Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Der "Wallfahrtsmonat Mai" hält, was er verspricht: mehrere Tausend Pilger kamen in den letzten Tagen in Altötting an. Manch einer nutzt den Gnadenort auch als Ausgangspunkt für eine Wallfahrt, so etwa Marienwegspilger, oder aber auch ein Parkinson-Patient, der sich auf eine besondere Reise zu seinem Namenspatron nach Italien begeben hat ...

Auf dem Marienweg

Eine ganz persönliche Wallfahrt bietet einmal im Jahr Gabriele-Franziska Weidinger auf dem Via-Maria-Weg von Altötting nach Mariazell. Auch heuer wandert sie mit einer kleinen Gruppe begeisterter Wallfahrer auf historischen Pfaden vom "Herzen Bayerns" ins "Herz Österreichs". Gestärkt durch ein Weißwurstfrühstück beim Gasthof Plankl in Altötting, und nach einer Stadtführung mit Stefan Jetz ging es heuer am am 1. Mai los zu der 14-tägigen Pilgerreise. Viele schöne Erfahrungen und Gottes Segen wünscht auch der "Bote"!

Text und Foto: Michael Glaß

"Maria hilft immer" – Päpstliche Stiftung "Kirche in Not" feiert Pontifikalmesse mit Kardinal Mauro Piacenza

Kardinal Raymundo Damasceno Assis bei der Vorabendmesse am 4. Mai in der Basilika, links neben ihm Bischof Gregor Maria Hanke, Kapuzinerpater Norbert Schlenker und Pater Hermann-Josef Hubka.
Kardinal Raymundo Damasceno Assis (2.v.r.) bei der Vorabendmesse am 4. Mai in der Basilika, links neben ihm Bischof Gregor Maria Hanke, Kapuzinerpater Norbert Schlenker und Pater Hermann-Josef Hubka.
Kardinal Mauro Piacenza, Kardinal Raymundo Damasceno Assis und Bischof Gregor Maria Hanke bei der Lichterprozession.
Kardinal Mauro Piacenza (von rechts), Kardinal Raymundo Damasceno Assis und Bischof Gregor Maria Hanke bei der Lichterprozession.
Pontifikalamt am Christi Himmelfahrtstag in der Basilika.
Pontifikalamt am Christi Himmelfahrtstag in der Basilika.

"Maria hilft immer, sie hilft jederzeit!", zitierte der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke die letzten Zeilen des Gebets "Jungfrau Muttergottes, mein". Am Christi Himmelfahrtstag, 5. Mai, feierte die Päpstliche Stiftung "Kirche in Not" (KiN) eine Pontifikalmesse in der Altöttinger St. Anna-Basilika. Bischof Hanke hielt die Predigt, Kardinal Mauro Piacenza, Präsident von KiN und Großpönentiar beim Gnadengerichtshof der Apostolischen Pönitentiarie beim Heiligen Stuhl, zelebrierte die hl. Messe; Konzelebrant waren u.a. Pater Hermann-Josef Hubka, geistlicher Assistent von KiN in Deutschland, und Kapuzinerpater Norbert Schlenker, stellvertretender Wallfahrtsrektor. Bereits am Abend zuvor fand ein Pontifikalamt mit Kardinal Raymundo Damasceno Assis aus Aparecida statt, anschließend eine Lichterprozession über den Kapellplatz.

Bischof Hanke riet den Gottesdienstbesuchern in seiner Predigt zu einer "gelungenen Balance zwischen Himmlischem und Irdischem". "Für uns Christen ist jeder Tag ein wahrer Vatertag – wir sind immer dazu berufen, das zu suchen, was droben ist", erklärte er, schränkte aber ein: "Auf der anderen Seite sind Weltflucht und eine realitätsfremde Frömmigkeit kein Weg nach oben. Der Weg Jesu fängt auf dem Stück Boden an, auf dem wir stehen!" Nicht abzuheben und stets die Sorgen und Nöte der Menschen im Blick zu haben, riet Bischof Hanke. Er betonte: "Als Kirche sind wir kein geistlicher Ortsverschönerungsverein, der Vereins- und Familienfeste gestaltet, und auch keine humanitäre Organisation – als Kirche sind wir eine Gemeinschaft derjenigen, die mit Jesus Christus den Weg zum Vater gehen." Auf jeden Einzelnen komme es dabei an, denn: "Die Kirche, die Jüngerschaft auf dem Weg sind wir alle, die getauft und gefirmt sind." Der Ausdruck "Magd des Herrn" ist für Bischof Hanke "die beste Interpretation der Verbindung zwischen Himmlischem und Irdischem, die beste Erklärung des Geheimnisses der Berufung". Maria sei "Wegweiserin, wie Kirchesein auch heute geht".

Bei einem Vortrag im Altöttinger Franziskushaus rief Kardinal Piacenza die Zuhörer auf, durch eine Neuevangelisierung dem "Wettlauf der Selbstzerstörung" entgegenzutreten. Wie das Hilfswerk auf seiner Website informiert, sagte er: "Wir haben die Aufgabe, das Evangelium vollständig zu verkünden, ohne Abstriche, ohne Verkürzungen, ohne angebliche ,Aktualisierungen', die dazu gedacht sind, das Evangelium zu zähmen, es annehmbar zu machen". Dabei sei die Beichte das wichtigste Sakrament. Durch sie werde deutlich, dass die "Wahrheit Jesu Christi die gesamte menschliche Existenz erleuchten und leiten will: unsere Gedanken, unsere Entscheidungen, unsere Handlungen. Die Verkündigung der Wahrheit Jesu Christi wird nur dann wirksam sein, wenn diese Wahrheit durch das Sakrament der Beichte auch das Herz des Menschen erreicht und innerlich verwandelt".

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner 2, Michael Glaß 1

Leben betrachten – Fußpilger aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Gangkofen

Bei einer Wallfahrt sieht man oft das Leben aus ganz anderen Augen, nicht getrübt durch die Brille des Alltags. Noch mal ein ganz anderer Blickwinkel entsteht, wenn man zum Abschluss einer Wallfahrt durch eine "Heilige Pforte der Barmherzigkeit" geht. Eine solche Pforte fordere uns auf, unser Leben zu betrachten, erklärte Kapuzinerpater Ludwig Wörle, als er am 1. Mai – kurz nach dem Festgottesdienst zur Eröffnung des Wallfahrtsjahres und der Öffnung der Hl. Pforte in der St. Anna-Basilika durch Bischof Stefan Oster – die Fußpilger aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Gangkofen begrüßte. Sie öffne den Blick auf die "Mutter der Barmherzigkeit", die verdeutliche, dass Gott "immer bereit ist, auf uns zuzugehen und uns Barmherzigkeit zu schenken", sagte P. Ludwig. Seit 4 Uhr morgens waren die über 400 Pilger aus Gangkofen auf den Beinen gewesen, rund 35 km hatten sie hinter sich gebracht. Nach der Begrüßung feierten sie eine hl. Messe mit Pfr. Jakob Ewerling.

Text und Fotos: Michael Glaß

Feuerwehr pilgert mit – Wallfahrt aus Reischach

Am Christi-Himmelfahrtstag, 5. Mai, haben traditionsgemäß Angehörige aus dem Pfarrverband Reischach-Arbing-Endlkirchen ihren Bittgang an den Gnadenort durchgeführt. Verstärkung fand die Pilgergruppe – angeführt von Konrad Diensthuber mit dem Vortragskreuz und dem geistlichen Begleiter, Pfarrvikar P. Kumar Yangaladasu – durch etwa 40 Männer der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Reischach, die aus Dankbarkeit, dass ein Unfall mit dem Feuerwehrfahrzeug "glimpflich" ausgegangen war, eine Wallfahrt zur Gnadenmutter nach Altötting gelobten. Auch ein Bittgesuch hatten die Feuerwehrler an die Gnadenmutter zu richten: um schönes Wetter beim heurigen 150-jährigen FFW-Jubiläum von 25. bis 29. Mai. Der stellvertretende Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker betonte bei der Begrüßung vor dem Pilgergottesdienst im Kongregationssaal, am Fest Christi Himmelfahrt den Blick nicht nur gen Himmel zu richten, sondern auf Christi Gegenwart hier auf Erden.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit Verspätung am Ziel – Fußpilger aus dem Oberpfälzischen Cham

"Des holen wir schon wieder eina", zitierte Kapuzinerpater Bruder Georg Greimel den Dekan des Dekanats Altötting, Heribert Schauer, als dieser zu einem Gottesdienst in der Neuöttinger Stadtpfarrkirche zu spät gekommen war, und dafür eine verkürzte Predigt hielt. Mit einer dreiviertelstündigen Verspätung waren auch die Fußpilger aus dem Oberpfälzischen Cham/Altenmarkt unter Leitung von Sepp Bucher am 7. Mai in Altötting eingetroffen. So fiel Br. Georgs Willkommensgruß vor der Gnadenkapelle für die Pilger aus der Oberpfalz, die nach dreitägigem Fußmarsch ihr Ziel erreicht hatten, kürzer aus. Er dankte für das Glaubenszeugnis und empfahl, "dass wir auch im Alltag unser Christsein leben, damit wir auch unser 'Endziel' gut erreichen." Als ältester Wallfahrtsteilnehmer wieder mit dabei war Ludwig Schierer (85), als jüngste die 11-jährige Marie Obermeyer (drittes Bild, M.); beide sind die ganze Strecke mitmarschiert.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Wenn der Sprit ausgeht – Wallfahrt aus Taufkirchen-Falkenberg

Gute sechs Stunden waren sie schon auf den Beinen, als die Pilger aus Taufkirchen-Falkenberg nach ca. 30 km Fußmarsch am 7. Mai um 10.45 Uhr in Altötting von Kapuzinerpater Andreas Kaiser begrüßt und über die Gnadenkapelle durch die "Pforte der Barmherzigkeit" in die Basilika St. Anna einbegleitet wurden. "Sicher habt ihr unterwegs auch einmal Durst gehabt", so Br. Andreas, "auch ein Auto braucht Sprit um zu fahren – und da sind wir beim Thema". Denn Sprit komme vom lateinischen spiritus = Geist. Der Hl. Geist habe die Pilger wieder angetrieben, den weiten Weg nach Altötting zur Gnadenmutter zu gehen. Doch die Wallfahrt sei nicht nur anstrengend, meint Br. Andreas, sondern auch umgekehrt eine Gelegenheit aufzutanken: "Gott hat ein offenes Herz für uns, auch wenn uns mal der Sprit ausgeht". Abschließend wünschte Br. Andreas den Fußwallfahrern "viel Kraft und Sprit/spiritus, dass es wieder reicht bis zum nächsten Mal!".

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

Das Herz am rechten Fleck – Polizisten pilgern zum hl. Br. Konrad

Wie der hl. Bruder Konrad zu lernen und mit dem Herzen zu sehen, gewissermaßen "das Herz am rechten Fleck" und den Mitmenschen im Blick zu haben, empfahl Bundespolizeipfarrer P. Dr. Gabriel Wolf OPraem (M.) am Samstag, 7. Mai, bei der Pilgermesse in der St. Konradkirche anlässlich der 11. Wallfahrt des Bundespolizeipräsidiums Süd. Als Konzelebranten mit dabei waren P. Andreas Bröckling sowie Pfarrer Andrej Malachowski. P. Gabriel sah im von Papst Franziskus ausgerufenen Jahr der Barmherzigkeit gerade für die Bundespolizei "als Visitenkarte Deutschlands" eine besondere Herausforderung in Zeiten von Flucht und Massenmigration einen wachen Blick zu bewahren und unserem Land ein menschliches Gesicht zu geben. "Bitten wir unseren Patron, den hl. Bruder Konrad, den Pförtner mit Empathie, dass er uns ein guter Fürsprecher der Barmherzigkeit sei, um den Segen für alle Biker, um Kraft für alle, die ihren Dienst tun für die Sicherheit an unseren Grenzen, Bahnhöfen und Flughäfen, um Bewahrung vor Unfällen und Terrorakten." Nach der Biker- und Motorradsegnung wie auch der Segnung der Christophorus-Medaillen – diese hatte der scheidende Polizeipräsident in Bayern, Hubert Steiger, gestiftet – zogen die Wallfahrtsteilnehmer aus ganz Bayern den Kapuzinerberg hinauf zur kurzen Statio vor der Gnadenkapelle. Nach kurzen Begrüßungsworten spendete Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl den Segen für alle Wallfahrtsteilnehmer und schickte zugleich – gut gelaunt angesichts des herrlichen Frühlingstages – ein Dankeswort gen Himmel: "Für trocken und nass, deo gratias!" – wobei den Bikern ersteres sicher angenehmer war!

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Im Liegerad nach Padua

Auf die Reise zu seinem Namenspatron, dem hl. Antonius von Padua, hat sich Tony Seidl am 7. Mai, seinem 50. Geburtstag, gemacht. 519 Kilometer mit dem Fahrrad – das nötigt Respekt ab, vor allem weil Tony Seidl an Parkinson erkrankt ist. Doch dank einer speziellen Therapie, der sogenannten Tiefen Hirnstimulation, geht es dem verheirateten Vater einer Tochter besser.

Vor zwei Jahren wurde die Operation durchgeführt, bei der dünne Elektroden ins Gehirn und ein akkubetriebener Impulsgeber in den Brust- oder Oberbauchbereich eingesetzt werden. Das Gerät sendet elektrische Impulse ans Gehirn, welche gezielt den Parkinsonfolgen entgegensteuern sollen. Dieser "Hirnschrittmacher" kann Parkinson zwar nicht heilen, aber zumindest die Folgen der Erkrankung etwas dämpfen. Tony Seidl hatte 2014 ein Gelübde abgelegt: Wenn die Operation gut ausgeht und er sich körperlich fit genug fühlt, wird Padua angesteuert. Und zwar im Liegerad.

Am vergangenen Samstag war es nun so weit: Ab 8 Uhr herrschte reges Treiben am Kapellplatz. Ein Fernsehteam war gekommen, dazu mehrere Fotografen, Cheerleader,  eine Einrad-Truppe aus Kastl und natürlich viele Freunde. Tony Seidl gab bereitwillig Auskunft über seine Krankheit und strahlte dabei durch seine grün umrandete Brille mit der Sonne um die Wette. Im Namen der Stadt Altötting wünschte Dritter Bürgermeister Konrad Heuwieser gute, unfallfreie Fahrt und eine gesunde Heimkehr. Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl sprach den Reisesegen und gab einen Fingerrosenkranz und eine Wallfahrtsmedaille mit auf den Weg. Er sagte, er empfinde großen Respekt vor dem Lebensmut und dem Leistungswillen Tony Seidls. Dieses Handeln sei im tiefsten Sinne christlich, denn Jesus habe gesagt: "Nimm Dein Kreuz auf Dich und folge mir nach." Eine Wallfahrt zu seinem Namenspatron sei eine ganz besondere Form, Dank abzustatten.

Und dann ging es los. Auf Nachfrage sagte Tony Seidl, er fühle sich bereit und fit für die Fahrt. Damit das auch unterwegs so bleibt, wird er von der Osteopathie-Therapeutin Alexandra Pauler begleitet. Elf Tage soll die Reise dauern, die Tagesetappen betragen im Durchschnitt 48 Kilometer und führen unter anderem über Freilassing, Bischofshofen, Villach, Udine und Mestre nach Padua. Verschiedene Begleiter werden mitfahren, am 8. Mai war beispielsweise Prof. Johannes Schwarz dabei, der Arzt, der Tony Seidl vor zwei Jahren operiert hat. Beim Start am Kapellplatz am Samstagvormittag hatte Tony Seidl gleich eine ganz besondere Eskorte: Nachdem ihn Cheerleader verabschiedet hatten, begleiteten ihn die Einrad-Mädchen aus Kastl bis zu ihrem Heimatort.

Text: Erwin Schwarz, Fotos: Roswitha Dorfner

Zwei gute Patrone – Pilger aus Thalmassing

Unter dem Schutz des vor ziemlich genau zwei Jahren heiliggesprochenen Papst Johannes XXIII. sind die Pilger aus Thalmassing nach Altötting gegangen – drei Tage sind sie bei prachtvollem Maiwetter unterwegs gewesen, insgesamt 108 km haben sie unter der Führung von Pilgerleiter Richard Reis zurückgelegt. Im Jahr zuvor war der ebenfalls am 27. April 2014 heiliggesprochene Johannes Paul II. Patron der Wallfahrt. "Alle Heiligen dürfen mal drankommen", erklärte schmunzelnd Pfarrer und Dekan Anton Schober, der "seine" Wallfahrer am 7. Mai in Altötting in Empfang nahm. Lächelnd fügte er hinzu: "Im Himmel gibt es eh keine Eifersucht ..." Beide heiligen Päpste taten jedenfalls ihre Pflicht als Schutzpatrone: Die Wallfahrt verlief gut, das Wetter war perfekt, erneut konnten die Thalmassinger über 400 Gläubige zu dieser Wallfahrt animieren, und auch für die Zukunft ist gesorgt, denn viele junge Gesichter waren unter den Teilnehmern. Kapuzinerpater Siegbert Mayer begleitete die Pilger über den Kapellplatz hinunter zur St. Anna-Basilika und durch die erst eine Woche zuvor geweihte "Heilige Pforte" in das Gotteshaus, wo sie schließlich gemeinsam mit Pilgern aus Cham und Taufkirchen Eucharistie feierten.

Text und Fotos: Michael Glaß

Verlobung vor der Hl. Kapelle – Fußwallfahrt aus Frontenhausen

Kurze Hosen, T-Shirts, Hüte, rote Köpfe und die Sonnenbrille von Kapuzinerbruder Ernst-Konrad Mackenbrock während der Einbegleitung am Samstag, 7. Mai waren Beweis genug: Der Sommer hatte ein vorzeitiges Gastspiel gegeben während der Fußwallfahrt aus Frontenhausen nach Altötting. Um 4 Uhr früh ging's los und gut zehn Stunden später, um 14.30 Uhr läuteten die Kirchenglocken beim Einzug der Niederbayern über den Kapellplatz zum Kongregationssaal, wo sie ihren Pilgergottesdienst mit Pfarrer Thomas Diermeier feierten. Dabei war den erschöpften Frontenhausern wohl entgangen, dass zuvor zwei ihrer Mitpilger kurz aus der Gruppe ausscherten – für einen ganz besonderen Wallfahrtshöhepunkt: Thomas (34) fiel in Sichtweite der Gnadenkapelle vor seiner Franziska (30) auf die Knie und machte ihr einen Heiratsantrag (siehe Titel). Mit Freudentränen in den Augen sagte die überraschte junge Frau "Ja" – fast auf den Tag genau an ihrem persönlichen "Jahrestag", dem 9. Mai, wie der sichtlich erleichterte, frisch gebackene Bräutigam verriet. Kennengelernt haben die beiden sich über die gemeinsame Leidenschaft, das Theaterspielen bei den Theaterfreunden Steinberg (Marklkofen), und es war bereits die dritte gemeinsame Wallfahrt nach Altötting. Durch den Antrag bekamen auch die von Br. Ernst-Konrad im Kongregationssaal an die Frontenhauser Pilger gerichteten Worte eine ganz eigene Bedeutung: "Ich weiß nicht, ob die Gottesmutter immer alle Anliegen auf einmal erfüllt – aber das Warten lohnt sich!".

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

130. Wallfahrt – Fußpilger aus Günzkofen

Ein Jubiläum konnten am 7. Mai rund 80 Fußpilger aus Günzkofen feiern: Zum 130. Mal fand diese Wallfahrt statt, womit insgesamt ziemlich genau 7.800 Kilometer zurückgelegt wurden, wie Kapuzinerbruder Ernst-Konrad Mackenbrock ausgerechnet hatte, der die Wallfahrer nach der Einbegleitung vor der Gnadenkapelle herzlich begrüßte. Rund 60 km legen die Günzkofener alljährlich auf ihrem Weg nach Altötting zurück. Ca. 14 Stunden waren die Pilger unter der Führung von Pilgerleiter Helmut Steinmeier marschiert – größtenteils in der Nacht. Br. Ernst-Konrad erinnerte an die Muttergottes: Sie sei eine "zuhörende, barmherzige – Sie zeigt uns den Weg zu Jesus Christus". Mit ihrem "Heimatpfarrer" Johann Schober feierten die Wallfahrer schließlich eine Andacht in der St. Konradkirche.

Text und Fotos: Michael Glaß

Stabwechsel – "Oberlandler" Fußwallfahrer

Sie brauchen kein Mikrophon während ihrer zweitägigen Fußwallfahrt nach Altötting, und schon von weitem hört man sie laut Rosenkranz-betend dem Gnadenort nahen. Am 7. Mai zogen nach alter Pilgertradition streng in Zweierreihen geordnet – vorne die Männer, hinten die Frauen, in der Mitte die Vorbeter – 308 "Oberlandler" Fußwallfahrer, der sogenannte Auer Bittgang (Rosenheim-Schloßberg), über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika. Der stellvertretende Wallfahrtsleiter Kapuzinerpater Norbert Schlenker dankte für das ausdrucksstarke Zeichen und feierte mit den Oberlandlern im Anschluss einen Pilgergottesdienst. Einen Stabwechsel gab's dann zum Abschluss zu verkünden: Nach 41 Jahren Fußwallfahrt, davon 37 Jahre als Vorbeter und 20 Jahre Pilgerführer, erklärte Sepp Klaus seinen Rücktritt und übergab an seinen Nachfolger Rupert Hille. Als quasi erste Amtshandlung zeichnete dieser seinen Vorgänger mit einer Urkunde aus.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner