Altöttinger Liebfrauenbote

63. St. Anna-Wallfahrt der Oberschlesier

Altötting: "Ort des Gebets"

Etwa 1.500 oberschlesische Landsleute aus ganz Bayern und darüber hinaus – auch aus Gütersloh und dem Bodenseekreis – haben an der 63. St. Anna-Wallfahrt am Sonntag, 24. Juli, in Altötting teilgenommen. In seiner Predigt bei der Pilgermesse betonte Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl die Kraft des Gebets.

Prälat Günther Mandl und Pfr. Reimund Schrott sowie Landesvorsitzender Damian Schwider nach dem Gottesdienst.
Prälat Günther Mandl und Pfr. Reimund Schrott sowie Landesvorsitzender Damian Schwider nach dem Gottesdienst.

"Danken wir Gott für das schöne Wetter, freuen wir uns auf eine schöne Wallfahrt" – kurz, bündig und herzlich begrüßte Damian Schwider, der Landesvorsitzende der Oberschlesischen Landsmannschaften, seine "Landsleute". Weniger schönes Wetter war den Pilgern beschieden, die bereits zur Vorabendmesse mit Abt Markus Eller OSB, Kloster Scheyern, am Samstag angereist waren. Selbst die Lichterprozession musste wegen heftigem Gewitter und Starkregen offiziell abgesagt werden – einige zogen dennoch in einer kleinen Lichterprozession zur Gnadenkapelle.

Schwiders besonderer Dank galt den Trachtengruppen und Fahnenabordnungen, die auch heuer wieder nach Altötting kamen. Neben Wallfahrtsrektor Prälat Mandl begrüßte er auch die Konzelebranten, darunter Pfr. Reimund Schrott, Nördlingen, Pfr. Josef Scholz, München und Altöttings Stiftsdekan Wolfgang Renoldner. Die musikalische Gestaltung beim Pilgergottesdienst in der St. Anna-Basilika übernahm die Altöttinger Hofmusik unter Leitung von Karlmann Kanzler, an der Orgel Johanna Kowatschewitsch.

"Wer nicht beten kann, ist bettelarm"

Farbenfroh sind die alten schlesischen Trachten.
Farbenfroh sind die alten schlesischen Trachten.

Prälat Mandl betonte in seiner Predigt die Bedeutung des Gebets, insbesondere des "Vaterunser", das uns Jesus ans Herz gelegt habe (vgl. Lk 11, 2f). Schon in der Anrede dürften wir Gott "Vater" nennen, nicht "meinen", sondern "unseren Vater"; "nicht egoistisch nur für uns, sondern für alle Menschen beten", riet Prälat Mandl. Er erläuterte die drei "Vaterbitten" – dass Sein "Name geheiligt" werden möge, dass "sein Reich komme" und dass "sein guter Wille geschehen möge im Himmel und auf Erden" – sowie die vier "Geschwisterbitten" – um das "tägliche Brot", um "Vergebung der Schuld", um Bewahrung vor der Versuchung und Erlösung "von dem Bösen". Schließlich ende das Vaterunser mit dem großen Schlusslobpreis: "Denn dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen!" Das Vaterunser, versicherte Mandl, werde millionenfach um den ganzen Erdball gebetet. Es sei "das (Bitt)gebet schlechthin"!

Altötting nannte er einen "Ort des Gebets", hier werde durch die Pilgergebete regelrecht der Himmel bestürmt. Dass diese Gebete Erhörung finden, bezeugten die vielen Votivtafeln im Umgang der Gnadenkapelle. Mandl verwies auf vier Grundformen des Gebets: Das Lob-, Dank-, Buß- und Bittgebet und empfahl den oberschlesischen Pilgern, die bei der Mutter Anna und ihrer Tochter Maria in Altötting ebenso beheimatet seien wie am schlesischen Annaberg, eine "betende Gemeinschaft zu bleiben, denn: wer nicht beten kann, ist bettelarm!"

Dank an Mutter Anna

Der achtjährige Robin aus der Schweinfurter Gruppe bekam eine Urkunde.
Der achtjährige Robin aus der Schweinfurter Gruppe bekam eine Urkunde.

Nicht weniger feierlich war die Andacht am Nachmittag in der Stiftspfarrkirche unter Leitung von Pfarrer Reimund Schrott. "Bevor wir nach Hause fahren, wollen wir der Muttergottes und Mutter Anna Dankeschön sagen" , erklärte er und verwies im von Papst Franziskus ausgerufenen Hl. Jahr der Barmherzigkeit auf Gottes unendliche Liebe zu uns Menschen. Maria sei die große Mittlerin und Mutter der Barmherzigkeit, mit dem liebenden Mutterherz, deren Fürsprache bei Gott uns besonders Papst Franziskus und Papst em. Benedikt XVI. ans Herz legten.

Nach dem Eucharistischen Segen zogen die Trachtengruppen und Fahnenabordnungen mit Pfr. Schrott und Pfr. Scholz zur Gnadenkapelle, um bei einer Statio bei der Gnadenmutter Abschied zu nehmen. Dabei wurde der achtjährige Robin, der so brav das Vortragskreuz der oberschlesischen Landsmannschaft getragen hatte, mit einer Urkunde geehrt.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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