Altöttinger Liebfrauenbote

Ehrenbürgerwürde für Pater Gerd Brandstetter – Doppeljubiläum Kinderdorf Guarabira

"Nur die Liebe verändert"

Am 10. Dezember wird er 80 Jahre alt, doch die Energie, die in Pater Gerd Brandstetter steckt, spürt man sofort – auch die Herzlichkeit und Warmherzigkeit. Eher aus einer zufälligen Begegnung heraus gründete Padre Geraldo, wie ihn eigentlich alle nennen, vor 25 Jahren als Auslandsmissionar im brasilianischen Guarabira ein Kinderdorf. Dort haben seither viele junge Menschen erstmals Liebe gespürt und eine Perspektive für ihr Leben erhalten.

Am 25. September durfte Pater Gerd Brandstetter aus der Hand von Erstem Bürgermeister Herbert Hofauer die Ehrenbürger-Urkunde der Stadt Altötting entgegennehmen.
Am 25. September durfte Pater Gerd Brandstetter (l.) aus der Hand von Erstem Bürgermeister Herbert Hofauer die Ehrenbürger-Urkunde der Stadt Altötting entgegennehmen.

Wenn der gebürtige Neuöttinger Gerd Brandstetter sich in seiner "alten Heimat" aufhält, dann ist sein Lebensmittelpunkt seit 25 Jahren die benachbarte Wallfahrtsstadt Altötting. Diese hat ihm nun am 25. September die Ehrenbürgerwürde verliehen. Erster Bürgermeister Herbert Hofauer sagte in seiner Laudatio: "Du bist durch Dein engagiertes und überzeugendes Lebenswerk zu einer Zierde unserer Heimatstadt geworden, Du hast Dich durch Deine überzeugende Sorge um arme und höchst bedrohte Kinder in Paraiba um die Menschlichkeit äußerst verdient gemacht und wir sind in hohem Maße stolz auf Dich."

Er freue sich sehr, so Hofauer, "dass diese hohe Auszeichnung der Stadt im heurigen Jahr mit Deinem bevorstehenden 80. Geburtstag zusammenfällt und auch mit der Feier des 25. Gründungsjubiläums des Kinderdorfes in Guarabira und dem 20-jährigen Gründungsjubiläum des Vereins ,Gerd Brandstetter Kinderdorf Guarabira'".

Doppeljubiläum und ein Dokumentarfilm

Am 26. September würdigte u.a. Peter Hoffmeister (r.o.), Kuratoriumsvorsitzender des Vereins "Gerd Brandstetter – Kinderdorf Guarabira" die Arbeit Brandstetters ...
Am 26. September würdigte u.a. Peter Hoffmeister (r.o.), Kuratoriumsvorsitzender des Vereins "Gerd Brandstetter – Kinderdorf Guarabira" die Arbeit Brandstetters ...
... während eines Festakts im Franziskushaus Altötting.
... während eines Festakts im Franziskushaus Altötting.

Dieses Doppeljubiläum wurde am Tag darauf mit einem Festakt bei Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste im Franziskushaus Altötting begangen. Weggefährten Padre Geraldos würdigten sein Lebenswerk in Brasilien – über das kürzlich sogar ein beeindruckender Dokumentarfilm entstanden ist, den die ARD Anfang kommenden Jahres zeigen wird (im Foto links oben ist das Filmplakat zu sehen).

Padre Geraldo bedankte sich für die Ehrungen; insbesondere dankte er allen Unterstützern und Mitarbeitern. Angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise fand er gerade aus seiner Arbeit mit benachteiligten Kindern heraus aber auch deutliche Worte: "Nur die Liebe verändert die chaotische und gewaltsame Welt, in der wir uns befinden." Es sei unsere erste Aufgabe, den Menschen in die Augen zu schauen, das nehme die Angst. Das sei es, was auch Gott von Anfang an gewollt habe - er habe uns durch die Menschwerdung Jesu die "Angst" vor sich selbst, vor dem großen Unbekannten genommen.

Dem Ansinnen Padre Geraldos wollte sich auch Festredner Stefan Mayer (MdB) nicht verschließen. Er zitierte Dante Alighieri: "Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages - und die Augen der Kinder."

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst