Altöttinger Liebfrauenbote
Einzug der Oberpfälzer Pilger in Altötting.
"Servus!" – Einzug der Oberpfälzer Pilger in Altötting.

1.400 Fußwallfahrer aus der Oberpfalz in Altötting

Maria als "Wegweiserin"

"Auch unterwegs haben wir einige Male 'Schwarze Madonna' gesungen, das geht durch und durch", erzählte Thomas Schafbauer vor der St. Anna-Basilika, als am Ende des Gottesdienstes das inbrünstig gesungene Marienlied der Oberpfälzer Fußpilger erschallte. Er war einer der 1.400 Oberpfälzer Fußwallfahrer, die in vier bzw. fünf Tagen zu Fuß nach Altötting gepilgert waren.

Thomas Schafbauer freut sich, wieder bei seiner Frau und seinen beiden Töchtern zu sein.
Thomas Schafbauer freut sich, wieder bei seiner Frau und seinen beiden Töchtern zu sein (siehe Text).
Hubert Lehmeier stärkt sich am Br. Konrad-Brunnen.
Hubert Lehmeier stärkt sich am Br. Konrad-Brunnen.
Zum 55. Mal war Karl-Heinz Moser (73) aus Lupburg– im kleinen Bild rechts unten mit Ehefrau, Tochter und Enkel – mit der Daßwanger Gruppe mit dabei. Er sagt: "Fußwallfahrten habe ich als 'Unterwegs zu Gott' erfahren dürfen."
Zum 55. Mal war Karl-Heinz Moser (73) aus Lupburg – im Bild mit Ehefrau, Tochter und Enkel – mit der Daßwanger Gruppe mit dabei. Er sagt: "Fußwallfahrten habe ich als 'Unterwegs zu Gott' erfahren dürfen. Dieses Gefühl der Nähe zu Gott und zur heiligen Gottesmutter ist mir in der Gnadenkapelle zu Altötting besonders stark ausgeprägt!" Insgesamt ist Karl-Heinz Moser bereits 81 Mal nach Altötting gepilgert. Respekt!

Aus Günching, Daßwang, Hemau und Beilngries kamen die Wallfahrtsteilnehmer, und in dieser Reihenfolge sind sie am Dienstag, 10. Mai gegen 10 Uhr über die Neuöttinger Straße zum Kapellplatz und dann zur St. Anna-Basilika gezogen. An der Spitze marschierte auch der neue Erste Pilgerleiter Richard Bögerl; Vorgänger Georg Schön ist nun als Zweiter Pilgerleiter in der Verantwortung. Die beiden Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl und P. Norbert Schlenker begrüßten die Pilger herzlich.

Es war heuer seine zweite Fußwallfahrt, wie Thomas Schafbauer erzählte. Seine Frau und seine beiden Töchter hatten ihn bereits sehnsüchtig am Gnadenort erwartet. Als Wallfahrtsgrund nannte der junge Familienvater den "Dank für zwei gesunde Kinder", also eine Wallfahrt für jedes Kind. Ob er im nächsten Jahr wieder dabei sein werde, sei noch offen. Im Rückblick seien die Strapazen ziemlich groß gewesen, vor allem aufgrund der hohen Temperaturschwankungen – frühmorgens kalt, tagsüber zu warm. Auch würde der Wallfahrt ein bisschen weniger gemeinsames Gebet und mehr Zeit, den eigenen Gedanken nachzugehen, guttun, resümierte er.

Auch Hubert Lehmeier von der Günchinger Gruppe sprach von den Strapazen auf dem Weg: "Jedes Jahr Blasen an den Füßen, brennende Füße vom langen Gehen auf den Teerstraßen, übernächtigt durch zu wenig Schlaf", zählte er lachend seine Erfahrungen auf. "Da bist' froh, wenn du wieder daheim bist!" Und trotzdem will er mitmachen, so lange er gesundheitlich kann. Denn was viel mehr zähle, sei die Glaubensgemeinschaft unterwegs, da nehme man die Blessuren relativ gelassen in Kauf, sagte er. Heuer war Hubert Lehmeier schon zum 32. Mal mit dabei.

Die Wärme, die Geborgenheit und der mütterliche Schutz Mariens, der Patronin Bayerns, zögen die Pilger immer wieder magisch an, stellte Pfarrer Johannes Trollmann aus Titting fest, der als Hauptzelebrant und Prediger dem Pilgergottesdienst vorstand. Maria begleite uns Schritt für Schritt auf dem Weg, nehme uns an der Hand und führe uns zu Jesus. Die Bibelstelle "Nichts ist mir unmöglich, weil der, der bei mir ist, mich stark macht", könne durchaus auf Maria übertragen werden, resümierte Pfr. Trollmann.

"Ihr Leben ist ganz gelungen"

Pfarrer Johannes Trollmann beim Friedensgruß.
Pfarrer Johannes Trollmann beim Friedensgruß.

Der Prediger empfahl von Maria zu lernen. "Wie hat Maria all das geschafft, Jesus zu begleiten von der Wiege bis zum Kreuz, um als Pieta den toten Jesus im Schoß zu tragen", hinterfragte Pfr. Trollmann. Maria habe ihre Stärke durch ihr Gottvertrauen erhalten und Barmherzigkeit (Erbarmen im Herzen) von Anfang an gelebt, bekräftigte er. "Ihr Leben ist ganz gelungen". Auch wir sollten den Auftrag Gottes annehmen. Im Vertrauen auf Gott, Maria als "Wegweiserin" an unserer Seite, sei unsere Garantie dafür, ans rechte Ziel zu gelangen.

Am Ziel in Altötting stärkten sich die Pilger bei der Feier der Eucharistie und bei einem Besuch der Gottesmutter in der Hl. Kapelle. Manche hatten danach schon ein neues Ziel im Auge: Ab Donnerstag, 12. Mai, traten einige Hartgesottene den Heimweg in die Oberpfalz an – zu Fuß ...!

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

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