Altöttinger Liebfrauenbote

Altötting setzt auch Ehrenbürger Benedikt XVI. ein Denkmal

Zwei Päpste am Kapellplatz

Die Wallfahrtsstadt Altötting, der sich Papst em. Benedikt XVI. seit seiner Kindheit eigenen Aussagen zufolge aufs Engste verbunden fühlt, setzt ihrem Ehrenbürger ein Denkmal: Anlässlich des zehnten Jahrestages des Pastoralbesuches wird der Privatsekretär von Joseph Ratzinger, Kurienerzbischof Georg Gänswein, am 11. September eine Statue an der Außenmauer des Kongregationssaales, nur einen Steinwurf von der Hl. Kapelle und dem Gnadenbild entfernt, enthüllen und segnen. So erhält Benedikts Abbild einen Platz neben jenem von Vorgänger Johannes Paul II., das im Nachgang von dessen Besuch 1980 hier angebracht wurde.

Papst emeritus Benedikt XVI. mit Bürgermeister Herbert Hofauer und Altbischof Wilhelm Schraml.
Das knapp einstündige Gespräch mit Benedikt XVI. habe in familiärer Atmosphäre stattgefunden, der Hl. Vater sei gut über Altöttinger Geschehnisse informiert. "Es geht ihm seinem Alter entsprechend gut und er ist bei uneingeschränkt wachem Verstand", freut sich Bürgermeister Hofauer mit Altbischof Schraml.
Das Papst-Denkmal, wie es einmal aussehen soll.
So soll das Denkmal aussehen.
Bild vom Kongregationssaal, wo die Statue ihren Platz finden wird.
Die Statue von Papst Johannes Paul II. am Kongregationssaal wird nach rechts gerückt, das Denkmal für Papst em. Benedikt XVI. findet dann zwischen erstem und zweitem Fenster seinen Platz.

Am 11. Februar haben Altöttings Bürgermeister Herbert Hofauer und der in der Wallfahrtsstadt lebende Passauer Alt-Bischof Wilhelm Schraml bei einem Besuch in den Privatgemächern im Vatikan Benedikt XVI. ein Modell der Statue präsentiert. "Er war begeistert und hat sich sehr gefreut", beschreibt Hofauer dessen Reaktion. Die künstlerische Darstellung habe sein Gefallen gefunden; die Wahl des ausführenden Künstlers Joseph Neustifter habe Benedikt mit den Worten kommentiert: "Der Neustifter kann was." Der Eggenfeldener Bildhauer hat unter anderem die Marktler Papstsäule und den Brunnen beim Kultur + Kongress Forum geschaffen.

Die Idee zu dem Denkmal war 2015 geboren worden, als Bischof em. Wilhelm Schraml zum Ehrenbürger Altöttings ernannt wurde. "Er wollte der Stadt etwas zurückgeben", sagt Bürgermeister Hofauer. 190.000 Euro wird das Kunstwerk kosten, gut drei Viertel davon tragen der Altbischof, die Diözese Passau und die "VR - meine Raiffeisenbank" zu gleichen Teilen. Weitere Spenden kommen von der Stadt Altötting, der Marianischen Männerkongregation, dem Marienwerk und der Kunstgießerei Strehle in Eisenfelden, die für die Ausarbeitung des Neustifter-Entwurfs Verantwortung trägt.

2006 war ein ganz besonderes Jahr für die Kreis- und Wallfahrtsstadt – insbesondere in Bezug auf die Beziehung zu Joseph Ratzinger, der im Jahr zuvor zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt worden war. Im Juni jenen Jahres reiste eine städtische Delegation nach Rom und verlieh Papst Benedikt XVI. die Ehrenbürgerwürde. Und drei Monate später, am 11. September, stattete der Hl. Vater Altötting im Rahmen seiner Deutschlandreise einen Besuch ab. Genau an dessen Jahrestag wird nun heuer das neue Denkmal enthüllt und gesegnet – und zwar im Beisein von Bischof Stefan Oster durch Benedikts Privatsekretär Kurienerzbischof Georg Gänswein, der am 11. September für Vorträge und Gottesdienste in Altötting weilt.

Text: Erwin Schwarz, Fotos (von oben nach unten): Stadt Burghausen / Neustifter / Roswitha Dorfner