Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Für längere Fußwallfarten werden die Temperaturen langsam unangenehm, aber ein paar Gruppen und Einzelpilger machen sich auch jetzt noch auf den Weg nach Altötting. Dass Marienverehrung verbindet, zeigte sich auch beim Besuch eines indischen Bischofs – ein paar Impressionen der vergangenen Wallfahrts-Tage ...

Große Marienverehrer

2010 wurde Vincent Max Paulos Kulapuravilai zum Bischof der indischen Diözese Marthandom ernannt. Acht Jahre zuvor war er als indischer Priester zur Aushilfe in Straubing/St. Josef eingesetzt. Der Kontakt zur niederbayerischen Pfarrei, allen voran zu deren Pfarrer Peter König ist nie abgerissen und wird weiterhin freundschaftlich gepflegt – auch durch tatkräftige, finanzielle Unterstützung indischer Sozialprojekte. Und eines haben Bischof Vincent und Pfr. König ohnehin gemeinsam: sie sind große Verehrer der Gottesmutter Maria. So war es naheliegend, dass am Freitag, 16. Oktober, Pfr. König mit seinem hohen indischen Gast (momentan zu Besuch in seiner ehemaligen Aushilfspfarrei) zum Marienwallfahrtsort Altötting pilgerte, um am Gnadenaltar Unserer Lieben Frau eine hl. Messe zu zelebrieren – in den Anliegen und Sorgen für die Katholiken Indiens und auf der ganzen Welt. Dabei gab Bischof Vincent ein Lied in seiner Muttersprache zum Besten, "das von Wundern erzählt, die an Marienwallfahrtsorten geschehen", wie er erklärte.

Text und Foto: Roswitha Dorfner

Früchte in Gottes Obstgarten – Fußpilger aus Kirchdorf

"Singen wir 'Gegrüßet seist du Königin'", munterte Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser die 28 Kirchdorfer Fußpilger auf, die bei ihrer heurigen 32. Fußwallfahrt – mit Pilgerleiter Sepp Bauer, Kreuzträgerin Sabine Brandl und deren Tochter Sarah an vorderster Front – am 10. Oktober in Altötting eintrafen und kurz Statio vor der Gnadenkapelle hielten. Drei Tage waren die Fußwallfahrer aus der Nähe von Kelheim unterwegs gewesen. Br. Andreas empfahl im Rosenkranzmonat Oktober das Rosenkranz-Gebet als "Rettungsschnur" für die vielen mitgebrachten Sorgen aber auch zum Dank. Im Gebet zur Gnadenmutter würden wir uns Perle für Perle ihrem Sohn, Jesus Christus, nähern – durch Maria zu Jesus. Abschließend, bevor es zum Pilgergottesdienst in die Institutskirche der Congregatio Jesu-Schwestern ging, trug eine Kirchdorfer Pilgerin einen sehr sinnreichen, auch heiteren, zur Jahreszeit passenden Text vor: Es gäbe viele Früchte in Gottes Obstgarten – "und eines dieser Früchtchen, das bin ich!"

Text und Foto: Roswitha Dorfner

Zeichen setzen – Reservisten auf Wallfahrt

Am 10. Oktober um 4.30 Uhr zogen auch heuer wieder die Reservisten, 40 an der Zahl, vom Gnadenbrunnen in Wittibreut betend ins "Herz Bayerns". Hauptanliegen und Wallfahrtsgrund: die Muttergottes um Schutz und Hilfe für die Soldaten im In- und vor allem im Auslandseinsatz zu bitten, um seelisch und körperlich unversehrte Heimkehr sowie um Frieden in der Welt. Als Vorbeterin war auch wieder Anneliese Wagner (geborene Birndorfer, sozusagen ein Nachkomme des hl. Br. Konrads) mit dabei. Kapuzinerpater Ludwig Wörle, ehemaliger Militärpfarrer in der Diözese Passau, hatte die Reservisten zum Kapellplatz einbegleitet. Der Pilgerleiter, Hauptfeldwebel Alban Friedlmeier, betonte, dass gerade angesichts der unüberschaubaren Flüchtlingsströme in unser Land "ein Zeichensetzen als Christen und ein Zusammenstehen als Kirche" mehr denn je vonnöten sei. Ein Zeichen gesetzt hatten auch Georg und Ursula Huttner, die beide als frischvermähltes Ehepaar bei der Fußwallfahrt mitmarschiert waren.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Pilgern tut einfach gut" – Männer-Trio auf Fußwallfahrt

Meist in der zweiten Oktober-Woche packe sie der Wallfahrts-Virus, erklärten Christian von Bergen, Thomas Pauli und Michael Wasmeier, die sich am späten Vormittag des 10. Oktober am Rundbankerl der Linde am Kapellplatz zur Rast niederließen. "So eine Wallfahrt tut einfach gut für Körper und Seele", bestätigten die drei einmütig. Seit 5 Uhr früh waren sie auf den Beinen; bereits zum vierten Mal marschierten sie heuer – von Eggenfelden aus – zur Gnadenmutter nach Altötting.

Text und Foto: Roswitha Dorfner

Viele junge Gesichter – Buswallfahrt des Pfarrverbands Prienbach-Stubenberg-Ering

Begleitet von Pfarrer Peter Kieweg erreichten auch heuer wieder die Wallfahrtsteilnehmer des Pfarrverbands Prienbach-Stubenberg-Ering per Bus den Wallfahrtsort Unserer Lieben Frau, darunter viele junge Gesichter, da sich viele Erstkommunionkinder und Firmlinge beteiligten. Nach dem feierlichen Einzug über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika wurde dann mit anderen Pilgergruppen ein festlicher Pilgergottesdienst gefeiert. Kapuzinerpater Siegbert Mayer dankte fürs Kommen und verwies auf den hl. Bruder Konrad. Aus dem Buch Jona hob dann Pfr. Kieweg in seinen Predigtworten die Barmherzigkeit Gottes hervor, die über allem stehe, auch über Schuldbekenntnis und Gericht. Barmherzigkeit habe uns auch die Gottesmutter Maria durch ihr vorbildhaftes Glaubenszeugnis vorgelebt.

Text und Foto: Roswitha Dorfner