Altöttinger Liebfrauenbote

55. Hallertauer Fußwallfahrt – "Stabwechsel" in der Pilgerleitung

In Gottes liebender Umarmung

Mut und Trost, Heil und Heilung am Gnadenort zu erfahren, wünschte Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl den über 1.400 Hallertauer Fußpilgern, als er sie am Erntedank-Sonntag, dem Festtag des hl. Franziskus, im Herzen Bayerns begrüßte. Beim Pilgergottesdienst der 55. Hallertauer Fußwallfahrt in der St. Anna-Basilika am 4. Oktober gab es einen Stabwechsel in der Pilgerleitung zu verkünden: Klaus Nöscher tritt in die Fußstapfen von Ludwig Hierl, der sein Amt nach neun Jahren Pilgerleitung abgab.

Der ehemalige Pilgerleiter Ludwig Hierl (M.) erhält ein Bild der Altöttinger Madonna als Dank für seinen langjährigen Einsatz; rechts der neue Pilgerführer Klaus Nöscher, links Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl.
Der ehemalige Pilgerleiter Ludwig Hierl (M.) erhält ein Bild der Altöttinger Madonna als Dank für seinen langjährigen Einsatz; re. der neue Pilgerführer Klaus Nöscher, li. Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl.

Glücklich und erleichtert zeigte sich der neu gewählte Pilgerleiter Klaus Nöscher, das Ziel nach dreitägiger Fußwallfahrt aus der Hallertau ohne Zwischenfälle erreicht zu haben. Außerdem dankte er für das gute, ideale Pilgerwetter. Ihm sei ein schwerer Stein vom Herzen gefallen.

Viele Male war Nöscher bereits mit den Hallertauern aus Wolnzach und Umgebung mit gepilgert, aber heuer stand er zum ersten Mal in der Verantwortung als Pilgerführer. Und er gestand, sich unterwegs immer wieder sorgenvoll umgeschaut zu haben auf den großen Pilgerstrom, auch im Bewusstsein, dass eine derart durchgeführte "Glaubens-Großveranstaltung" nicht möglich wäre, ohne auf eine gute Organisation und viele Helfer und Pilgerbegleiter, wie Feuerwehr, Polizei, Quartiergeber, Fahrer der Begleitfahrzeuge usw. aufbauen zu können.

Dank an Ludwig Hierl

Einzug über den Kapellplatz; rechts ist der Prediger Pfr. Dr. Przemyslaw Nowak zu sehen.
Einzug über den Kapellplatz; re. ist der Prediger Pfr. Dr. Przemyslaw Nowak zu sehen.

Dabei galt Nöschers ausdrücklicher und besonderer Dank seinem Vorgänger, Ludwig Hierl, der nach neun Jahren Hauptverantwortung und "großartigem, mitmenschlichem Engagement und Organisationstalent" das Amt des Hallertauer Pilgerführers abgegeben hat. Gleichzeitig gedachte Nöscher Hierls Vorgänger, den allseits beliebten "Ehrenpilgerführer" Alfons Winter, der im Februar dieses Jahres in den ewigen Frieden heimgegangen war. Zweimal im Jahr würde durch die Oktogon-Fenster in der Gnadenkapelle zu einem bestimmten Zeitpunkt das Sonnenlicht  genau auf das Gnadenbild Unserer Lieben Frau scheinen, so Pilgerleiter Nöscher. Dieses "erstrahlte Gnadenbild", von einem Fotografen "eingefangen", wurde an Ludwig Hierl mit einem herzlichen Vergelt's Gott für seine neunjährige Tätigkeit überreicht – unter kräftigem Applaus der Fußwallfahrer.

Nöschers großer Dank galt natürlich allen Wallfahrtsteilnehmern: "Ihr habt's prima mitgemacht! Durch Euer Beten und Singen, durch Eure Weggemeinschaft habt Ihr ein großartiges Glaubenszeugnis abgelegt!"

Ergreifend war dann der Pilgergottesdienst, zelebriert von den Geistlichen Pfr. Hans Braun aus Wolnzach, Pfr. Dr. Przemyslaw Nowak aus Gosseltshausen und Pfr. Franz Stadler aus Förnbach, und musikalisch gestaltet vom Wolnzacher Wallfahrerchor.

"Lasst Eure Sorgen bei der Gottesmutter Maria!"

1475 Pilger wurden bei der diesjährigen Hallertauer Fußwallfahrt gezählt.
1.475 Pilger wurden bei der diesjährigen Hallertauer Fußwallfahrt gezählt.

Der gebürtige Pole Pfr. Nowak erzählte in seiner Predigt: In Polen habe er auch schon eine Wallfahrt zur Schwarzen Madonna nach Tschenstochau unternommen; er versicherte, dass es "dieselbe Muttergottes" wie hier am bayerischen Gnadenort sei. Es gebe verschiedene Gründe zu pilgern, resümierte der Prediger, und doch stehe die "Gott-Suche" im Vordergrund. "Einige Pilger haben sichtbar ein Kreuz, die meisten ein Kreuz im Herzen mitgetragen", mit Lasten und Nöten seien sie zur Muttergottes nach Altötting gekommen. Pfr. Nowak empfahl: "Lasst Eure Sorgen hier in Altötting bei der Gottesmutter Maria!" So könne man Leid und Not mit anderem Blick betrachten – mit Blick auf Jesus und das Kreuz. "Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt, ich werde euch Ruhe verschaffen", so die Worte Jesu aus dem Matthäus-Evangelium. Übertragen auf unseren Pilgerweg des Lebens bedeute das: "Die Probleme, Leid und Sorgen verschwinden nicht sofort, vielleicht gar nicht, aber sicher werden wir am Pilgerziel diese innere Ruhe spüren, um alles leichter tragen und ertragen zu können."

Auf der Fußwallfahrt hierher nach Altötting seien sehr viele Rosenkränze gebetet worden, so viele wie nie im Alltag, bestätigte Pfr. Nowak auch aus eigener Erfahrung. Man könne aber im hektischen Alltagsleben sein eigenes, kurzes Gebet daraus formulieren. Wichtig dabei: "Wir sollen mit Gott ins Gespräch kommen." Dann würden wir in Gottes Umarmung dessen Kraft und Liebe spüren. Die Gottesmutter Maria stehe uns immer fürbittend zur Seite.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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