Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Der erste große "Wallfahrts-Sturm" kam mit der Passauer Jugendwallfahrt, der nächste wird erwartet, wenn am Pfingstwochenende (14-16. Mai) u.a. die Regensburger Fußwallfahrt und die Legio Mariae in Altötting eintreffen werden. Dazwischen werden am 1. Mai Kardinal Raimundo Damasceno aus Aparecida (Brasilien) und Bischof Stefan Oster das Wallfahrtsjahr offiziell eröffnen. Kurzum: Die Saison erreicht ihren Höhepunkt, und dazu tragen auch die vielen kleineren Pilgergruppen bei, die jedes Jahr nach Altötting kommen – eine kleine Auswahl der vergangenen Woche:

Kirche unterwegs – Priesterjubilare in Altötting

Zu einer Priesterfortbildungswoche in Burghausen/Hl.Geist hatte das Bischöfliche Pastoralamt Graz-Seckau eingeladen. 30 Priester – eigentlich waren es Priesterjubilare (5-45-jähriges Jubiläum) – nahmen daran teil unter der Leitung von Bischof Dr. Wilhelm Krautwaschl, dem Oberhirten der Diözese Graz-Seckau. Am 7. April pilgerten sie zur Gnadenmutter nach Altötting und feierten in der St. Magdalenakirche einen Gottesdienst. Die beiden Wallfahrtsrektoren Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl und der Guardian von St. Magdalena, Kapuzinerpater Norbert Schlenker hießen die Priesterkollegen herzlich willkommen. Bischof Krautwaschl betonte in seiner Predigt: Gott habe uns und der ganzen Welt Seinen eingeborenen Sohn geschenkt. "Er ist als Kirche unterwegs und für Ihn stehen wir ein!"

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Beweglich bleiben – Pilger aus Aunkirchen

150 Aunkirchner haben sich am 9. April auf den Weg nach Altötting gemacht – teils mit dem Bus, größtenteils zu Fuß waren sie rund elf Stunden unterwegs, ehe sie gegen 16 Uhr eintrafen. Kapuzinerpater Norbert Schlenker begrüßte die Gruppe rund um Pilgerleiter Ewald Arbinger; er freute sich vor allem auch über viele junge Gesichter, denn Wallfahren bedeute, aufzubrechen und beweglich zu bleiben. Ein Teil der Aunkirchner nahm an Abendgottesdienst und Lichterprozession der Passauer Diözesanwallfahrt teil.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Als Glaubenszeugen – Fußpilger aus Emmersdorf

Rund sechs Stunden waren die etwa 30 Fußpilger aus Emmersdorf unterwegs gewesen, als sie am 9. April gegen Mittag Altötting erreichten. "Ihr seid füreinander dagewesen und habt für Eure Mitmenschen gebetet", stellte Br. Berthold Oehler fest, als er sie in der St. Konradkirche begrüßte, wo sie anschließend auch Gottesdienst feierten. "Ihr habt Euch auf den Weg gemacht als Zeugen des Glaubens", dankte Br. Berthold den Wallfahrern und wünschte ihnen, sich von Gott ansprechen zu lassen, denn: "Gottes Wort ist treu und erfüllt sich", versicherte er.

Text und Foto: Michael Glaß

Aufblühen im Glauben – Erstkommunionkinder aus Nabburg pilgern

"Danke, danke, singt ein neues Lied, großes hat der Herr an uns getan..." – Begeistert stimmten die Erstkommunionkinder aus Nabburg am 12. April nach ihrer Ankunft in Altötting in den Gesang von Pfarrer Hannes Lorenz ein, als sie über den Kapellplatz zogen. Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser dankte herzlich fürs Kommen. So wie eine echte Mutter vergesse auch die Muttergottes niemanden und "ist immer für Euch da", versicherte er den jungen Pilgern. Aber, so Br. Andreas, das eigentliche Glaubensziel sei Mariens Sohn, Jesus. Und bei der ersten hl. Kommunion hätten die Kinder nun durch den Empfang der hl. Hostie am Gastmahl Jesu teilgenommen. Beim Gottesdienst in der Gnadenkapelle verwies Pfarrer Lorenz die Erstkommunionkinder auf das Gnadenbild Unserer Lieben Frau: "Jetzt stehen wir da an dem Platz, wo so viele Menschen stehen, schauen hinauf zu ihr mit der Bitte: 'Du Mama von Jesus, ich brauch deine Hilfe', wie es vor Euch viele Menschen getan haben." Pfr. Lorenz' Wunsch: "Dass wir aufblühen, wie diese mitgebrachten Rosen im Aufschauen und Verehren der Gottesmutter, die uns hinführt zu Jesus ihren Sohn. Allein Ihn lassen wir jetzt in unsere Mitte!" Keine Rosen zum Geschenk, aber über ein nachträgliches "Geburtstagsständchen", das ihm die Nabburger Pilgergruppe spontan kredenzte, war der ehemalige Administrator der Hl. Kapelle, Prälat Alois Furtner, der am 12. April zufällig auch in Altötting weilte, ganz gerührt. Prälat Furtner konnte am 9. April sein 80. Lebensjahr vollenden.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Gelöbnis eingehalten – Fußwallfahrt aus Hebertsfelden

Seit 1947 pilgern die Hebertsfeldener zu Fuß nach Altötting und lösen so ein Gelöbnis, das auf den Zweiten Weltkrieg zurückreicht und den Einmarsch der Amerikaner verhinderte, alljährlich ein – so auch heuer am 16. April. Seit 5 Uhr früh waren die etwa 100 Hebertsfeldener auf den Beinen, mit dabei auch Pfr. Josef Rainer. Aufgrund des idealen Pilgerwetters waren sie gut unterwegs und kamen eine Viertelstunde früher an, als bei der Wallfahrtskustodie gemeldet. So musste Kapuzinerpater Heinrich Grumann per Funk zur "verfrühten" Einbegleitung gerufen werden. Altötting zähle zu jenen Orten, die sich dem Himmel näher verbunden wissen, erklärte P. Heinrich schließlich in seiner Begrüßung und verwies auf die 500-jährige Pilgertradition. Die Nähe zur Gottesmutter als unsere Mittlerin und Fürsprecherin bei Gott sei es letztendlich, die das pilgernde Gottesvolk suche. Sie kommen zur Mutter der Gnade und zur Mutter der Barmherzigkeit.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zum ersten Mal als Leiter – Pilger aus dem Pfarrverband Schönau und Unterzeitlarn

Altöttings Diakon Thomas Zauner freute sich sehr, dass er als gebürtiger Pfarrkirchner am 17. April Fußpilger aus dem Rottal in Empfang nehmen durfte. Aber nicht nur darüber freute sich Zauner, sondern dass bei den Pilgern aus dem Pfarrverband Schönau und Unterzeitlarn so viele junge Gesichter dabei waren. Seit 3 Uhr früh unterwegs, hatten sich dann in Reischach/Brandmühle 19 Erstkommunionkinder und 18 Firmlinge angeschlossen, auch Pfarrer Dr. Joseph Peedikaparambil, um die letzten 20 km nach Altötting mitzumarschieren. Die Altöttinger Kirchenglocken läuteten gegen 12.15 Uhr zum Gruß, und nachdem die Pilger die Gnadenkapelle umrundet hatten, zogen sie zum Gottesdienst in den Kongregationssaal. "Du bist da, das ist einfach wunderbar...", stimmte der Kirchenchor fröhlich zur Ehre Gottes an. Vorausgegangen mit dem Vortragskreuz war Erich Hager, Pilgerleiter a.D., heuer zum 20. Mal dabei. Die Pilgergruppe geleitet hat zum ersten Mal Christian Hölzlwimmer und am Applaus der Wallfahrtsteilnehmer am Ende des Gottesdienstes konnte man ersehen, dass er seine Sache gut gemacht hatte. Er habe die Nacht vor dem Abmarsch schlecht geschlafen, verriet der neue Pilgerleiter, und der Deal mit Petrus wegen des Wetters habe auch nicht richtig funktioniert, eigentlich war erst Regen am Nachmittag vereinbart, verriet er schmunzelnd. Herzlich Vergelt's Gott sagte Hölzlwimmer allen Mit-Organisatoren und Helfern.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner