Altöttinger Liebfrauenbote

KDFB-Wallfahrt der Diözese Passau mit Domkapitular Manfred Ertl

Kirche mit den Frauen

Am Festtag Mariae Heimsuchung, 2. Juli, hat der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) der Diözese Passau zur Wallfahrt nach Altötting eingeladen. Trotz Schlecht-Wetterprognose und zeitgleicher Übertragung des EM-Halbfinal-Spiels Deutschland-Italien kamen über 1.000 Frauen mit vielen Fahnenabordnungen in die St. Anna-Basilika zum festlichen Abendgottesdienst mit Domkapitular Manfred Ertl.

Einzug in die Basilika: An der KDFB-Wallfahrt der Diözese Passau nahmen zahlreiche Fahnenabordnungen teil.
An der KDFB-Wallfahrt der Diözese Passau nahmen zahlreiche Fahnenabordnungen teil.

Monika Beck, die in Vertretung der erkrankten KDFB-Vorsitzenden Bärbl Benkenstein-Matschiner, die Wallfahrtsteilnehmerinnen herzlich willkommen hieß, war überwältigt, "so viele Frauen zu sehen". Dies ließe eine Ahnung aufkommen, "welch großer Gemeinschaft wir angehören und was so eine 'Frauenpower' bewirken kann". Insbesondere die Hilfe in Notlagen betonte sie: Die Spendenaktion "Frauen in Not" im Hinblick auf die gegenwärtige Hochwasserkatastrophe in Niederbayern habe sich als segensreich erwiesen.

Auf den Festtag Mariae Heimsuchung und die Bedeutung der beiden Frauen Maria und Elisabeth ging Hildegard Weileder-Wurm im geistlichen Impuls näher ein. Beide Frauen hätten die Zeichen der Zeit als eine Zeit des Aufbruchs erkannt und "Ja" gesagt zum Willen Gottes. Beide hätten erkannt, wann es Zeit ist zu sprechen oder zu schweigen. Auch Papst Franziskus habe den Wert der Frauen in der katholischen Kirche betont und aufgewertet – u.a. beim Ordensoberinnen-Treffen mit seiner Zusage, das Frauendiakonat prüfen zu lassen; außerdem erinnerte sie an die Aufwertung des Gedenktags der hl. Maria Magdalena zu einem Festtag. Als außergewöhnlich wurde die Fußwallfahrt einer Gruppe Frauen gelobt: seit 2. Mai pilgern diese im Rahmen des Projekts "Kirche mit den Frauen" von St. Gallen in der Schweiz rund 1.000 km zu Fuß nach Rom.

Domkapitular Manfred Ertl mit Hildegard Weileder-Wurm.
Domkapitular Manfred Ertl mit Hildegard Weileder-Wurm.

Mahnende Worte entrichtete Festprediger Domkapitular Manfred Ertl an die Frauen: Zukunftsängste machten sich breit, Zeit für sich und andere sei ein knappes Gut geworden, weshalb vieles auf "später" verschoben werde im vermeintlichen Ansinnen, später mehr Zeit für Familie, Freunde und Freuden des Lebens zu haben. Domkapitular Ertl warnte vor der Gier nach immer mehr. Dabei verkümmerten die Werke und Werte des Herzens; die Zeit und der Blick auf und für den Nächsten und sich selbst träten in den Hintergrund. Dies bedeute: Äußerlicher Reichtum verkümmere zu innerlicher Armut. Die Erkenntnis, was im Leben wirklich zähle, kristallisiere sich oft erst in der Todesstunde heraus, wenn das Leben als Ganzes betrachtet werde. Ertl sieht im Glauben, in der Nachfolge Jesu und im Vorbild der Gottesmutter Maria einen wichtigen "Entschleuniger" für unsere Rastlosigkeit und Getriebenheit. Ausdrücklich dankte Ertl den Mitgliedern des Frauenbundes für deren Engagement. Sein Wunsch an die Frauen: "Stets den Herrn im Blick zu haben, damit es für unser 'Später' nie zu spät sein möge!"

Neben Domkapitular Ertl konzelebrierten in der Basilika Prälat Ludwig Limbrunner, Regen, sowie Pfarrer i.R. Max Pinzl, Simbach. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Diözesan-Frauenbundchor. Anschließend fand eine Lichterprozession über den Kapellplatz statt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

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