Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Auch wenn sich das April-Wetter zuletzt von seiner schlechten Seite zeigte, kamen zahlreiche Pilger in Altötting an. – Eine kleine Auswahl:

Treue Pilger aus Unterfranken – Wallfahrt aus Heustreu

Auch heuer hat sich eine Buspilgergruppe aus Heustreu unter der geistlichen Leitung von Pfr. Frank Mathiowetz das Herz Bayerns auserkoren, um für zwei Tage (19./20. April) am Gnadenort Unserer Lieben Frau und des hl. Bruders Konrad zu verweilen. Nach Ankunft am Griesparkplatz am frühen Nachmittag des ersten Pilgertags – mit dabei auch unsere treue Botenleserin Martha Göb aus Donnersdorf –, gestärkt mit Kaffee und Kuchen, zogen die Pilger aus Unterfranken unter den Klängen der Musikkapelle Altötting zum Kapellplatz. Ein herzliches Vergelt's Gott für das sichtbare und hörbare Glaubenszeugnis und "eurem Pfarrer, der euch hierhergebracht hat", entbot Altöttings Diakon Thomas Zauner bei seinen herzlichen Grußworten. Eigens mit dem Wohnmobil war das Ehepaar Josef und Elisabeth Halbig aus Wülfershausen angereist, um mit der Pilgergruppe aus ihrer Heimatpfarrei Heustreu die Pilgertage in Altötting zu verbringen. Nicht, dass sie etwas gegen Buspilgerreisen gehabt hätten, das hatte einen anderen Grund: Pudeldame "Trixi" darf nicht im Bus mitgenommen werden.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Die Nacht hindurch – Pilger aus der Pfarreiengemeinschaft Mamming-Niederhöcking

"Liebe Wallfahrer, schönen guten Morgen hier in Altötting vor der Gnadenkapelle!" Der stellvertretende Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker entbot am Samstagmorgen, 23. April, seinen herzlichen Willkommensgruß den 55 Fußpilgern der Pfarreiengemeinschaft Mamming-Niederhöcking mit Pfarrer P. Joseph Santhappen msfs, die 55 km die Nacht hindurch zur Gnadenmutter nach Altötting gegangen waren. "Hier bei der Mutter, der 'Mater misericordiae', der Mutter der Barmherzigkeit, seid ihr gut aufgehoben", versicherte P. Norbert und zitierte die Worte von Papst Franziskus: "Unter deinem Mantel ist Platz für alle!" Dass alle Fußwallfahrer "gut rübergekommen" waren freute besonders Pilgerleiter Hans Kohlmeier ebenso wie das ideale Pilgerwetter.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"In Gott's Namen, gehen wir" – Wallfahrt aus der Pfarrei Arnstorf-Mitterhausen

Pfarrer Bernhard Saliter und Kaplan Tobias Reiter sowie viele Erstkommunionkinder und Firmlinge schlossen sich am Samstag, 23. April um 8 Uhr morgens ab Reischach den 40 Fußpilgern ihrer Pfarrei Arnstorf-Mitterhausen an, um die restliche Wegstrecke gemeinsam zurückzulegen. Zum festlichen Einzug über den Altöttinger Kapellplatz gesellte sich dann ab Busparkplatz Gries zur heurigen 20. Jubiläumswallfahrt auch noch eine Trachten- und Fahnenabordnung aus Mitterhausen samt Blaskapelle hinzu. "In Gott's Namen, gehen wir!", ermunterte Kapuzinerpater Ludwig Wörle die Niederbayern zum Abmarsch Richtung Kapellplatz, an vorderster Front Marianne Eder mit dem Papst-Benedikt-T-Shirt, das Kreuz auf der Schulter. "Der Herr, der uns zur Muttergottes geführt hat, sei mit Euch", eröffnete Pfr. Saliter den Jubiläums-Pilgergottesdienst in der Stiftspfarrkirche. "Wer im Leben auf Gott und die Muttergottes vertraut", so Pfr. Saliter, "da geht's immer weiter, egal, was kommen mag!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Im Blickkontakt mit Jesus – Pilger aus Kelheim

Gerade noch rechtzeitig am Pilgerziel angekommen waren am Samstag, 23. April die 350 Wallfahrtsteilnehmer aus Kelheim, die von Massing aus den Weg zu Fuß nach Altötting angetreten hatten. Pünktlich zum 12 Uhr-Leuten der Kirchenglocken, das gleichzeitig auch als Willkommensgruß für die Pilger galt, hatte es zu regnen begonnen. So konnte Kapuzinerpater Andreas Kaiser die Kelheimer in der Stiftspfarrkirche "trockenen Fußes" in Empfang nehmen. Wie die Gottesmutter und der hl. Bruder Konrad, so sollten auch wir Menschen im Blickkontakt mit Jesus bleiben, hinaufschauen zum Kreuz, empfahl Br. Andreas. Denn Gott blicke in liebendem Erbarmen auf uns Menschen herab, es sei niemals ein strafender Blick ...

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Wallfahrt weicht Maibaum – Wallfahrt aus Offenstetten

Weil er auch das Maibaumaufstellen in der Heimat zu leiten habe, wurde die Wallfahrt der Offenstettener vom angestammten Termin am Vortag des 1. Mai heuer kurzerhand um eine Woche vorverlegt, berichtete Pilgerleiter Heribert "Harry" Geisberger. So konnten beide guten Traditionen unter einen Hut gebracht werden. Allerdings mussten die ca. 35 Offenstettener Pilger die Terminverschiebung mit ungemütlichem Nieselwetter "büßen", bevor sie nach etwa 30 km Fußmarsch von Massing aus am Samstag, 23. April um 12.15 Uhr in Altötting von Kapuzinerpater Sunil Kachappally und einem "Fahnen-Kreuz-Kuss" begrüßt wurden. Auch P. Sunil bekam übrigens den "Segen von oben" ab, da die Niederbayern 15 Minuten "verspätet" eintrafen.

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

Geschafft und "geschafft" – Fußpilger aus Edling-Wasserburg

"Ihr seid am Ziel, habt es geschafft – und seid wohl alle auch etwas geschafft", begrüßte Kapuzinerpater Heinrich Grumann die etwa 70 Teilnehmer der Fußwallfahrt von Edling-Wasserburg nach Altötting am Samstag, 23. April um 13.45 Uhr im Kongregationssaal. Zuvor hatte er sie an der Kreuzung Mühldorfer/Marien Straße mit dem traditionellen Kreuzkuss in Empfang genommen und um die Gnadenkapelle herum einbegleitet. "Ihr könnt stolz auf euch sein", zollte P. Heinrich den Wallfahrern seinen Respekt, "und ihr steht in einer über 500-jährigen Tradition". Hier in Altötting sei man Gott näher, hier könne man auch die Gottesmutter neu kennenlernen. "Altötting hat aber noch mehr zu bieten", verwies P. Heinrich dann auf den hl. Br. Konrad, dessen Fest man an diesem Wochenende begehe. Dann gab er den Fußpilgern noch einen Leitspruch Br. Konrads mit auf den Weg – dieser habe gesagt: "Ich will immer bestrebt sein, die Tugenden der Gottesmutter Maria nachzuahmen".

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst

Unvergessener Seelsorger – Buspilgergruppe aus Frauenau/Mariä Himmelfahrt

Einen Pilgertag in Altötting mit Besuch von Unterholzhausen verbringt alljährlich die Buspilgergruppe aus Frauenau/Mariä Himmelfahrt unter der geistlichen Leitung von Pfarrer Lorenz Glatz, organisiert vom Mütterverein, so auch am Samstag, 23. April. Nicht nur die Gnadenmutter und der hl. Br. Konrad sind Pilgerziel, sondern wohl auch die Grabstätte vom ehemaligen Altöttinger und Frauenauer Stadtpfarrer Prälat Max Absmeier.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Glückliche Gesichter – Fußwallfahrer aus Blaibach

"Gutes Tempo, prächtiges Pilgerwetter mit bißchen Nieselregen, glückliche Gesichter bei der Ankunft", war das Fazit von Kapuzinerpater Br. Jeremias Borgards, der am Griesparkplatz Altötting am Samstagnachmittag, 23. April gegen 15.30 Uhr die 151 Fußwallfahrer aus Blaibach (Abmarsch in Falkenberg, ca. 35 km Fußweg) am Pilgerziel begrüßte. Dabei betonte er, egal, ob kleine oder große Gruppe, wie wichtig das gute Miteinander auf dem Weg sei: Menschen stehen für ihren Glauben ein und geben Zeugnis. Verstärkt beim Einzug zum Kapellplatz und Umrunden der Gnadenkapelle wurden die Blaibacher, die übrigens zum 10. Mal nach Altötting gekommen waren, durch eine Firmgruppe aus Österreich. Und zum Jubiläum hatte der Pilgerleiter und zugleich Bürgermeister von Blaibach, Wolfgang Eckl, zum festlichen Anlass um die Musikkapelle Altötting gebeten. "Des leisten wir uns als Jubiläumsdreingabe!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Mit Empfangskomitee – Fußpilger aus dem Pfarrverband Pilsting-Großköllnbach-Parnkofen

Nicht nur stv. Wallfahrtsrektor P. Norbert Schlenker nahm die 50 Fußpilger aus dem Pfarrverband Pilsting-Großköllnbach-Parnkofen mit Pilgerleiter Albert Pöschl nach zweitägiger Fußwallfahrt am Sonntagmorgen, 24. April an der Herrenmühlstraße in Empfang. Auch Dekan Johann Ammer hatte seine Ministranten/Innen wieder eigens mit dem Bus vor die Tore Altöttings chauffiert und viele weitere Pfarrangehörige hatten sich angeschlossen, um so für einen prächtigen Zug über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika zu sorgen. Höhepunkt und Abschluss der Wallfahrt war dann der feierliche Pilgergottesdienst.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Seid's barmherzig (mit mir)" – Fußwallfahrt aus Großmehring

Ganz stolz trug der neunjährige Benedikt am Sonntagmorgen, 24. April, sein Pilgerkreuz zum Kapellplatz vor die Gnadenkapelle. Der Enkel von Monika Frank, die auch heuer wieder die Fußwallfahrt aus Großmehring nach Altötting leitete, war als jüngster Wallfahrtsteilnehmer die letzten sieben Kilometer ab Heiligenstatt zu Fuß mitmarschiert. Drei Tage, von Freitag, 22. bis Sonntag, 24. April – mit Übernachtungen in Wartenberg und Mühldorf – hatten sich die 25 Wallfahrtsteilnehmer auf den Weg gemacht, und sie waren flott unterwegs. So erreichten sie eine Viertelstunde vor Einbegleitungstermin ihr Pilgerziel. Aber nicht nur eine Fußwallfahrt kann zur schweißtreibenden Angelegenheit werden, auch eine "verschwitzte" Einbegleitung kann für beschleunigten Puls sorgen: so geschehen bei Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser, der die Großmehringer nicht auf seinem persönlichen Terminkalender stehen hatte. Nach telefonischer Benachrichtigung durch den Kapellmesner traf Br. Andreas mit ein wenig Verspätung und etwas außer Atem vor der Gnadenkapelle ein. Schmunzelnd wandte er sich an die wartenden Fußpilger: So wie wir immer wieder auf das Verzeihen Gottes hofften, "so bin jetzt ich angewiesen, dass ihr barmherzig mit mir seid's!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Kraft für den Kniefall – Fußpilger aus Sünching

Zu einer "stolzen Leistung" gratulierte Kapuzinerpater Heinrich Grumann den rund 150 Pilgern aus Sünching, die nach zweitägigem Fußmarsch am frühen Vormittag des 24. April den Gnadenort in Altötting erreicht hatten. Trotz der Strapazen hatten die Pilger noch genügend Kraft, die Gottesmutter nach alter Pilgertradition vor der Gnadenkapelle auf Knien zu begrüßen. Pfarrer Peter König aus Straubing St. Peter, der zum wiederholten Mal die heuer 142. Fußwallfahrt aus Sünching als geistlicher Begleiter betreute, stimmte "Jubilate Deo" an. In seiner Predigt bei dem anschließenden Gottesdienst im Kongregationssaal dankte Pfr. König den Pilgern für ihr Glaubenszeugnis und betonte, dass eine Wallfahrt "kein Gaudimarsch" sei: "Am Anfang des Zuges wird das Kreuz getragen – im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung!" Den Pilgern riet er, ihr eigenes "Kreuz" der "Mutter der Barmherzigkeit" anzuvertrauen. Pfr. König kündigte auch an, dass er heuer im September nach 20 Jahren "seine" Pfarrei in Straubing verlassen werde. Sein neuer Einsatzort ist dann die Pfarrei "Maria Himmelfahrt" in Vilsbiburg. Für den leidenschaftlichen Altötting-Pilger ein Vorteil: zum Wallfahrtsort sind es dann ein paar Kilometer weniger.

Text und Fotos: Michael Glaß