Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Der Dezember ist traditionell der Monat der Pilgerzüge aus Stuttgart, Freiburg und Würzburg. Nicht nur das Gnadenbild der Muttergottes, sondern auch der Christkindlmarkt lockt viele Pilger nach Altötting. Ein Bischof aus Norwegen kam, um am Wallfahrtsort ein wenig "zur Ruhe zu kommen" ...

"Wachet auf" – Pilger aus der Diözese Würzburg

Mit der Ankunft der 540 Würzburger Diözesanpilger am 25. November wurde in Altötting wieder die Zeit der "Adventspilgerzüge" eingeleitet. Erneut leitete Thomas Vierheilig (Würzburger Pilgerbüro) die Wallfahrt, mit dabei waren u.a. auch Pfarrer Josef Treutlein, Betreuer des berühmten "Würzburger Käppele", als geistlichen Leiter, sowie Diakon Leo Stenger. Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, Kapuzinerpater Andreas Kaiser als Vikar von St. Magdalena, Ulrike Kirnich vom Altöttinger Wallfahrts- und Verkehrsbüro, Fahnen-, Kreuz- und Lautsprecherträger hießen die Pilger aus dem Frankenland am Bahnhof herzlich willkommen und geleiteten sie unter den Klängen der Musikkapelle Edelweiß aus Straßbessenbach zur Basilika St. Anna. Hier feierten die Pilger am 26. November mit Diözesanbischof Friedhelm Hofmann Gottesdienst. Bei dieser Gelegenheit wurden zwölf langjährige Wallfahrtsteilnehmer geehrt, darunter der Kapellmeister der Musikkapelle Straßbessenbach, Joachim Zobel (drittes Bild) für 35malige Teilnahme und musikalische Begleitung. Das Rorateamt am 27. November begann mit Adventskranzweihe und Entzünden der ersten Kerze durch Bischof Friedhelm. Mit dem Advent beginne ein neues Kirchenjahr und für die Zeit, die vor uns liege, "wollen wir Gottes Segen erbitten, dass er uns wieder väterlich und liebevoll ins Neue Jahr begleite", sagte er. Im Eingangslied "Wachet auf!" sieht der Würzburger Diözesanbischof einen Aufruf an uns alle, wach zu sein und zu bleiben in Erwartung für das Kommen des Herrn. Nach der Offenbarung des Johannes, so Bischof Hofmann, "wissen wir weder Tag noch Stunde, aber wir wissen, dass Er kommt". Adventliche Freude war den Teilnehmern beim Würzburger Diözesanpilgerzug auch beim Adventsingen in der St. Anna-Basilika, sowie beim "Nikolausabend" in Kultur + Kongressforum beschieden. Da gab's viel zu lachen, nicht zuletzt durch Beiträge des beliebten Würzburger Oberhirten Friedhelm mit seiner rheinländischen Frohnatur.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zur Ruhe kommen – Msgr. Berislav Grgic, Bischof aus Tromsö, besuchte die Kapuziner

Er habe schon einmal Altötting einen Besuch abgestattet und zwar vor drei Jahren, anlässlich des Weltkrankentags am 9. Februar, zugleich der Rücktrittstag von Papst Benedikt XVI., erinnerte sich Msgr. Berislav Grgic, Bischof aus dem norwegischen Tromsö, der in den Tagen um den Ersten Adventssonntag als Gast der Kapuziner von St. Magdalena am Gnadenort weilte. Altötting und die Gnadenmutter wie auch der hl. Br. Konrad ließen einen nicht los, erzählte er; ein weiterer Grund, wieder einmal hierher zu kommen, sei auch, "zur Ruhe zu kommen". Bischof Grgic gestand, dass er auch der "Wintersonnenwende", der finstersten Jahreszeit in Norwegen, ein wenig entfliehen wollte. Die staade Zeit wird am Kapellplatz zwar mit dem "Rummel" um den Christkindlmarkt etwas gestört, aber damit hatte der norwegische Oberhirte kein Problem: "Mein Zimmer bei den Kapuzinern liegt im Klostergartentrakt und da bekommt man vom "Markttreiben" eigentlich nichts mit. Sowohl in der Gnadenkapelle also auch beim hl. Br. Konrad, in St. Magdalena und auch am 1. Adventssonntag in der St. Anna-Basilika feierte Bischof Grgic das hl. Messopfer (auf dem dritten Bild nahmen ihn Kapuzinerpater Bruder Georg Greimel und Pfr. i.R. Franz-Xaver Hecker in die Mitte).

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zeit der Vorbereitung – Wallfahrer aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart

"Schön dass Sie da sind und im Advent zu uns kommen", begrüßte am 2. Dezember Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl die 160 Wallfahrtsteilnehmer aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart unter der geistlichen Leitung von Generalvikar Prälat Dr. Clemens Stroppel. Für Heiterkeit sorgte Prälat Stroppels prompte Antwort auf Prälat Mandls Entschuldigung, da er erst zwei Jahre Wallfahrtsrektor sei und Prälat Stroppel nicht gleich als geistlichen Wallfahrtsleiter erkannt habe: "Da kann ich Ihr Amt ja gleich mitmachen, ich leite die Wallfahrt nach Altötting heuer bereits zum zwölften Mal." Teilnehmer waren u.a. auch Pfr. Eugen Schneider und Pfarrer i.R. Herbert Schmucker wie auch die Wallfahrtsorganisatorin Ursula Binder. Seit 30 Jahren mit dabei war wieder Georg Möhnle, der nach einer schweren Erkrankung seine Wiedergesundung der Fürsprache Mariens zuschreibt. Advent, so Mandls Worte nach dem Einzug unter den Klängen der Alt-öttinger Musikkapelle in die Stiftspfarrkirche, bedeute Ankunft; nicht irgendeine Ankunft, sondern die Ankunft des Herrn – dies werde in drei Zeiten gedeutet: in der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart und es bedeute auch eine Zeit der Vorbereitung, der Stille, des Gebets und der tätigen Nächstenliebe. Auch Br. Andreas Kaiser, der die Pilger von Seiten der Kapuziner herzlich willkommen hieß, sieht im Advent eine Zeit, aufzubrechen, sich aufzumachen, so wie es die Wallfahrer verdeutlichten, um dem Herrn entgegenzugehen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Wärmendes Licht – Pilgergruppe aus der Erzdiözese Freiburg

Das naßkalte Schmuddelwetter bei der Ankunft am Bahnhof Altötting am 28. November war nicht gerade einladend für die Pilgergruppe aus der Erzdiözese Freiburg. Bis Traunstein fuhren die Wallfahrer mit dem Pilgerzug, die Reststrecke zum Gnadenort mit Bussen. Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl und Kapuzinerpater Br. Georg Greimel hießen die Pilger herzlich willkommen. Unter den Klängen der Musikkapelle Altötting zogen die etwa 100 Wallfahrtsteilnehmer mit Pilgerführer Dekan Gerald Siegel über die adventlich illuminierte Bahnhofstraße zur St. Magdalenakirche. Das Ankommen im Advent, gerade hier am Gnadenort, im Jahr der Barmherzigkeit, habe eine besondere Bedeutung, stellten Wallfahrtsrektor Mandl und Br. Georg bei der Pilgerbegrüßung heraus. So wie man sich bei diesem nasskalten Wetter auf die wärmende St. Magdalenakirche freute, so solle auch ein wärmendes adventliches Licht unsere Herzen erhellen für die notleidenden Mitmenschen, die unsere Hilfe bräuchten.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner