Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Der Sommer ist die Zeit der Wallfahrten der großen Landesgruppen wie der Kroaten (s.u.), der Sudetendeutschen oder der Donauschwaben (siehe zu den Vertriebenwallfahrten auch das Interview mit Weihbischof Hauke). Doch auch zahlreiche kleinere Gruppen kommen nach Altötting – eine Auswahl:

Kroatisches "Familientreffen"

Ein bisserl "geknickt" waren sie schon, die jungen Mädchen und Burschen der kroatischen Trachtengruppe aus München angesichts der Tatsache, dass die Kroaten bei der zu dieser Zeit stattfindenden Fußball-EM den Einzug ins Viertelfinale gegen den späteren Europameister Portugal am 25. Juni knapp verpassten. Dennoch waren sie am Sonntag, 26. Juni, zur alljährlich stattfindenden Nationalwallfahrt der in Bayern lebenden Kroaten nach Altötting gepilgert. Diese Wallfahrt ist quasi ein "kroatisches Familientreffen am Gnadenort": fröhlich schwangen sie die kroatische und bayerische Fahne beim Einzug zum Pontifikalgottesdienst mit Bischof Dr. Ivika Petanjak OFMCap, der eigens aus Krk/Kroatien angereist war. Dieser bekundete seine Freude, hier am Gnadenort eine hl. Messe "mit seinen Landsleuten" feiern zu können und empfahl, die Muttergottes ins Herz zu schließen. Maria sei sozusagen "die Verbindung zum lieben Gott", denn Gott wolle den Zugang zu uns Menschen nicht verlieren. Wir Menschen seien fähig, Böses zu tun, davon in Abhängigkeit zu geraten. Es koste viel Mühe, warnte Bischof Petanjak, aus diesen Tiefen wieder herauszufinden. Die Gottesmutter, als unsere Mittlerin, helfe uns dabei.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Im Kleinen – Fußwallfahrt aus Kirchdorf/Seibersdorf

Kein Regen, nicht zu warm – über optimales Pilgerwetter freute sich auch dieses Jahr wieder Christoph Strohhammer, seit rund 14 Jahren Pilgerleiter der Fußwallfahrt aus Kirchdorf/Seibersdorf. Etwa 27 km waren die 51 Pilger am 2. Juli seit 2 Uhr früh ins "Herz Bayerns" marschiert, auch Pfarrer János Kovács war den Glaubensweg mit seiner Gemeinde mitgegangen. Insgesamt waren es ca. 80 Pilger, die Kapuzinerpater Br. Georg Greimel vor der Gnadenkapelle begrüßte – einige waren mit dem Fahrrad, andere wiederum mit dem Auto angereist. Br. Georg dankte für das Glaubenszeugnis. Mit Verweis auf den Festtag Mariä Heimsuchung stellte er fest: "Das Große in der Weltgeschichte beginnt im Kleinen!" Auch das geistliche Leben geschehe in der Begegnung mit anderen. Gemeinsam mit den Pilgern betete er ein "Gegrüßet seist Du, Maria". Mit Pfr. Kovács feierten die Wallfahrer schließlich eine hl. Messe in der St. Konradkirche.

Text und Fotos: Michael Glaß

Zuwendung Gottes teilen – Buspilger aus dem Dekanat Weiden/Opf.

Ganz bewusst durchschritten am 2. Juli die rund 300 Buspilger aus dem Dekanat Weiden/Opf. die Hl. Pforte der Barmherzigkeit in der St. Anna Basilika: bevor sie hindurchtraten, machten sie Halt vor der Gnadenpforte und riefen die Muttergottes an. Br. Berthold Oehler, der die Pilger an der Gnadenkapelle vorbei zur Basilika einbegleitet hatte, betonte, wie wichtig es sei, dass wir in einer Wallfahrtsgemeinschaft oder bei der gemeinsamen Feier der Eucharistie die "Zuwendung Gottes miteinander teilen". Br. Berthold: "Jeder von uns trägt den Geist Gottes in sich. Begrüßen wir also Gott im Mitmenschen!" Außerdem erklärte er: "Gott wird Mensch in Ihnen durch die Zeichen der Barmherzigkeit, die Sie erfahren und weitergeben dürfen." Mit Pfr. Markus Schmid feierten die Weidener schließlich eine hl. Messe.

Text und Fotos: Michael Glaß

"Das ist nicht umsonst" – Pilger aus Eichendorf-Aufhausen

"Ihr habt's die Nacht hell gemacht, durch Euer Gebet", dankte Kapuzinerpater Heinrich Grumann den 37 Wallfahrtsteilnehmern aus Eichendorf-Aufhausen, die am Freitagabend von Diepoltskirchen aus nach einer "Nachtwallfahrt" am 2. Juli gegen 6.30 Uhr den Gnadenort erreichten. "Ja mei, des gibt's ja net, san des brave Buam!", freute sich Anton Guggenberger, der mit der orangefarbenen Warnweste als "Sicherheitsdienst" mitmarschiert war und am Altöttinger Parkplatz am Gries seine beiden Zwillingsbuben Maxi und Leopold an Mamas Hand entdeckte. Da war die Wiedersehensfreude groß. Nach der Einbegleitung unter Glockengeläut zur Gnadenkapelle verwies P. Heinrich auf den 2. Juli als den Festtag Mariae Heimsuchung: auch Maria, als Auserwählte des Herrn, habe sich, wie die Fußwallfahrer, auf den Weg gemacht. Maria habe mit ihrem Magnificat den Herrn gepriesen. Zum 60. Mal seien nun die Fußpilger als Glaubenszeugen unterwegs gewesen, um Gott zu loben und zu preisen. Gedankt im Namen aller Wallfahrtsteilnehmer wurde dann Pilgerleiter Anton Ritt, der die Fußwallfahrt ins Leben gerufen hatte und zum 60. Jubiläum eine Urkunde überreicht bekam, ebenso Bernhard Eisenreich, der zum 30. Mal dabei war. "Das ist nicht umsonst, so etwas mitzumachen", versicherte Bischof em. Wilhelm Schraml, der dem Pilgerführer herzlich dankte.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Segen für "Neuanfang"

Um sich der Fürsprache der Gnadenmutter von Altötting für einen guten "Neustart" in der Pfarrei Vilsbiburg anzuvertrauen, haben Pfarrer Peter König (eh. Pfarrer in Straubing/S. Josef) und der neue Vikar Franzelianer P. Robin Xavier am 1. Juli in der Gnadenkapelle eine hl. Messe gefeiert. Freudiges Wiedersehen gab's im Anschluss für Pfr. König mit einem guten Freund aus der Regensburger Studienzeit: Bischof Victor Agbanou aus der Diözese Lakossa im westafrikanischen Benin weilte zeitgleich am Gnadenort und spendete den neuen Vilsbiburger Priestern seinen Segen. Bischof Victor, der regelmäßig seine Freunde in Bayern besucht, fühle sich hier "dahoam", spezifisch bei der Gnadenmutter in Altötting, wie er lächelnd erzählte. Seinen Dank, dass er am 19. September einem jungen Mann seiner Diözese die Priesterweihe spenden dürfe, aber auch seine Sorgen, da der Anteil an Moslems in seiner Diözese immer mehr zunehme, legte der Bischof der Gnadenmutter zu Füßen. Im Benin bekennen sich 42,3% der Bevölkerung zum Christentum, davon sind 23% Katholiken. Dankbar berichtete Bischof Victor, dass ihm momentan 176 Priester sowie fünf Diakone zur Seite stünden, 35 Kandidaten zähle das dortige Priesterseminar.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Feiertag – Wallfahrt des Pfarrverbands Marktl/Stammham

Gleich zwei Gründe zu feiern hatte am 2. Juli der Bischöflich Geistl. Rat Adolf Fritscher, Pfarrer i.R.: am Wallfahrtstag des Pfarrverbands Marktl/Stammham hatte er nicht nur Geburtstag, es jährte sich auch seine Primizfeier zum 50. Mal (im dritten Bild gratuliert Kapuzinerpater Sunil Kachappally dem Jubilar Pfr. i.R. Fritscher). Herzliche Glückwünsche überbrachte Br. Andreas Kaiser, Kapuzinerpater in St. Magdalena, der gerade die Pilger über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika eingebleitet hatte. Die rund 80 Fuß- und Radpilger aus Marktl/Inn und Umgebung wünschten gemeinsam mit Marktls Pfarrer Josef Kaiser Pfr. i.R. Fritscher in einem kleinen Ständchen "viel Glück und viel Segen". Br. Andreas verwies in seinen Begrüßungsworten auf die offene Hl. Pforte der Barmherzigkeit und erklärte, diese sei auch ein Symbol für uns, das uns daran erinnere, dass auch wir stets offen für unsere Nächsten sein sollten.

Text: Michael Glaß, Fotos: Michael Glaß 2, Roswitha Dorfner 1