Altöttinger Liebfrauenbote

330. Oberpfälzer Fußwallfahrt mit rund 1.500 Teilnehmern

Schritt für Schritt an der Hand Mariens

Zum 330. Mal haben am Dienstag vor Pfingsten, 19. Mai, die Oberpfälzer Fußpilger aus Dasswang, Hemau, Beilngries und Günching den Gnadenort Unserer Lieben Frau in Altötting erreicht. Bis zu 180 km waren die Wallfahrer marschiert. Beeindruckend waren wieder die vielen, teils mit Blumen geschmückten, mitgetragenen Holzkreuze, die symbolisch auf manches Lebenskreuz verwiesen.

Mit vielen schönen Holzkreuzen kamen die Oberpfälzer Fußpilger in der Basilika in Altötting an.
Mit vielen schönen Holzkreuzen kamen die Oberpfälzer Fußpilger in der Basilika in Altötting an.

Hauptzelebrant und Prediger beim Pilgergottesdienst, Pfarrer Stefan Brand aus Abenberg/Diözese Eichstätt, konnte heuer sein eigenes Pilgerjubiläum feiern: seine 20. Fußwallfahrt nach Altötting. Dankbar stimmte er "Segne du Maria" an. Altöttings stellvertretender Wallfahrtsrektor P. Norbert Schlenker überbrachte den Wallfahrtsteilnehmern, die zum Teil aus der Diözese Eichstätt kamen, herzliche Grüße von Bischof Gregor Maria Hanke – dieser war am Sonntag vor einer Woche mit der Diözesan-Sternwallfahrt am Gnadenort.

An der Gnadenpforte Unserer Lieben Frau führte dann auch der Weg vorbei, als die Oberpfälzer Fußpilger gegen 10 Uhr vom Sammelplatz St. Franziskushaus in der Neuöttinger Straße von den Altöttinger Kirchenglocken zum Kapellplatz hereingeläutet wurden. Unter den Klängen der Blaskapelle Seubersdorf zogen sie zur St. Anna-Basilika. Der Nieselregen tat der guten Stimmung unter den Pilgern und den wartenden Angehörigen keinen Abbruch, im Gegenteil: Georg Schön, der Vorstand vom Oberpfälzer Fußwallfahrerverein, war zufrieden mit dem Pilgerwetter – nicht zu heiß, nur am vierten Pilgertag etwas Regen. Es habe keine Ausfälle gegeben, teilte er mit, auch kaum Kreislauf-Probleme und Blasen an den Füßen.

Abbild für unseren Lebensweg

Pfr. Stefan Brand bei der Feier der Eucharistie.
Pfr. Stefan Brand bei der Feier der Eucharistie.

In seiner Predigt verglich Pfr. Brand den Pilgerweg der Hl. Familie zum Paschafest nach Jerusalem mit der Ankunft der rund 1.500 Oberpfälzer in Altötting. Das Gefühl, nach den Strapazen und der Mühsal am Gnadenort anzukommen, sei nicht mit Worten auszudrücken. Dieser Pilgerweg sei ein Abbild für unseren Lebensweg, sagte er. Den "Himmel" stellte Pfr. Brand als unsere Motivation und Antriebskraft heraus. Mit diesem Ziel vor Augen sei es leichter, aufzubrechen und durchzuhalten. Pilgerreisen könnten durchaus auf weniger strapaziöse Weise, etwa mit Bus, Bahn oder Flugzeug durchgeführt werden, jedoch sei hier zu beachten: technisches oder menschliches Versagen führten oft nicht zum gewünschten Ziel. Dagegen habe sich das Fußpilgern über Jahrhunderte hinweg bewährt. Dabei gehe es an der Hand Mariens Schritt für Schritt,beharrlich zum Ziel.

Mitten in die Pfingstnovene fiel die Ankunft der Fußpilger aus der Oberpfalz. Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl wünschte daher, dass die Pilger hier am Gnadenort vom Heiligen Geist gestärkt, Trost und Zuversicht für den weiteren Lebensweg finden mögen. Den Rückweg in die Oberpfälzer Heimat traten dann am Donnerstag, 21. Mai ein paar "Hartgesottene" wieder zu Fuß an.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

(Zum Vergrößern auf ein Bild klicken)