilnehmerin war mit einer "Seniorengruppe" aus München unterwegs, die in vier Tagen – einen Tag länger als die meisten Fußpilger – nach Altötting marschiert. "Dabeisein ist alles", erzählte sie glücklich, und steuerte mit dem Regenschirm in der Hand zur Gnadenpforte an der St. Anna-Basilika.

In der Basilika war es am Ende sogar schwierig, noch einen guten Stehplatz zu ergattern. Der guten Atmosphäre aber tat dies keinen Abbruch. Der stellvertretende Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker freute sich über die mit so viel Leben "erfüllte" Basilika und dankte den Pilgern für ihr großartiges Glaubenszeugnis. Der Hauptzelebrant und Prediger, Münchens Weihbischof Bernhard Haßlberger äußerte vor allem großen Respekt für die Leistung der Wallfahrer angesichts des schlechten Wetters. Zum 60. Pilgerjubiläum hatte er eine besondere Überraschung im Rucksack: ein Glückwunschschreiben vom Heiligen Vater aus Rom, unterzeichnet vom päpstlichen Staatssekretär Pietro Kardinal Parolin (siehe unten).

"Christus ist immer gegenwärtig"

Weihbischof Bernhard Haßlberger in der Basilika.
Weihbischof Bernhard Haßlberger in der Basilika.

Als "Geburtsstunde der Kirche" werde das Pfingstfest, das Fest der Sendung des Heiligen Geistes, bezeichnet, erinnerte Weihbischof Haßlberger in seiner Predigt. Heute wie damals im Abendmahlssaal sei die Sendung des Heiligen Geistes als ein dringender Auftrag Gottes zu sehen, beflügelt hinauszuziehen, um der Welt Jesu Frohe Botschaft der Liebe und des Lebens zu verkünden. "Christus ist immer gegenwärtig, unter uns in Seinem Geist", betonte er.

Dass Gottes Geist auch heute wirkt, war in der frohen Glaubensgemeinschaft und in den vielen glücklichen Gesichtern der großen "Legio Mariae-Familie" sichtbar und spürbar, ob beim gemeinsamen Pilgern unterwegs, beim Gottesdienstfeiern mit Gebet und Gesang – für die musikalische Gestaltung sorgte die Gruppe "Miriam" – oder beim Zusammentreffen danach.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Aus dem Glückwunschschreiben von Papst Franziskus an die Pilger der Legio Mariae

Von den Fußwallfahrern der Legio Mariae mitgeführte Fatima-Madonna am Pfingstsonntag in der Basilika St. Anna.
Von den Fußwallfahrern der Legio Mariae mitgeführte Fatima-Madonna am Pfingstsonntag in der Basilika St. Anna.

"Mit Freude hat Papst Franziskus davon Kenntnis erhalten, dass die Legio Mariae Bayern zum sechzigsten Mal ihre Pfingstwallfahrt nach Altötting durchführt, und übermittelt aus Anlass dieses Jubiläums den Fußpilgern und Wallfahrern herzliche Segensgrüße. Unter dem Motto "Gib Frieden, Herr, dem Menschen, den du geschaffen!" ziehen mehrere tausend Menschen, den Rosenkranz betend, zur Gnadenmutter von Altötting, um für den Frieden in der Welt zu bitten. Sie wissen, dass ein friedliches Zusammenleben auf dem Frieden des Herzens gründet, der im betenden Verweilen vor Gott geschenkt wird. Dazu bedarf es auch unsererseits einer rechten Vorbereitung: In der persönlichen Erneuerung, in der vertrauensvollen Hingabe an die Barmherzigkeit Gottes, in der heiligen Beichte. Im Blick auf die Gnadenmutter von Altötting erahnen wir den Schatz der Liebe und des Friedens, den Gott uns geben will. Lassen wir uns von Maria anschauen, um zu lernen, demütiger zu sein und auch mutiger in der Nachfolge des Wortes Gottes; um die zarte Umarmung ihres Sohnes Jesus anzunehmen, die uns Leben, Hoffnung und Frieden schenkt (vgl. Angelus 8. Dezember 2013). Wir wollen unsere Hingabe an Maria, unsere Königin und Mutter erneuern und ihr versprechen, ganz ihr zu gehören. Mit der Königin des Friedens im treuen Gebet des Rosenkranzes verbunden bitten wir ihren Sohn Jesus Christus um den Frieden in der Welt, in unseren Familien und in uns selbst. Mit diesem Wunsch erteilt Papst Franziskus allen Pilgern und Teilnehmern der 60. Pfingstwallfahrt von Herzen den Apostolischen Segen."

Impressionen

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