Altöttinger Liebfrauenbote

Pilgerleitertagung 2015 im Franziskushaus Altötting

An einem Strang ziehen

Am Freitag, 6. November, versammelten sich im großen Saal des Franziskushauses Altötting zirka sechzig Pilgerführer zur alljährlichen Tagung auf Einladung der Wallfahrtsleitung des Gnadenortes. Die Zusammenkunft war erkennbar von einem Geist der Gemeinsamkeit geprägt.

Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl leitete die Tagung im Franziskushaus Altötting.
Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl leitete die Tagung im Franziskushaus Altötting.

Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl hatte die Tagung mit einer Andacht eröffnet und blickte dann nach einem Jahresrückblick voraus auf die kommende Pilgersaison 2016. Für das Wallfahrtsmotto habe es "natürlich keine andere Wahl" gegeben, so Mandl, als sich an das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr der Barmherzigkeit anzulehnen. So lautet das Motto, das wie stets auch auf der neuen Wallfahrtsmedaille zu lesen sein wird: "Mutter der Barmherzigkeit – Mater misericordiae".

Ansonsten werde das kommende Jahr geprägt sein vom Gedenken an den Besuch Papst Benedikt XVI. in Altötting vor genau zehn Jahren. Wallfahrtsrektor Mandl konnte den engen Vertrauten des emeritierten Pontifex, Erzbischof Georg Gänswein, gewinnen das Jubiläum im Gnadenort zu feiern. Gänswein wird am 10. September 2016 um 14 Uhr im Kultur + Kongress Forum einen Vortrag halten zum Thema "Der Weg der Kirche heute" und anschließend im Papstgeburtsort Marktl am Inn den Vorabendgottesdienst zelebrieren.

Erzbischof Gänswein zu Gast

Gute Laune trotz Regen: Nach einer hl. Messe in der St. Magdalenakirche zogen die Pilgerleiter zum abschließenden Weißwurstessen.
Gute Laune trotz Regen: Nach einer hl. Messe in der St. Magdalenakirche zogen die Pilgerleiter zum abschließenden Weißwurstessen.

Am 11. September – dem Jubiläumstag selbst, einem Sonntag – wird der Erzbischof in der St. Anna-Basilika einen Pontifikalgottesdienst feiern, musikalisch umrahmt von Mozarts Krönungsmesse. Am Nachmittag dann feiert Gänswein noch eine Pontifikalvesper, bevor er abschließend die Fotoausstellung zum Jubiläum im Haus Papst Benedikt XVI. eröffnet. Diese wird bis zum 12. November zu sehen sein.

Nach dem Bericht Mandls stellte Gabriele Winkler von der Bischöflichen Administration der Kapellstiftung das Konzept der Pilgerbetreuer vor, die 2016 erstmals eingesetzt werden sollen, um Wallfahrer in Altötting willkommen zu heißen, mit Informationen zu versorgen, aber auch Sorgen und Nöte anzuhören. Man wolle, erklärte Winkler, in Altötting "Glaube erfahrbar machen als Gegenpol zur globalisierten Gleichgültigkeit". Diözesanbischof Stefan Oster wird die ehrenamtlichen Pilgerbetreuer, die zuvor eine fundierte Ausbildung erhalten, im Mai 2016 offiziell entsenden. Aber natürlich werden sie auch schon zu Beginn der neuen Pilgersaison im März/April vor Ort sein, erkennbar an ihren blauen Jacken und einem blauen Stützpunktstand auf dem Kapellplatz. Prälat Mandl ergänzte, dass Frau Winkler künftig ganzjährig als Ansprechpartnerin beratend für die Pilgerleiter zur Verfügung stehe – in der Administration oder auf Wunsch auch vor Ort.

Leiterin Ulrike Kirnich stellte anschließend die Aktivitäten und Angebote des Wallfahrts- und Verkehrsbüros der Stadt Altötting vor und betonte u.a., dass der Wallfahrts- und Kulturkalender 2016 heuer erstmals schon im Advent erhältlich sein werde. Im Zusammenhang mit dem Christkindlmarkt 2015 verwies sie auf die begleitende große Krippenausstellung im Kongregationssaal. 2016 werde die Stadt den Kapellplatz mit einem Lift zudem barrierefrei erschließen.

Mandl: Gemeinsames Anpacken aller Verantwortlicher vor Ort für die Wallfahrt

Im Rahmen der Tagung stellte der "Liebfrauenbote" auch sein neues "Gebetsbuch" vor.
Im Rahmen der Tagung stellte der "Liebfrauenbote" auch sein neues "Gebetsbuch" vor.

Der stellvertretende Wallfahrtsrektor, P. Norbert Schlenker, betonte in seinem Vortrag, dass das Wallfahrtsbüro im Kapuzinerkloster St. Magdalena – zuständig für die Anmeldungen – künftig wieder "Kustodie" heißen werde, in bewährter franziskanischer Tradition. Erfreut habe er 2015 "eine gewisse Verjüngung" bei den Fußwallfahrten beobachtet, so P. Norbert. Rückläufig seien allerdings die Teilnehmerzahlen bei den Buswallfahrten und den Wallfahrten der Landsmannschaften. Deutlich erkennbar sei das Verlangen vieler Pilger nach persönlichen Segnungen – darauf wolle man reagieren. Schließlich blickte P. Norbert noch auf das Jahr 2018 voraus: hier wolle man den heiligen Bruder Konrad anlässlich seines 200. Geburtstags besonders feiern.

Wallfahrtsrektor Günther Mandl betonte in seinen Schlussworten ausdrücklich, dass es nach den Veränderungen in der Wallfahrtsleitung im September 2014 mit der Ablösung der bisherigen Geschäftsführung mit ihm künftig nur noch ein gemeinsames Anpacken aller Verantwortlicher vor Ort für die Wallfahrt geben werde. Entsprechend war heuer auch erstmals seit einigen Jahren das Altöttinger Marienwerk wieder zur Pilgerleitertagung geladen. Die Ankündigung Mandls wurde mit Beifall aufgenommen. Als sichtbares Zeichen der neuen Gemeinsamkeit werden im kommenden Jahr sämtliche rund 1.200 Wallfahrtsverantwortlichen, die regelmäßig Pilgergruppen nach Altötting führen, zur Jahresversammlung eingeladen werden – diese wird am 11. und 12. November 2016 im Kultur + Kongress Forum Altötting stattfinden. Bislang waren meist nur die etwa 50-60 Leiter der größten Fußwallfahrten zugegen.

Im Rahmen der Tagung stellte der "Liebfrauenbote" auch sein neues "Gebetsbuch" vor. Die Tagung am vergangenen Wochenende endete mit einer hl. Messe in der St. Magdalenakirche, bei der Prälat Mandl den Pilgerleitern nochmals ganz herzlich für ihren "kostbaren Dienst" dankte, und einem anschließenden Weißwurstessen im Altöttinger Hof.

Text: Wolfgang Terhörst, Fotos: Wolfgang Terhörst 2, Roswitha Dorfner 1