Altöttinger Liebfrauenbote

Zweite Altöttinger Fastenpredigt mit Pater Siegbert Mayer OFMCap

"Er will der Gott mit uns sein"

"ER will der Gott mit uns sein", betonte Kapuzinerpater Siegbert Mayer in der zweiten Altöttinger Fastenpredigt am 25. Februar in der Stiftspfarrkirche. Er predigte zum Thema "Christus, die menschgewordene Barmherzigkeit Gottes" und erklärte u.a. auch, warum man die Bibel am besten vom Ende her beginnt.

Kapuzinerpater Siegbert Mayer bei seiner Predigt.
Kapuzinerpater Siegbert Mayer bei seiner Predigt.

Zur zweiten von insgesamt vier Fastenpredigten begrüßte Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl einen "Nachbarn" aus der Wallfahrtsstadt: Kapuzinerpater Siegbert Mayer ist Seelsorger im St. Konradkloster. "Wende deine barmherzigen Augen uns zu" – Aus dem Mariengebet "Salve regina – Sei gegrüßt, o Königin" stammt das Motto für die diesjährige Predigtreihe. Ein Motto, das auch P. Siegbert zitierte, denn: Keiner, der an Jesus Christus glaubt, komme "an Maria vorbei. Wer Jesus sagt, muss – ob er will oder nicht – Maria mit einschließen". Denn Gott lasse den Menschen ihren freien Willen, und Maria hätte auch ablehnen können, als ihr Gottes Sohn verheißen wurde (vgl. Lk 1, 26-38). Stattdessen aber habe sie "Ja" gesagt und Jesus bis hin zu seinem Tod zur Seite gestanden.

Eben jener Tod am Kreuz ist laut P. Siegbert der deutlichste Beweis für Gottes Barmherzigkeit. "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun", zitierte er das Lukasevangelium (Lk 23,34) und fragte: "Kann es eine größere Barmherzigkeit geben?" P. Siegbert stellte fest: "Die Botschaft, dass Gott wirklich unverbrüchlich mit uns sein und bleiben will", sei unüberbietbar. "Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat", zitierte P. Siegbert das Johannesevangelium (Joh 3,16) und stellte fest: "Keine andere Religion kennt das."

Gerade weil Jesu Tod für die Menschen und seine Auferstehung so einzigartig waren, ist es laut P. Siegbert sinnvoll, die Bibel vom Ende her, also von Ostern her zu lesen. Nur so seien "die einzelnen Kapitel letztlich verstehbar und glaubhaft". Auch die Verkündigungsszene, die im Rahmen der Fastenpredigt als Evangelium gelesen wurde, sei bereits Teil eines großen "Osterberichts", wie P. Siegbert erklärte: "Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden", zitierte er aus dem Evangelium, und: "Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben." (vgl. Lk 1, 32,33)

Text: Michael Glaß, Foto: Roswitha Dorfner