Altöttinger Liebfrauenbote

25 Jahre Städtepartnerschaft Loreto-Altötting: Pontifikalmesse mit Erzbischof Tonucci und Bischof em. Schraml

Maria, Vorbild im Glauben

Mit einer feierlichen Pontifikalmesse in der Stiftspfarrkirche haben am 31. Juli Altötting und Loreto das 25-jährige Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft begangen. Erzbischof Giovanni Tonucci aus Loreto zelebrierte die hl. Messe, Bischof em. Wilhelm Schraml betonte in seiner Predigt die Bedeutung der Gottesmutter für unseren Glauben und stellte Maria als Vorbild heraus. Bereits am Freitagabend, 29. Juli, fand ein großer Festakt statt.

Erzbischof Giovanni Tonucci bei der Feier der Eucharistie, neben ihm Bischof em. Wilhelm Schraml, im Hintergrund Stadtpfarrer Günther Mandl.
Erzbischof Giovanni Tonucci bei der Feier der Eucharistie, neben ihm Bischof em. Wilhelm Schraml, im Hintergrund Stadtpfarrer Günther Mandl.

Bischof em. Schraml zitierte aus der Predigt von Papst Benedikt XVI. im Oktober 2012 am Piazza della Madonna di Loreto: "Dieses Heiligtum, das um ihr irdisches Haus herum erbaut wurde, hütet die Erinnerung an den Augenblick, in dem der Engel des Herrn mit der großen Ankündigung der Inkarnation zu Maria kam und sie ihre Antwort gab. Diese bescheidene Wohnstatt ist ein konkretes und greifbares Zeugnis des größten Ereignisses unserer Geschichte: der Inkarnation – das Wort ist Fleisch geworden, und Maria, die Magd des Herrn, ist der bevorzugte 'Kanal', durch den Gott gekommen ist, um unter uns zu wohnen (vgl. Joh 1,14). Maria hat ihren eigenen Leib hingegeben, hat sich ganz und gar dem Willen Gottes zur Verfügung gestellt und ist so zum 'Ort' seiner Gegenwart geworden, zum 'Ort', an dem der Sohn Gottes wohnt." Bischof em. Schraml erinnerte auch an die Worte von Papst Benedikt XVI. am 11. September 2006 in Altötting: "Maria und Jesus gehören zusammen. Mit ihr wollen wir im Gespräch mit dem Herrn bleiben und so ihn besser empfangen lernen. Heilige Mutter Gottes, (...) Führe uns zu Jesus – immer von neuem."

Schraml erklärte: Maria habe Jesus durch den Willen des Vaters und das Wirken des Heiligen Geistes neun Monate unter ihrem Herzen getragen und ihn bis zum Tod am Kreuz 33 Jahre zur Seite gestanden – nicht für sich, sondern um ihn der Welt zu schenken. Dabei betonte er: Maria habe nicht mit dem Schwert in der Hand, sondern mit dem Schwert im Herzen gesiegt! Auf die Kirche übertragen bedeute dies: nur das Schwert des Erbarmens und die Liebe Mariens öffneten die Herzen der Gläubigen. Bischof em. Schraml betonte auch die Notwendigkeit einer Evangelisierung im Sinne Jesu: "Kehrt um und glaubt an das Evangelium!" Gerade in einer Zeit des Umbruchs in Europa und der Krise der Kirche gelte es den Blick im Vertrauen und Glauben auf Jesus Christus zu richten, denn Jesus allein sei "Hoffnung und Heil".

Seinen tief empfundenen Dank äußerte Schraml über die sehr lebendige Städtepartnerschaft zwischen Loreto und Altötting. Dabei lobte der Bischof em. auch den Zusammenschluss der größten europäischen Marienwallfahrtsorte in der Arbeitsgemeinschaft "Shrines of Europe".

Als Konzelebranten standen u.a. auch Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl, der Guardian von St. Magdalena, P. Norbert Schlenker und der Präses der Marianischen Männerkongregation, Br. Georg Greimel mit am Altar. Für die feierliche musikalische Gestaltung sorgten Kapellchor und -orchester unter der Leitung von Kapellmeister Max Brunner mit der Missa in G von M. Filke.

Zusammenhalt in Europa

Empfang zum Festakt im "Kultur + Kongress Forum".
Empfang zum Festakt im "Kultur + Kongress Forum".

Bereits am Freitagabend fand im "Kultur + Kongress Forum" in Altötting ein Festakt zum Jubiläum statt. Dabei zeichnete Bürgermeister Herbert Hofauer für ihr Engagement um die Städtepartnerschaft seinen Bürgermeisterkollegen Dr. Paolo Niccoletti sowie Erzbischof Giovanni Tonucci mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt aus. Geschenke erhielten Franco Papini und Mariele Vogl-Reichenspurner von den Partnerschaftsclubs, Bürgermeister Manfred Seebacher und dessen Stellvertreter Michael Wallmann aus Mariazell sowie Hofauers Assistentin Christine Kukula.

Angesichts der jüngsten tragischen Ereignisse in Europa hoben auch die Festredner – die beiden Bürgermeister Hofauer und Niccoletti, Erzbischof Tonucci, MdB Stephan Mayer und Landrat Erwin Schneider – das Verständnis der Völker untereinander und den gegenseitigen Respekt ihrer Kulturen hervor. Bürgermeister Niccoletti etwa betonte, dass er die Städtepartnerschaft gerade in der heutigen Zeit für wichtig halte. Altötting und Loreto hätten sich mit Millionen von Pilgern auf der ganzen Welt nicht nur zum Glauben, sondern auch zu Frieden und Freiheit sowie zu Respekt vor der Umwelt bekannt. Diese Aufgaben könnten kein Militär und keine Polizei erledigen, sondern die Menschen.

Text: red, Fotos: Dorfner ob., Terhörst unt.