Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Nachdem die Sodalen der Marianischen Männerkongregation mit ihrem Frühjahrshauptfest die Altöttinger Wallfahrtssaison traditionell eingeläutet haben, kommen nach und nach die ersten Pilgergruppen ins "Herz Bayerns". Eine der ersten Gruppen waren auch heuer wieder die Zirkusleute und Schausteller:

Zur Mutter der Barmherzigkeit: 10. Zirkus- und Schaustellerwallfahrt nach Altötting

 

Sie sorgen stets für einen bunten Auftakt der Altöttinger Wallfahrtssaison und auch heuer am 7. März haben sie wieder zahlreich an der Zirkus- und Schaustellerwallfahrt mit ihren Fahnenabordnungen aus ganz Bayern teilgenommen, um bei der Gnadenmutter von Altötting um Schutz und Segen und eine unfallfreie und erfolgreiche Saison zu bitten – darunter auch der Präsident des bayerischen Schaustellerverbands, Wenzel Bradac. Nach einer kurzen Statio vor der Gnadenkapelle umrundeten die Pilger nach alter Tradition die Hl. Kapelle, um schließlich zur Pontifikalmesse mit dem Augsburger Oberhirten H.H. Bischof Dr. Konrad Zdarsa sowie den Konzelebranten P. Paul Schäffersküpper, P. Simon Petrus, Pfr. Sascha Ellinghaus und Pfr. Martin Fuchs in die Stiftspfarrkirche St. Philippus und Jakobus einzuziehen. Herzlich begrüßte Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl die Schausteller und Zirkusleute am Gnadenort Unserer Lieben Frau. Er versicherte: Maria habe die Pilger bereits im Blick, wenn sie sich auf den Weg machten mit dem Gebet: "Mutter der Barmherzigkeit wende deine barmherzigen Augen uns zu und zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes". Mit Verweis auf den Vornamen des Augsburger Oberhirten, bezeichnete Prälat Mandl den Gnadenort Altötting auch als "Stadt des Namenspatrons von Bischof Zdarsa". Der hl. Klosterpförtner Br. Konrad sei ein leuchtendes Vorbild im Christsein gewesen und habe dies in seinem Alltag gelebt. Mit Freude habe er dieser Wallfahrt zugesagt, eröffnete Bischof Zdarsa seine Predigt. Wenn wir von Zirkus- und Schaustellerleuten hörten kämen viele Stimmungen und Gefühle in uns hoch, von Staunen und Verwunderung bis hin zur Frage, um was für ein "Völkchen" es sich hierbei handele. Da kämen Kindheitserinnerungen von Jahrmärkten und Zirkusvorstellungen hoch, nicht mehr vergleichbar mit den Fernsehübertragungen heutzutage. Bei den Schaustellern und Zirkusleuten sei viel Mobilität gefragt im Gegenzug zu uns Sesshaften, so der Bischof. Dennoch gebe es eine Gemeinsamkeit: die Verwurzelung im christlichen Glauben, verbunden durch die hl. Eucharistiefeier. Besonders betonte Bischof Zdarsa die Bedeutung der diesjährigen Schausteller-Wallfahrt im Hl. Jahr der Barmherzigkeit zur Mutter der Barmherzigkeit. Anhand von Auszügen aus dem Evangelium erläuterte der Prediger das Leben Mariens als Gottes Auserwählte unter allen Frauen, als Gottesmutter Maria, angefangen von der Prophezeiung und Verheißung bis zum bitteren Ende, als sie Jesu Tod am Kreuz miterleben musste. Doch der Sühnetod Jesu sei kein Trauerereignis, sondern ein Vorzeichen der Auferstehung Christi. Hierin liege das Heil für uns Menschen durch Gottes unendliche Barmherzigkeit, so Zdarsa. Der Bischof ermunterte die Wallfahrtsteilnehmer, mutig den Glaubensweg Mariens zu gehen, einen Weg der Liebe und Erfüllung, der zur ewigen Freude bei Gott führe.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Die Fußwallfahrt beginnt – Pilger aus Haader

Mit dem Pilgersegen von Pfarrer Reiner Huber im Rucksack machten sich am 12. März in aller Früh die 40 Teilnehmer an der 33. Fußwallfahrt aus Haader/Ndb. auf den Weg, allen voran Pilgerleiter Anton Maier (r.) und Mitorganisator Franz Buchner (2.v.r.). Zwei Tage waren sie unterwegs gewesen, als sie am Sonntagmorgen gegen 10.30 Uhr als eine der ersten Fußpilgergruppen ihr Pilgerziel erreichten und vor der Gnadenkapelle kurz Statio hielten, um im Gebet der Gottesmutter zu gedenken und zu danken. Frisch war's, aber eigentlich ideales Pilgerwetter, berichtete Anton Maier und besonders freute es ihn, dass heuer auch "junge Neuzugänge" mit dabei waren. In der St. Konradkirche feierten die Pilger aus Haader im Anschluss mit Kurat Josef Singer einen Pilgergottesdienst, am Nachmittag in der Gnadenkapelle eine Andacht.

Text und Foto: Roswitha Dorfner

Mit "Lebensfarben" – Firmlinge auf Wallfahrt

 

"Eingefädelt" hatte das Ganze die zweite Vorsitzende der Altöttinger Kolping-Familie, Anni Thalhammer: So organisierte im Zuge des Firmprojekts Wolfgang Thalhammer (Annis Sohn) mit einigen Eltern der 16 Firmlinge aus Vogtareuth/Zaisering vor dem eigentlichen "großen und wichtigen Tag der jungen Christen" (Termin 21. April, Firmspender Weihbischof Wolfgang Bischof) am 12. März eine Wallfahrt zur Gnadenmutter nach Altötting. Mit dem Zug erreichten sie Heiligenstatt und die restlichen sieben Kilometer gingen sie den Kreuzweg entlang des Mörnbachs. Dabei trugen die jungen Christen an jeder Kreuzwegstation ein Gebet um "Lebensfarben" vor: "Guter Gott wir bitten dich um Lebensfarben in uns, damit unser Leben mit dir und allen Menschen auf der Welt gut gelingen kann ... gib uns ein wenig von allen Farben, denn buntes Leben lebt sich leichter!" Die Lebensfarben Rot der Liebe, Orange der Wärme, Gelb des Lichts, Grün der Hoffnung, Schwarz der Finsternis, Hellgrün des Lebens, Weiss des Neuen und der Vergebung, Weinrot der Dankbarkeit, Gold des Kostbaren, Hellblau der Einmaligkeit und Rosa der Geborgenheit wurden symbolisch in Form eines Tuches an einen Stock gebunden und bei der Wallfahrt mitgetragen. Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser empfing die jungen Pilger und begleitete sie zum Kapellplatz. Die Kirchenglocken läuteten beim Einzug zum Gruß und bei der kurzen Statio vor der Gnadenkapelle wurde ein Lied angestimmt: "Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen, und neu beginnen, ganz neu ... da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner