Altöttinger Liebfrauenbote

Tag des Altöttinger Marienwerks

Pilgern mit Maria

"Menschen pilgern wie Maria und sie pilgern mit Maria. Die Gottesmutter wird zur Mitpilgerin auf den Straßen des Lebens", erklärte der stellvertretende Wallfahrtsrektor, Kapuzinerpater Norbert Schlenker, in seiner Predigt zum Tag des Altöttinger Marienwerks am 13. September. Wie jedes Jahr nahmen nicht nur zahlreiche Gläubige am Festgottesdienst in der St. Anna Basilika teil, viele Mitglieder der Gebetsgemeinschaft aus Nah und Fern nutzten die Gelegenheit, sich auch in den neu renovierten Räumlichkeiten des Marienwerks am Kapellplatz umzusehen, in denen u.a. die Dioramenschau beheimatet ist.

Marienwerksvorsitzender Prälat Alois Furtner und Diakon Thomas Zauner beim Ave-Gruß.
Marienwerksvorsitzender Prälat Alois Furtner (l.) und Diakon Thomas Zauner beim Ave-Gruß.

Nicht nur das Gebet und die gemeinsame Feier der Eucharistie sind wichtige Anliegen des Marienwerks, sondern auch die Förderung der Musik am Gnadenort. Den Festgottesdienst gestalteten Kapellchor und -orchester unter der Leitung von Kapellmeister Max Brunner beeindruckend mit der Mariazeller Messe von Joseph Haydn. Die Altöttinger Hofmusik unter der Leitung von Karlmann Kanzler begleitete den nachmittäglichen Ave-Mariengruß vor der Gnadenkapelle mit Schlusssegen.

Die Marienverehrung am Gnadenort zu fördern, ist freilich das Hauptanliegen des Marienwerks, und wie diese am besten gelingen kann, erläuterte P. Norbert in seiner Predigt. Die Worte aus dem Tagesevangelium (Mk 8, 27-35) – "Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten" – bezog er auf die Gottesmutter, denn: wie keine andere habe sie den Lebensweg ihres Sohnes Jesus begleitet und so "am deutlichsten erfahren, was diese Einladung Jesu zu seiner Nachfolge bedeutet". "Ihr persönliches Leben hat sie zurückgestellt, nicht ihre Interessen standen im Vordergrund, sondern das Leben und der Anspruch ihres göttlichen Sohnes", erinnerte P. Norbert.

"Geographie des Glaubens"

Festprediger Pater Norbert Schlenker.
Festprediger P. Norbert Schlenker.

Jesu Nachfolge wertet er demzufolge höher als reines Bekenntnis und die Verehrung. P. Norbert betonte: "Wenn wir Maria – und auch die vielen anderen Heiligen – verehren, dann ist nicht das Wichtigste, dass wir sie auf ein Podest stellen und ehrfurchtsvoll zu ihnen hinaufschauen, denn dann entrücken wir sie eher in die Ferne, obwohl Maria und alle Heiligen uns ja ganz nahe sein wollen – nein, wir sollten sie fragen: was kannst du, Maria, uns sagen, was wir tun sollen, dass das Leben aus dem Sinn und Geist des Evangeliums in der Nachfolge Jesu gelingt in heutiger Zeit."

Gerade an einem Wallfahrtsort wie Altötting dürften die Gläubigen auf Maria schauen "als Pilgerin an der Seite ihres Sohnes und als Frau auf dem Weg an der Seite des neuen Gottesvolkes, das der Herr am Kreuz als sein Vermächtnis seiner Mutter anvertraut hat", erklärte P. Norbert. Mit Verweis auf den hl. Johannes Paul II.
sprach er von einer "Geographie des Glaubens", zu der vor allem die vielen Wallfahrtsorte gehören; sie seien die "wahren Mittelpunkte der Geschichte" und "die stillen Gebetsorte der Menschen". Gerade hier werde deutlich: Maria "ist die Frau, die mit Jesus, für Jesus und zu Jesus mit uns unterwegs ist als gute mütterliche Wegbegleiterin".

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

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