Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Mit dem Frühjahrshauptfest der Marianischen Männerkongregation begann in Altötting die Wallfahrtssaison, die dann nach Ostern ihren ersten großen Höhepunkt erreichen wird, zum Beispiel dann, wenn am 10. April die Passauer Jugendwallfahrer zu Tausenden über den Kapellplatz ziehen werden. Doch auch vor den Osterfeiertagen machten einige Pilgergruppen und Einzelpilger zur "geistigen Stärkung" eine Wallfahrt nach Altötting – eine kleine Auswahl:

Auf dem Weg des Glaubens – Wallfahrt des Bayerischen Pilgerbüros

Vom Münchner Hauptbahnhof mit dem Zug nach Heiligenstatt und dann die restlichen sieben Kilometer zu Fuß auf dem Kreuzweg betend nach Altötting – das Bayerische Pilgerbüro hatte am Samstag vor dem Palmsonntag, 19. März, wieder zu dieser kombinierten Wallfahrt eingeladen, organisiert seit 2010 von Irmgard Jehle und Angela Bürvenich. Unter die 50 Wallfahrtsteilnehmer hatte sich auch der Präsident des Bayerischen Pilgerbüros, Weihbischof Wolfgang Bischof, eingereiht. Gegen Mittag erreichte die Münchner Pilgergruppe Altötting, von Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl herzlich in Empfang genommen. In seiner Begrüßung zitierte er "Vater Benedikt": "Wo die Mutter ist, sind wir wirklich zu Hause!" Auch verwies Altöttings Stadtpfarrer auf den hl. Josef, dessen Festtag ja am 19. März begangen werde. Nachdem sowohl Weihbischof Bischof als auch Prälat Mandl zur Ehre Mariens den "Engel des Herrn" vorgebetet hatten, zogen die Pilger gemeinsam zum Gottesdienst in den Kongregationssaal. Weihbischof Bischof nannte Altötting einen Ort, an dem die Gottesmutter Maria in besonderer Weise spürbar und erlebbar sei. Die enge Verbindung von Maria und Josef habe er besonders intensiv bei seinem kürzlichen Aufenthalt im Heiligen Land empfunden, in Nazareth beim Besuch der Geburtskirche und der Kirche des hl. Josef, erzählte er und erinnerte: Maria habe sich dem Heilswillen Gottes geöffnet und sei bereitwillig den verkündeten Weg mitgegangen – keinen einfachen Weg. Auch für Josef bedeutete dies eine große Herausforderung. Vertrauensvoll habe er Maria auf dem Weg des Heils begleitet. Durch die Taufe erhielten auch wir eine stete Einladung, dieses Vertrauen auf Gott immer wieder zu leben. Den Pilgern dankte Weihbischof Bischof mit einem herzlichen Vergelt's Gott für ihr gemeinsames Glaubensbekenntnis. Anstelle gesprochener Fürbitten entzündeten die Wallfahrtsteilnehmer jeder für sich eine Kerze in den persönlichen Anliegen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Nachtwallfahrt – Fußpilger aus Schonstett

"Gegrüßet seist du Königin", stimmte Kapuzinerpater Heinrich Grumann am 19. März gegen 14 Uhr vor der Gnadenkapelle den Lobpreis zur Gottesmutter an, und die Fußpilger aus Schonstett sangen kräftig mit. Pilgerleiter Rudi Schönfisch freute sich über das herzliche Willkommen in Altötting, und mit Blick himmelwärts besonders über das herrliche, ideale Pilgerwetter. Unter den Wallfahrtsteilnehmern befand sich auch ein katholischer Kriegsflüchtling aus Pakistan, und mit Walkingstöcken ausgerüstet Christine Pinzinger, die wie all die Jahre am Pilgerziel glücklich von Töchterchen Anna in die Arme geschlossen wurde. Die Fußwallfahrt der Schonstetter – Abmarsch ist traditionell kurz nach Mitternacht –, geht auf ein Gelübde eines Bauern aus Friberting im Jahr 1958 zurück, der die Muttergottes von Altötting um Hilfe angefleht hatte und für die Gesundung seines kleinwüchsigen Buben eine alljährliche Fußwallfahrt (Wegstrecke über 50 km) zur Gnadenmutter nach Altötting versprach.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"G'sund umakemma" – Fußwallfahrer aus Hofkirchen

Traditionell, wenn am Palmsonntag die Kinder mit den schön geschmückten Palmbuschen in Händen über den Kapuzinerberg und Kapellplatz in die Stiftspfarrkirche St. Philippus und Jakobus zum Familiengottesdienst eingezogen sind, formiert sich erneut eine Prozession, diesmal vom Schexberg herauf zum Kapellplatz. So auch am diesjährigen Palmsonntag, 20. März, als die 126 Fußwallfahrer aus Hofkirchen heuer zum 71. Mal ihr Pilgerziel erreichten. Nach dem Umrunden der Gnadenkapelle – Vortragskreuzträger Christian Hruska ging voran – wurde zu Ehren der Gottesmutter kurz Statio gehalten mit Gebet und Gesang. "Weil wir alle nach unserer zweitägigen Fußwallfahrt g'sund umakemma sind, singen wir zum Abschluss das Lied 'Schwarze Madonna'!", rief Pilgerleiter Sepp Rohrmeier seine Mitpilger auf, die gerne mitmachten. Das "gesunde Ankommen" war gerade für ihn deshalb von Bedeutung, weil er selbst alles andere als gesund war – der Grippevirus hatte ihn und seine Familie daheim erwischt; "seine" Fußpilger wollte er dennoch nicht im Stich lassen. Ein herzliches Vergelt's Gott sagte er allen, die mitgegangen waren, darunter auch einige junge Neuzugänge, und vor allem Maria Eichenlaub (im zweiten Bild), die heuer ihr 25. Fußpilgerjubiläum feiern konnte und "vorerst" das letzte Mal dabei war, wie sie verlauten ließ. Jedoch laut Aussagen langjähriger Altötting-Fußpilger keimt Hoffnung: Wen der Wallfahrtsvirus einmal gepackt hat, der pilgert, so lange es irgendwie geht, immer wieder zur Gnadenmutter im Herzen Bayerns.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner