Altöttinger Liebfrauenbote
Junge Studenten der Gemeinschaft Emmanuel stellen pantomimisch das Thema "Barmherzigkeit Gottes" dar. Ein Student hält ein großes rotes Herz hoch.
Junge Studenten der Gemeinschaft Emmanuel stellen pantomimisch das Thema "Barmherzigkeit Gottes" dar.

Bischof Stefan Oster feiert ersten Segnungsgottesdienst im Hl. Jahr in Altötting

Von innen her gesund werden

Am 15. Januar hat Bischof Oster in der Altöttinger St. Anna-Basilika den ersten von insgesamt vier geplanten diözesanen Segnungsgottesdiensten im "Hl. Jahr der Barmherzigkeit" gefeiert. In seiner Predigt rief Bischof Oster die Gläubigen dazu auf, ihren Blick auf Jesus zu schärfen. Denn nur durch ihn würden Menschen "von innen her" gesund.

Eucharistische Anbetung.
Eucharistische Anbetung.
Bischof Stefan Oster den Einzelsegen.
Bischof Stefan Oster den Einzelsegen.

An die tausend Besucher kamen zu dem besonders feierlichen Gottesdienst in die Basilika – mit dem Vorprogramm dauerte die Feier insgesamt rund fünf Stunden. Unter den Priestern und Diakonen, die Gläubigen den Segen spendeten, waren neben Bischof Oster u.a. auch sein Vorgänger, Bischof em. Wilhelm Schraml, Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl, die beiden Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl und Kapuzinerpater Norbert Schlenker sowie z.B. Pfarrer Markus Zurl von der Gemeinschaft Emmanuel. Letztere tat sich bei der Gestaltung der Feier besonders hervor: Junge Studenten der Gemeinschaft Emmanuel waren unter den Segensbegleitern, vor allem aber sorgten sie zusammen mit  der Gruppe Nightfire aus Altötting mit sehr schöner Lobpreismusik und geistlichen Texten für einen ansprechenden geistlichen und musikalischen Rahmen.

Dass die erste Segensfeier in Altötting stattfand, liegt freilich an der besonderen Bedeutung der Marienverehrung am Wallfahrtsort; Bischof Oster stellte gleich zu Beginn seiner Predigt fest: "Wir wünschen uns in unserer Kirche, die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren. Wo könnte das besser verstanden werden, mit Leib, mit Herz, mit der ganzen Seele, als hier in Altötting? Hier verehren wir die Mutter der Kirche, hier finden wir Maria, die auf uns wartet, Maria, die Mutter der Barmherzigkeit, weil sie diejenige ist, die uns in die Nähe zu Jesus führt, in die Nähe zu unserem König."

"Wem gehorcht mein Herz und wem gehört mein Herz? Wer ist unser König?", fragte Bischof Oster und erklärte: "Jesus ist der König im neuen Reich, im Reich Gottes. Jesus eröffnet wieder den Zugang zum Reich Gottes für alle die, die sich und ihr Herz zu sehr an äußerliche Dinge, an Macht, Geld, Anerkennung, Sicherheit, äußerliche Schönheit oder an nur politische Könige gehängt haben." Denn an weltlichen Dingen werde das Herz nicht satt, stellte er fest. Nur wenn wir uns Jesus überließen, würden wir gesund. "Und gesund, meine Lieben, gesund bedeutet zuallererst von innen her gesund", sagte der Bischof.

Jesus kann vergeben

Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser spendet die Kommunion und segnet Gläubige.
Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser spendet die Kommunion und segnet Gläubige.

Mit Blick auf das Evangelium von der "Heilung eines Gelähmten" (Mk 2, 1-12) erklärte Bischof Oster: "Hier ist es nicht wie sonst, dass der Gelähmte selbst Glauben braucht, sondern Jesus sieht den Glauben derer, die für ihn einstehen, die für ihn beten, die ihn gewissermaßen zu Gott hintragen." Bischof Oster zeigte sich überzeugt, dass "wirklicher gemeinsam getragener Glaube, gemeinsam bezeugter und gefeierter Glaube" den "Raum für die Gegenwart Gottes leichter und tiefer eröffnet". Die eigentliche Bedrohung unseres Lebens sei indes nicht das Gelähmtsein, die physische Krankheit. "Die eigentliche Bedrohung unseres Lebens ist die Sünde, die Sünde als Zustand unseres Herzens", erklärte der Bischof und ergänzte: "Eines Herzens, das nicht glaubt, das Gott nicht König sein lässt, sondern das in sich selbst eingedreht ist und sich nur auf sich selbst und die eigene Kraft verlässt." Doch Jesus sei der wahre König. Und: "Die Heilung des Gelähmten ist sein Beweis dafür, dass er Sünden vergeben kann. Er kann es, meine Lieben", stellte Bischof Oster fest.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Die nächsten diözesanen Segnungsgottesdienste im Rahmen des "Hl. Jahrs der Barmherzigkeit" finden am Freitag, 26. Februar im Passauer Stephansdom, am Freitag, 10. Juni, erneut in der Altöttinger Basilika St. Anna, und am Freitag, 18. November, wiederum im Passauer Stephansdom statt.

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