Altöttinger Liebfrauenbote
Feierliche Rückübertragung der Gnadenbild-Kopie in die Hl. Kapelle.
Feierliche Rückübertragung der Gnadenbild-Kopie in die Hl. Kapelle.

Festtag Mariä Himmelfahrt in Altötting mit Bischof Stefan Oster

"Maria ist die Kirche"

Rund 2.000 Gläubige haben den Festtag Mariä Himmelfahrt in Altötting gefeiert. Bischof Stefan Oster betonte in seiner Predigt bei der Festmesse in der St. Anna-Basilika die Bedeutung der Marienverehrung. Bereits am Abend zuvor fanden eine Vigilfeier mit Wallfahrtsrektor und Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl und die "große Altöttinger Lichterprozession" statt.

Bischof Stefan Oster vor der Basilika.
Bischof Stefan Oster vor der Basilika, links Kapuzinerpater Norbert Schlenker, stellvertretender Wallfahrtsrektor.

"Maria Himmelfahrt heißt: Sie ist ganz bei Gott und deshalb kann sie ganz bei uns sein - und ihrem Sohn die Hilfe sein, die uns mit ihm immer mehr verbindet", erklärte Bischof Oster in seiner Predigt. "Maria ist die Kirche und für uns ist sie deshalb die Tür zu Jesus hin, die Helferin zu Jesus hin." Ausführlich erklärte er, dass eine Gottesdienstfeier eine bewusste Vorbereitung und eine bewusste Teilnahme voraussetze, denn: "Der Herr kommt so zu uns, dass er uns wirklich verwandeln will. Er will unser Herz in Besitz nehmen und nach und nach Seinem Herzen ähnlich machen."

"Offenheit für Gott und Leben aus Dank"

Bei der feierlichen Lichterprozession am Vorabend zu Mariä Himmelfahrt segnete Wallfahrtsrektor und Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl auch Pilger aus Eritrea.
Bei der feierlichen Lichterprozession am Vorabend zu Mariä Himmelfahrt segnete Wallfahrtsrektor und Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl auch Pilger aus Eritrea.

Auch wenn es letztlich an Gott liege, den Abstand zu den Menschen zu überbrücken und sie in seine Nähe zu holen, dies könne letztlich nur gelingen, wenn die Menschen ihrerseits die Nähe zu Gott bewusst suchten. Bischof Oster erklärte am Beispiel von Sportlern bei den derzeit laufenden Olympischen Spielen: "Der Mensch wird dem ähnlich was er liebt und er kommt dorthin, wohin er wirklich strebt, wohin er mit dem Herzen schaut." Menschen seien unvollkommen und etwa mit dem Einhalten von Gottes Geboten oft überfordert, führte der Bischof aus und erklärte: "Deshalb kommt Jesus in unser Herz, macht sich klein, ein Baby an Weihnachten, die Gestalt eines Brotes in der Eucharistiefeier, seine Geschenke mit den Sakramenten. Aber er tut alles dies, damit wir mit ihm wachsen, damit wir ihn immer mehr im Herzen haben und unser Herz nach und nach verwandeln lassen von ihm." Das erste Herz, das er so geschaffen habe, sei das Herz seiner Mutter gewesen. Marias ganzes Leben sei "Offenheit für Gott und Leben aus Dank". Die Gottesmutter sei da, "als Wohnung Gottes in der Welt", stellte Bischof Oster fest und fügte hinzu: "Hier in Altötting wohnt die Muttergottes als Gastgeberin für uns alle, für Ihre Kinder. Und ihr einziges Anliegen, ihr einziger Wunsch, ihre einzige Freude ist es: Uns alle, tiefer mit ihrem Sohn in Verbindung zu bringen."

"Wo die Mutter ist, dort sind wir alle wirklich zu Hause", hatte bereits bei der Vigilfeier am Abend zuvor in der St. Anna-Basilika Prälat Mandl betont. Maria sei "unsere große Fürsprecherin, Heil der Kranken, Zuflucht der Sünder, Trost der Betrübten und Königin des Friedens", erklärte er in seiner Predigt. Altötting sei "nicht nur Museum, wo man die einzigartige Wallfahrtsgeschichte bestaunt", stellte er fest. Dass etwa jedes Jahr ca. 30 neue Votivtafeln am Umgang der Hl. Kapelle angebracht würden, zeuge davon, dass der Glaube am Gnadenort in Altötting lebendig sei. Ausdrücklich mahnte er, den Glauben und die Wallfahrt ins "Herz Bayerns" zu erhalten. Prälat Mandl zitierte u.a. Papst em. Benedikt XVI., der in dem kürzlich erschienen Dialogbuch "Letzte Gespräche" Altötting als seinen "spirituellen Lieblingsort" bezeichnete; außerdem zitierte er den langjährigen Kapelladministrator DDr. Robert Bauer: "Da fühlen wir uns in der Mutter und in der Kirche und im Himmel; dahinein wollen wir uns betend wenden heute und für immer!"

"Weihe an die Gottesmutter Maria"

Lichterprozession am Vorabend zu Mariä Himmelfahrt.
Lichterprozession am Vorabend zu Mariä Himmelfahrt.

Etwa 2.000 Gläubige besuchten die Vorabendmesse am Sonntag. Unter den Besuchern waren zahlreiche Vereine mit Fahnenabordnungen, außerdem Staatsminister Marcel Huber, MdB Stefan Mayer, MdL Ingrid Heckner, Landrat Erwin Schneider, Bürgermeister Herbert Hofauer sowie Vertreter des Stadtrats und des Pfarrgemeinderates. Unter den zahlreichen Konzelebranten am Altar war u.a. Bischof Severin aus Tansania. Die Altöttinger Kapellsingknaben und die Mädchenkantorei unter der Leitung von Herbert Hager gestalteten die hl. Messe musikalisch.

Danach zogen die Gläubigen in einer feierlichen Lichterprozession hinauf zur Gnadenkapelle, wo Bischof em. Schraml am festlich illuminierten Freialtar mit aufgestellter Gnadenbildkopie die "Weihe an die Gottesmutter Maria" sprach und abschließend den Segen mit der Gnadenbildkopie spendete. Beim Festgottesdienst am Montag erklang J. Haydns Mariazellermesse, aufgeführt von Kapellchor und -orchester unter der Leitung von Kapellmeister Max Brunner. In einer feierlichen Prozession wurde die Gnadenbildkopie durch Diakon Thomas Zauner zunächst in die St. Anna-Basilika und nach dem Festgottesdienst zurück in die Hl. Kapelle übertragen.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

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