Altöttinger Liebfrauenbote

"Jahr der Barmherzigkeit": Heilige Pforte in der Altöttinger St. Magdalenakirche feierlich geöffnet

Zeichen für Gottes Gnade

Die beiden Wallfahrtsrektoren, Prälat Günther Mandl und Kapuzinerpater Norbert Schlenker, haben die "Heilige Pforte" in Altötting geöffnet. Sie befindet sich am Eingang zur St. Josephskapelle in der St. Magdalenakirche. In einer feierlichen Prozession wurde am Aschermittwoch, 10. Februar, das Gnadenbild in die St. Magdalenakirche übertragen, wo Gläubigen nun während des von Papst Franziskus ausgerufenen "Außerordentlichen Jahres der Barmherzigkeit" ein besonderer Weg für ihr Seelenheil offensteht. Die "Heilige Pforte" ist ein symbolhaftes Zeichen für Gottes Barmherzigkeit.

Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl mit dem Gnadenbild vor der Hl. Pforte in der St. Magdalenakirche.
Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl mit dem Gnadenbild vor der Hl. Pforte in der St. Magdalenakirche.

"Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit lädt jeden von uns ein, die tiefe Erfahrung von Gnade und Versöhnung zu machen", erklärte Kapuzinerpater Norbert Schlenker, als er die zahlreichen Besucher in der St. Magdalenakirche begrüßte. Er zitierte Jesu Worte aus dem Evangelium: "Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden." (Joh 10,9)

Das Gnadenbild wurde extra zu diesem Anlass in einer feierlichen Prozession von der Gnadenkapelle in die St. Magdalenakirche übertragen und für zwei Stunden zur Verehrung ausgesetzt. Die Gläubigen hatten außerdem Gelegenheit, Andachtsgegenstände berühren zu lassen und das Aschenkreuz zu empfangen. Vor der Rückübertragung in die Hl. Kapelle spendete Prälat Günther Mandl den Gläubigen den Segen mit dem Gnadenbild. In der St. Magdalenakirche verblieben ist die Blutreliquie des hl. Papst Johannes Paul II., die sich normalerweise in der Gnadenkapelle befindet. Sie erhält in der St. Josephskapelle in der St. Magdalenakirche für die Zeit des "Heiligen Jahres" einen Platz zur Verehrung, wie Kapuzinerpater Norbert Schlenker informierte.

Neben der "Heiligen Pforte" in der St. Magdalenakirche sind zwei Plakate angebracht. Das eine Plakat erklärt Logo und Thema des "Heiligen Jahres" sowie die Bedingungen für den Ablass. Das zweite Plakat zählt die "sieben geistlichen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit" (vgl. Mt 25, 34-46) auf und stellt außerdem den hl. Bruder Konrad als "Pförtner der Barmherzigkeit" vor: "Die Anliegen, die ihm an der Pforte anvertraut wurden, brachte er im Gebet vor dem Herrn im Tabernakel und erfuhr dort die Kraft, seinen Dienst an der Pforte zu tun. So erfuhr er selbst die Barmherzigkeit des Vaters, die er seinen Zeitgenossen weitergab", wird hier erläutert. Und weiter: "Vielen zeigte er auch den Weg zum Empfang des Sakramentes der Versöhnung in einer guten Beichte. Auch empfahl er bei seinem täglichen Besuch in der Heiligen Kapelle die Menschen, die an seine Pforte kamen, dem Schutz und der Fürsprache der Gnadenmutter von Altötting, der Mutter der Barmherzigkeit."

Ein Anreiz zur Umkehr

Andacht zur feierlichen Öffnung der Heiligen Pforte in der St. Magdalenakirche.
Andacht zur feierlichen Öffnung der Heiligen Pforte in der St. Magdalenakirche.

Dass eine "Heilige Pforte" an einem Wallfahrtsort öffnet, geschieht übrigens auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus. In der "Verkündigungsbulle des Außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit, 'Misericordiae Vultus'" ruft er die Gläubigen zu einer Wallfahrt auf: "Die Pilgerfahrt ist ein besonderes Zeichen in einem Heiligen Jahr, denn sie ist das Symbol für den Weg, den ein jeder Mensch in seinem Dasein zurückzulegen hat. Das Leben selbst ist eine Pilgerreise und der Mensch ist viator, ein Pilger auf der Straße nach dem ersehnten Ziel." Weiter erklärt er: "Wenn wir die Heilige Pforte durchschreiten, lassen wir uns umarmen von der Barmherzigkeit Gottes und verpflichten uns, barmherzig zu unseren Mitmenschen zu sein, so wie der Vater es zu uns ist."

Die Wallfahrt soll laut Franziskus vor allem "ein Anreiz zur Umkehr sein". Um einen Ablass zu bekommen, reicht das Durchschreiten einer Heiligen Pforte freilich nicht aus. Dass die "Heilige Pforte" ausgerechnet in St. Magdalena offen steht, wo Kapuziner regelmäßig Beichte hören, ist kein Zufall. In seinem "Schreiben, mit dem zum Außerordentlichen Jubiläum der Barmherzigkeit der Ablass gewährt wird" erklärt Papst Franziskus: "Es ist wichtig, dass dieser Moment (des Ablasses) vor allem mit dem Sakrament der Versöhnung (Beichte) und der Feier der heiligen Eucharistie einschließlich einer Reflexion über die Barmherzigkeit verbunden ist. Es wird nötig sein, dass diese Feiern das Glaubensbekenntnis ebenso umfassen wie das Gebet für mich und für die Anliegen, die mir am Herzen liegen zum Wohl der Kirche und der ganzen Welt."

Heilige Pforten in allen Bistümern weltweit

Am Tag der Öffnung der Hl. Pforte gab es auch Gelegenheit das Gnadenbild zu verehren sowie den Segen und das Aschekreuz zu empfangen. Im Bild die beiden Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl, Kapuzinerpater Norbert Schlenker mit Gläubigen in der Kir
Am Tag der Öffnung der Hl. Pforte gab es auch Gelegenheit das Gnadenbild zu verehren sowie den Segen und das Aschekreuz zu empfangen. Im Bild die beiden Wallfahrtsrektoren Prälat Günther Mandl und Kapuzinerpater Norbert Schlenker mit Gläubigen in der St. Magdalenakirche.

Erstmals in der langen Geschichte des "Heiligen Jahres" gibt es nicht nur in Rom "Heilige Pforten". Papst Franziskus selbst öffnete die erste "Heilige Pforte" nicht etwa in der "Ewigen Stadt", sondern in Bangui in der Zentralafrikanischen Republik. Ausdrücklich wünscht er, dass in allen Diözesen weltweit den Gläubigen die "Türen offenstehen". Papst Franziskus legte in der Verkündigungsbulle "Misericordiae Vultus" fest, "dass in allen Teilkirchen entweder in der Bischofskirche, die die Mutter aller Kirchen im Bistum ist, oder in der Konkathedrale oder in einer anderen Kirche mit herausragender Bedeutung für die Dauer des Heiligen Jahres ebenfalls eine Pforte der Barmherzigkeit geöffnet werde. Es liegt in der Entscheidung des Ortsbischofs, ob auch in Wallfahrtsheiligtümern, zu denen viele Pilger kommen, eine solche Pforte geöffnet wird. An diesen heiligen Orten machen ja tatsächlich viele Pilger die Erfahrung der Gnade, die sie im Herzen trifft und zur Umkehr führt. Jede Teilkirche ist also direkt in dieses Heilige Jahr einbezogen und möge es als einen Moment außerordentlicher Gnade und spiritueller Erneuerung leben."

Im Bistum Passau hat Bischof Stefan Oster - am Tag der offiziellen Eröffnung des "Außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit" in Rom - am 8. Dezember ein Portal rechts vom großen Eingang am Dom St. Stephan in Passau als "Heilige Pforte" geöffnet. Die zweite "Heilige Pforte" im Bistum steht nun in der Altöttinger St. Magdalenakirche offen. Sie ist vor allem für die vielen Einzelpilger gedacht, die in der "Beichtkirche" St. Magdalena das "Sakrament der Versöhnung" empfangen, wie Kapuzinerpater Norbert Schlenker erklärte. Eine weitere "Heilige Pforte" vor allem für die "größeren Pilgergruppen" wird am 1. Mai zum traditionellen Auftakt der Pilgersaison Bischof Stefan Oster in der St. Anna-Basilika eröffnen. Das "Heilige Jahr" dauert bis zum 20. November 2016.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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Gläubige durchschreiten die Heilige Pforte in die St. Josephskapelle in der St. Magdalenakirche.
Gläubige durchschreiten die Heilige Pforte in die St. Josephskapelle in der St. Magdalenakirche.
Feierliche Öffnung der Heiligen Pforte: Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl mit dem Gnadenbild.
Feierliche Öffnung der Heiligen Pforte: Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl mit dem Gnadenbild.
Blick in die St. Josephskapelle, wo ein Besucher die Blutreliquie des heiligen Johannes Paul II. betrachtet.
Blick in die St. Josephskapelle, wo ein Besucher die Blutreliquie des heiligen Johannes Paul II. betrachtet.
Feierliche Übertragung des Gnadenbildes in die St. Magdalenakirche, wo die Heilige Pforte geöffnet wurde.
Feierliche Übertragung des Gnadenbildes in die St. Magdalenakirche, wo die Heilige Pforte geöffnet wurde.
Feierliche Übertragung des Gnadenbildes in die St. Magdalenakirche, wo die Heilige Pforte geöffnet wurde.
Feierliche Übertragung des Gnadenbildes in die St. Magdalenakirche, wo die Heilige Pforte geöffnet wurde.
Feierliche Übertragung des Gnadenbildes in die St. Magdalenakirche, wo die Heilige Pforte geöffnet wurde.
Feierliche Übertragung des Gnadenbildes in die St. Magdalenakirche, wo die Heilige Pforte geöffnet wurde.
Gläubige hatten Gelegenheit, Gegenstände mit dem Gnadenbild berühren zu lassen.
Gläubige hatten Gelegenheit, Gegenstände mit dem Gnadenbild berühren zu lassen.
Gläubige hatten Gelegenheit, Gegenstände mit dem Gnadenbild berühren zu lassen.
Gläubige hatten Gelegenheit, Gegenstände mit dem Gnadenbild berühren zu lassen.
Kapuzinerpater Norbert Schlenker spendet den Segen.
Kapuzinerpater Norbert Schlenker spendet den Segen.
Eine Gläubige lässt ihren Rosenkranz mit dem Gnadenbild berühren.
Eine Gläubige lässt ihren Rosenkranz mit dem Gnadenbild berühren.
Kapuzinerpater Norbert Schlenker spendet das Aschekreuz.
Kapuzinerpater Norbert Schlenker spendet das Aschekreuz.
Stiftsdekan Wolfgang Renoldner spendet das Aschekreuz.
Stiftsdekan Wolfgang Renoldner spendet das Aschekreuz.
Blick auf die Blutreliquie des heiligen Johannes Paul II. in der St. Josephskapelle.
Blick auf die Blutreliquie des heiligen Johannes Paul II. in der St. Josephskapelle.
Blick auf die Blutreliquie des heiligen Johannes Paul II. in der St. Josephskapelle.
Blick auf die Blutreliquie des heiligen Johannes Paul II. in der St. Josephskapelle.
Das Gnadenbild im Fastenkleid.
Das Gnadenbild im Fastenkleid.